#857 - Journalist & Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary

Shownotes

Zu Gast im Studio: Karim El-Gawhary, deutsch-ägyptischer Journalist. Für die ARD war El-Gawhary fünf Jahre lang als Korrespondent in Kairo tätig. Von 2004 bis 2026 leitete er das Nahostbüro des ORF in Kairo. Seit Juli 2026 betreibt er einen Podcast namens „Nahost. Nah Dran“.

Ein Gespräch über Karims Lebensweg und Karriere, Leben in Kairo, seine jahrzehntelange Korrespondententätigkeit für deutsche Medien sowie den ORF, Berichterstattung aus Syrien, Ägypten, Gaza und den nordafrikanischen Staaten, Priviligien als Journalist und Selbstzensur in Redaktionen hierzulande, organisierte Kampagnen und massiven Druck bei Berichterstattung über Israel und Palästina, Diskrepanz zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung in Deutschland und Österreich, Geschichten über betroffene Menschen vor Ort als Subjekte statt Objekte, Erfahrungen aus der Geschichte, Karims Ende als Nahost-Korrespondent des ORF in Kairo nach 22 Jahren sowie seine neuen journalistischen Freiheiten als Podcaster uvm. + eure Fragen via Raya

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Transkript anzeigen

00:00:00: So, eine neue Folge Junaiv.

00:00:01: Ich habe einen neuen Gast.

00:00:02: Wer bist du?

00:00:05: Mein Name ist Karim Ilgori.

00:00:06: Ich bin halber Ägypter, halber Deutscher sozusagen in der deutschen Mutter, ein ägyptischer Vater.

00:00:12: Ich war auch hier in Berlin studiert, Islam-Friendschaft übrigens vor vielen, vielen Monaten und hab dann angefangen als Journalist zu arbeiten.

00:00:22: Zuerst für die TATS hier in Berlin damals beim Golfkrieg.

00:00:29: Das war noch George Bush Senior Operation Desert Storm, da bin ich für damals vierzig Pfennig pro Zeile in den Krieg gezogen.

00:00:38: Und das war sozusagen der Beginn meiner Arbeit.

00:00:40: In fünfunddreißig Jahre bin ich dann seitdem jetzt hier in Cairo als Korrespondent zunächst im Detats viele andere Zeitungen auch ihren in Deutschland und in Österreich und der Schweiz und es ist dann später auch für die ARD Im Rundfunk.

00:00:58: Und dann seit zwanzig Jahren war ich Koosnett des österreichischen Rundfunks und Fernsehens

00:01:04: in Cairo.

00:01:05: Du warst?

00:01:06: War, weil mein Vertrag im Juni dieses Jahres beendet worden ist.

00:01:11: Weil du jetzt so alt bist oder an die Altersgrenze gestoßen bist... So

00:01:14: hat man das gesagt ja.

00:01:16: Das lag jetzt nicht an der inhaltlichen Arbeit.

00:01:18: Man

00:01:18: hat gesagt es ist ein Generationenwechsel.

00:01:21: Es gab aber dann natürlich in der Öffentlichkeit eine heftige Diskussion, weil es immer wieder Kritik gab gegen meine Arbeit vor den letzten drei Jahren mit Beginn der israelischen Offensive im GASA-Streifen und im siebten Oktober.

00:01:35: Und gab's immer sehr heftige Angriffe, v.a.

00:01:39: auf den sozialen Medien gegen meiner Arbeit, weil ich im Grunde, ich hab ja was von Kairo auch ein bisschen für den Gasastreifen zuständig.

00:01:50: sehr, sehr schwer war.

00:01:51: Weil wir einfach nicht reinkommen und bis heute nicht reingekommen.

00:01:54: Und du immer über die Bande spielen musst sozusagen.

00:01:56: Du musst irgendwie dort finden mit dem du zusammenarbeitest.

00:02:00: Hat dann auch einen Kameramann mit den wir da zusammen gearbeitet haben.

00:02:05: Das hat dazu geführt dass man immer versucht hat diese Arbeit zu diskreditieren.

00:02:09: So war ihn zu... Also palis-nenserfreundlich würde ich mal sagen.

00:02:15: also In der Diskussion in der Öffentlichkeit auf den sozialen Medien gab es, ist interessant.

00:02:20: Es gab so eine, ich würde mal sagen zweistellige Zahl von sehr lauten Schreiern gegen mich auf den Sozialen Medien und dann als der...

00:02:32: Zwei-stellig

00:02:33: nicht?

00:02:33: Nicht

00:02:33: tausende oder zehntausende?

00:02:34: Nein nein, das waren immer wieder die gleichen Kandidaten.

00:02:36: also was heißt Ich Bekannten israelischen Armee-Sprecher.

00:02:43: Ach du auch?

00:02:43: Ja, ich auch.

00:02:45: Und anderen, die eher in Österreich aktiv sind und ja das ging halt jahrelang so muss sagen ich habe schon ein bisschen da gehaut aber es ist so richtig losging am Anfang dann hab' ich dann schon irgendwie paar schlaflose Nächte gehabt weil's geht ja immer wieder... Es geht sofort gegen deine Existenz.

00:03:03: Geht sofort gegen eine berufliche Existenze schmeißt den raus.

00:03:07: Warum hat er kann der ORF sich noch so einen Kurs und entleisten usw.

00:03:10: Das ging dann immer wieder jede Woche weiter...

00:03:16: Entwickelt man da nicht so ein dickes Fell

00:03:21: irgendwann?

00:03:21: Ja, aber das ist schon.

00:03:23: am Anfang hatte ich schon so paar schlaflose Nächte.

00:03:26: also wo du denkst okay was passiert da?

00:03:30: Seid ihr Angst gemacht?

00:03:31: Na ja es geht so ein bisschen, die gehen ja schon direkt auf dich los, also nicht nur auf deine Arbeit sondern auf deine Person.

00:03:38: Auf dich als Koosplant, auf deine berufliche Existenz wirklich.

00:03:44: Und das ist schon... Also es ist gewöhnungsbedürftig.

00:03:47: Man irgendwann gewöhnt man sich dran und dann habe ich mir irgendwann gedacht naja gut also auf was kommt's an?

00:03:54: Es kommt darauf an dass ich mich letztendlich morgens im Spiegel anschauen kann und nicht darauf dass ich jetzt irgendwelche Leute befriedige die mich da irgendwie kritisieren.

00:04:01: Wichtig war, dass ich meine Arbeit so richtig fand wie sie gemacht habe und was dann wirklich ... würde ich sagen, mich sehr bewegt hat hinterher, weil als dieser Vertrag gekündigt wurde es wurde nicht argumentiert warum.

00:04:15: Also das wurde nur argumentiert, das wurde gesagt ist ein Generationenwechsel.

00:04:18: Du bist seit

00:04:18: bis zu zwanzig Jahre Korrespondent des ORF der Unten?

00:04:22: Und dann reden die nicht möglich mal mit dir Tare nicht?

00:04:24: Naja Sie sagen also den Vertrag ist beendet aus wir machen einen Generationenwechsel.

00:04:27: So war die Augumentation.

00:04:30: Und dann gab es schon, was mich da schon sehr bewegt habe in Österreich.

00:04:34: Also eine sehr große Wertschätzung öffentliche.

00:04:38: Es gab nicht hunderte sondern tausende E-Mails und Postings und Kommentare unter den Zeitungsartikeln und gab sogar ne Unterschriftenliste.

00:04:51: Karim soll beim ORF bleiben mit glaube ich vierundzwanzigtausend Unterschriften.

00:04:55: also da hat sich sehr viel getan.

00:04:58: Das wurde mir ja letzten November verkündet.

00:05:01: Der Ende des Vertrages war dann Ende Juni und diese Wertschätzung war schon, also letztendlich war sie für mich viel größer als die Personalentscheidung vom ORF.

00:05:12: Also gemerkt habe ich, dass du wirklich in der Öffentlichkeit zweiundzwanzig Jahre hast du da gearbeitet?

00:05:16: Es ist eher ungewöhnlich, dass ein Großdienst an einem Ort zweiund zwanzig Jahren ist.

00:05:19: Das heißt, ich war im Wohnzimmer der Österreicher gesessen beim arabischen Frühling, bei anderen palästinischen... Ja.

00:05:26: Bei Irak kriegen und bei allem Möglichen.

00:05:30: Und diese Wertschätzung war dann schon was Tolles also das Gegenstück zu diesen Schreiern auf den sozialen Medien.

00:05:38: Hast du die Wertschättung vorher nicht so wahrgenommen?

00:05:43: Ja schon!

00:05:44: Also ich habe schon gemerkt dass sie da ist.

00:05:47: Also wenn ich dann durch Wien gehe, werde ich auch angesprochen.

00:05:51: Auf meine Arbeit und solche Sachen wurde immer in den letzten Jahren.

00:05:54: Und so das hat man schon gemerkt.

00:05:55: aber ja also was ist diese lauten Schreie auf den sozialen Medien sind halt schon irgendwie die Könnte schon aus der Bahn bringen.

00:06:06: Haben sie denn quasi erfolgreich beim ORF sich beschwert oder?

00:06:10: Was wieder die internen Dinge gelaufen sind... Ich bin sicher dass es sich beschert haben die ganze Zeit.

00:06:16: Aber dafür hat man ja quasi Schäfen mit breiten Schultern,

00:06:20: die

00:06:21: sich stellen oder hinter einstellen und sagen wir hier geht es um seine Arbeit.

00:06:27: Habt man wahrscheinlich auch gemacht?

00:06:30: ich bin ja von Anfang an angegriffen worden.

00:06:31: also wirklich... Also vom achtem Oktober fing der Angriffe an mehr oder weniger.

00:06:40: Hat man wahrscheinlich eine Weile gemacht?

00:06:42: Und dann, wie gesagt, ich kenne die internen Prozesse nicht.

00:06:45: Was da genau passiert ist und was dazu welche Entscheidungen geführt hat.

00:06:49: Wie... Ist das so?

00:06:51: Wenn du jetzt ein zwanziger Jahrkurs wurde oder irgendwas, wurde dein Vertrag in jedes Jahr verlängert?

00:06:54: Ja

00:06:55: es war eine Situation wo alle zwei-drei Jahre deinen Vertrag verlängerte.

00:06:58: Du hast gar nicht so fest angestellt also?

00:06:59: Nein, ich war nicht fest angesternt sondern immer wieder neu verlängerte.

00:07:03: Okay.

00:07:05: Das war all die Jahre kein Problem.

00:07:10: Nein, das war all die Jahre überhaupt kein Problem.

00:07:11: Es war nie irgendwie eine Frage ob ich weitermache oder nicht weiter mache.

00:07:14: Ich dachte ja dass ich sozusagen zumindest bis... also ich bin jetzt zart in zweiundsechzig.

00:07:17: Ich dachte daß ich zumindest bis fünfundsechszig.

00:07:20: Dass auf jeden Fall so weiter geht und dann wurde es halt je unterbrochen!

00:07:26: Und im ersten Moment trotzdem ein Schock?

00:07:28: Ja natürlich klar ist im ersten moment das kam ja irgendwie so ein bisschen aus dem blauen.

00:07:32: Ich habe das nicht erwartet.

00:07:33: Also nach drei, nach fast Nach zweieinhalb Jahren kann man sagen, dass das auf einmal da irgendwie kam.

00:07:41: Auch nicht genau kommuniziert wie was wo warum wäre diese Entscheidung getroffen?

00:07:45: Warum ist die Entscheidung getrofft worden?

00:07:47: Das ist ja alles nicht wirklich kommuniziert worden aber das kommt ich trifft.

00:07:53: Ich habe es einfach nicht erwartet in dem Moment.

00:07:55: Das war ein Telefonat auch noch an meinem Geburtstag im letzten November wusste nicht, dass sich an dem Tag Geburtstag hatte und Aber ich habe dann wirklich relativ schnell innerhalb von wenigen Tagen mir überlegt, quatscht da irgendwie zurückzuschauen und da verbittert zu sein nämlich zu ärgern.

00:08:18: Ich habe gedacht was machst du jetzt draus?

00:08:20: Also auch dann kam diese ganze Wertschätzung.

00:08:23: Da hab ich gedacht, irgendwie da ist ja was.

00:08:26: Die haben ja eigentlich

00:08:27: weiter machen.

00:08:27: Haben die nicht gekämpft dafür dass du weiter bleiben kannst?

00:08:31: Wer?

00:08:31: Deine Fans, die Unterstützung... Ja

00:08:34: es gab diese Unterschriftenliste Es gab natürlich viele Leserbriefe und solche Dinge Und viele Leute haben beim OF angerufen

00:08:44: Hat doch niemand abgenommen oder was?

00:08:46: Naja doch doch!

00:08:46: Ich glaube die haben das schon zur Kenntnis genommen.

00:08:49: Wir haben es sicherlich zur Kennte genommen Aber die Entscheidung war ja ... in dem Fall dann auch schon getroffen.

00:08:55: Und für mich war es dann auch okay, also das war sozusagen... Eigentlich habe ich mir dann relativ schnell überlegt was macht ihr jetzt stattdessen?

00:09:05: Ich hab dann ziemlich schnell beschlossen dass ich dann auch meinen eigenen Podcast mache.

00:09:11: Willkommen im Geschäft!

00:09:12: Ja willkommen im Geschäft.

00:09:13: nach Ostner.

00:09:13: dran heißt der und läuft sehr gut ist unter den ersten zehn-fünfzehn in den Charts von Österreich.

00:09:22: Also ist nicht schlecht, dass ich verglichen mit deinem irgendwie natürlich nix.

00:09:27: Aber es läuft nicht schlecht und... Ich habe mich einfach darauf konzentriert jetzt.

00:09:32: Und ich finde das toll!

00:09:34: Was mich ja immer so bei der Arbeit im Fernsehen so wahnsinnig genervt hat, dass du immer dann daraus stehst und hast eine Liveschaltung in Österreich war sie die Zip, das ist sowas wie die Tagesschau hier in Deutschland.

00:09:47: Dann musst du da geschaltet heißt es so quasi Karim, erklär mir den Nahen Ost in einer Minute dreißig und dann stehst du da musst irgendwas halbwegs klug sagen.

00:09:56: In einer Minute Dreißig Und der Podcast ist halt genau das Gegenteil.

00:10:00: Du kannst also wirklich in die Tiefe gehen.

00:10:05: Du kannst dir Zeit nehmen.

00:10:07: Das ist auch das Gegental von diesen Schalten aber das Gegentreil glaube ich von überhaupt unser ganzen Nachrichten hamsterrat, dass wir ja erleben wo du dann irgendwelche Instagram Videos machst.

00:10:19: Da musst du dann erlaubt von den ersten sechs Sekunden musst irgendwas bombastisches haben damit die Leute sich noch die anderen eine Minute dreißig deines Videos anhören.

00:10:27: und Podcast war echt das Gegenteil davon.

00:10:30: Das ist so ein bisschen das Gegenprogramm finde ich.

00:10:35: Hier ist Tyler hier kommt die Werbung für uns selbst.

00:10:37: Kommerzfeierjournalismus sei zwei tausenddreizend nur möglich durch deine Unterstützung.

00:10:42: schauen die Infos.

00:10:43: wie hast du es vorhin nicht gewusst?

00:10:46: Nein, ich hab's ja selber nicht gemacht.

00:10:48: Ich habe mir Podcasts angehört.

00:10:51: Aber sonst sagen ... Du kannst dir ... Wie viel Spaß es macht, selber zu machen?

00:10:55: Du

00:10:55: kannst deine eigenen Themen aussuchen.

00:10:56: Das

00:10:57: war das Allerbeste.

00:10:59: Das ist die eine Sache, du kannst dir Zeit lassen.

00:11:01: Die andere Sache ist wirklich, ähm... Du kannst komplett selbst bestimmt arbeiten und das ist wirklich ... Ich kann mich erinnern, ich habe irgendwie so ... Ja, da lief der Podcast vielleicht drei Wochen oder so.

00:11:12: Und dann habe ich natürlich Gesprächspartner gesucht und hab Leute angerufen und diskutiert mit wem ich das irgendwie machen könnte.

00:11:23: Das war ein Gespräch mit dem Chef von der UNRHA in den Westjordanland.

00:11:28: Dann haben wir miteinander telefoniert ob man da vielleicht einen Podcast draus machen kann.

00:11:34: Ob ich, wo ich das unterbringe.

00:11:36: Also ein zwanzigjähriger ORF-Reflex in welcher Sendung bringe ich das?

00:11:40: Unterbring' ich es überhaupt unter wie lange zu welcher Tageszeit?

00:11:44: was weiß ich?

00:11:44: all diese Dinge.

00:11:45: und dann habe ich gedacht was für einen Quatsch!

00:11:47: Ich bin derjenige der entscheidet ob das läuft, wie lang das läuft und wie das läuft Und äh... Das ist wirklich eine tolle Erfahrung finde ich.

00:11:56: also ich hab ja wie gesagt ich arbeite seit fünfunddreißig Jahren als Journalist und natürlich immer angedockt an irgendwelche Medien.

00:12:04: Du hast

00:12:05: immer Vorgesetze gehabt?

00:12:07: Ja, vorgesetzt ist sehr weit weg.

00:12:09: Ich bin ja in Kairo gesetzt und war an dreitausend Kilometer weiter weg sozusagen und haben nicht wirklich oft in meine Arbeit reingeredet.

00:12:16: aber gerade wenn du zum Beispiel beim Fernsehen oder beim Radio geht es ja oft um wie viel Zeit kriegst du und für welche Sendung und all diese Dinge das ist ja sozusagen.

00:12:24: da sind dann irgendwie zwanzig Komponenten die dort kämpfen dass sie in diese eine Sendung reinkommen mit ihrer Geschichte.

00:12:29: Strukturelle

00:12:29: Einschränkung, das ist einfach wenig Zeit Wahrscheinlich auch mal tagespolitisch oder tagesaktuell.

00:12:38: Das waren die vorher also gar nicht klar?

00:12:39: Das war mir schon klar, aber ich mache mir nicht klar was für ein unglaublicher Befreiungsschlag das ist außerhalb

00:12:47: dieses

00:12:47: Systems zu machen.

00:12:48: Warum hast du diese Sehnsucht da vorhin nicht gehabt?

00:12:52: Ich glaube einfach weißt du wenn du in so einem Rätchen arbeitest und dann hast du deine Routine und machst dein Ding.

00:13:01: Ich meine, ich war in dem Sinne immer relativ frei.

00:13:06: Weil wenn ich es bei einem nicht untergebracht habe, hab' ich's bei jemand anders untergebraucht.

00:13:09: Also ich hab dann halt für eine Zeitung geschrieben oder andere Sachen gemacht oder ein Radiestück draus gemacht für jemand anderes.

00:13:18: Wenn du frei bist und einen großen Bauchladen hast, also sagst du viele, sozusagen potentielle Kundschaftfoto deine Inhalte hinbringen kannst – das ist natürlich auch schafft eine gewisse Freiheit.

00:13:31: natürlich, dass wenn du gut wenn der das nicht will dann bittest dem anderen an.

00:13:35: und also das ging schon aber das ist jetzt schon was anderes.

00:13:39: Also dass du diesen Podcast einfach ganz allein entscheidest, dass

00:13:45: es

00:13:46: am Ende meiner journalistischen Karriere wirklich nochmal so komplett selbstbestimmtes arbeiten finde ich toll.

00:13:53: Wie finanzierst du den?

00:13:55: Das kenne ich mich in ein paar Jahrfragen, dann kann ich dir das erzählen.

00:13:59: Zudem gehört auch, dass meine Erfahrungen am besten keine Anzeigenkunden oder Werbe-Kunden, weil die können ja auch indirekt Druck machen...

00:14:08: Ja da bin ich jetzt noch nicht!

00:14:12: Wir sind zum Beispiel spendfinanziert durch freiwillige

00:14:16: Gleichgeschichte.

00:14:16: Wenn das funktioniert ist es natürlich das optimale Konzept.

00:14:19: Ich meine, du musst halt von irgendwas irgendwie deinen Frühstück finanzieren.

00:14:25: Das ist ein bisschen das Problem dabei.

00:14:28: und ja, versuchen wir verschiedene Modelle jetzt mal schauen was bei rauskommt.

00:14:34: Wir kommen im Geschäft.

00:14:35: Wir reden über deine Karriere.

00:14:38: Ja ich hoffe nicht.

00:14:39: reden wir auch über Nahostund.

00:14:40: Machen wir noch?

00:14:41: Nicht nur meine Karrieren.

00:14:42: Aber das ist der Teil deiner Biografie.

00:14:45: Und hier sind Vorbereitungen.

00:14:46: viele Parallelen gesehen können wir wahrscheinlich immer uns ein bisschen austauschen.

00:14:51: Aber jetzt mal, wenn du jetzt fünf und drei Jahre aus Cairo gearbeitet hast.

00:14:56: Hast du jetzt quasi deine Zelte abgerissen?

00:14:58: Hat man dann eine Wohnung vielleicht...

00:15:01: Ja meine Zelte habe ich nie abgerissene.

00:15:02: Ich bin immer noch in Cairo gekommen um zu dir hier ins Studio zu kommen.

00:15:08: Nein nein, ich lebe immer noch im Cairo.

00:15:10: Es war dahin mein Lebensmittelpunkt.

00:15:12: Ich muss umziehen weil die Wohnung wo ich jetzt wohne ist sozusagen Teil ORF finanziert, weil das Saltsch-Studio zum Teil war und so.

00:15:21: Da muss ich jetzt raus.

00:15:22: Leider sehr schade, weil es ist mit Blick auf den Niel.

00:15:25: Das war sozusagen da hab' ich zehn Jahre lang... Ich glaub', ich habe noch nie so schön gewohnt wie da wenn du bist morgens aufsteht und trinkst dein Kaffee und schaust auf den Nil direkt vor dir.

00:15:38: Das muss sich leider aufgeben, weil dass kann ich mir so nicht mehr leisten!

00:15:43: Ist es leicht in der Wohnung?

00:15:44: In Cairo zu finanzieren wie Ihnen oder Berlin?

00:15:47: Wie an allen Orten in dieser Welt eine Frage des Geldes.

00:15:51: Ach so?

00:15:51: Ja klar, also Kairos ist vollkommen irre.

00:15:54: Aus allem musst du wissen dass Kairo steht zu siebzig Prozent auf der Fläche aus Armenvierteln.

00:16:03: Also überhaupt, laut Weltbank sind zwei Drittel der Ägypterinnen leben unter den Armutsgrenzer sind kurz davor da hinein zu stürzen, also zwei Drittel.

00:16:20: Und das ist schon eine andere Atmosphäre als in Berlin natürlich dann auch in Cairo und ja und sozusagen die Viertel wo du sozusagen dir selber eine Wohnung suchen würdest es dann schon wieder sehr ne Zweiundzwanzig Millionen Stadt inzwischen oder vielleicht noch mehr weiß keiner weiß genau.

00:16:36: Aber natürlich da wo du dir sozusagen eine Wohnung suchen kannst, die ist dann schon etwas begrenzter.

00:16:41: Sollste denn so auf dem Anzeigenmarkt?

00:16:43: Oder braucht man dann auch Kontakte?

00:16:44: Nee, da kennst du natürlich Leute.

00:16:46: und also ich wohne auf einer Nilinsel mitten in der Stadt in Samarit und da bleibe ich auch ja einfach nur woanders.

00:16:57: Ich glaube wir waren zweimal in Kairu und ich weiß nicht ob es daran lag dass quasi das gerade nach der Zizi-Diktatur, als sie wieder angefangen hat.

00:17:06: Aber da waren viele Straßensperren vom Militär innerhalb der Stadt?

00:17:09: Ist das mal noch so?

00:17:10: Nein, das ist vorbei.

00:17:11: Das war die ersten Monate nach der Revolution und dann ... Nein, fast ein Jahr lang würde ich sagen was.

00:17:19: Du warst etwas chaotisch natürlich auch.

00:17:22: Kannst du in Cairo freileben, hast du irgendwie Repressialien, Repressionen durch die ägyptische Diktatur zu befürchten?

00:17:30: Hast du schonmal was gemerkt?

00:17:32: Kannst du darüber reden?

00:17:34: Es gab immer mal wieder Situationen, wo ich einbestellt wurde bei irgendwelchen Artikeln einem nicht gefallen hatten.

00:17:42: Und es gibt bestimmte rote Linien die du weißt dass du da nicht... Also zur Zeit wo Badaks warst zum Beispiel die Familie des Präsidenten oder das Militär.

00:17:52: Es gibt so bestimmte Themen die du eben nicht aufmachst.

00:17:57: Hättest du dich denn daran?

00:17:59: Oder sind das so die Vorgaben für dein Visum?

00:18:01: Ja, nein.

00:18:06: Ich bin auch Ägypta, muss ich dazusagen.

00:18:07: Ich brauche kein Visum.

00:18:09: Aber man testet dir natürlich immer ein bisschen aus die Grenzen aber du weißt auch wo sie sind.

00:18:16: ja also es ist so ein bisschen so ein Katz und Mausspiel.

00:18:20: Wie ist das bei der aktuellen Diktatur?

00:18:22: Kannst du doch mit den Grenzen reden?

00:18:26: Nein eher nicht.

00:18:28: Also ich habe großer Teil meiner Arbeit, weil ich bin ja nicht nur für Ägypten zuständig.

00:18:32: Ich bin auch für die ganze Region zuständig.

00:18:34: also das heißt wir ägypten war sozusagen immer die Basis und von dort ist man halt immer verreist entweder in Irak oder nach Syrien.

00:18:45: was immer hat gerade anstand.

00:18:48: wo würdest du jetzt am liebsten grade sein?

00:18:49: In welcher?

00:18:50: in welcher teil des nahen mittleren Ostens?

00:18:53: Wir reden nachher mal ein paar brennpunkte Gaser, da kannst du nicht sein?

00:18:58: Da kann ich nicht sein.

00:18:58: Da würde ich unglaublich gerne hinfahren muss ich sagen.

00:19:01: Ich glaube alle ja.

00:19:05: Was ich unheimlich interessant fand, ich war jetzt zweimal seit dem Sturz Basha Asad in Syrien.

00:19:10: also ich war, ich glaub drei Tage nach seinem Sturzt war ich in Damaskus.

00:19:14: das sind immer so ganz besondere Zeiten.

00:19:18: In meiner Zeit in diesen thirty-fünf Jahren ganz oft erlebt diese Zeit wenn irgendwie auf einmal was Altes weg ist und dann auf einmal dieses Vakuum entsteht.

00:19:26: Ich habe das erlebt damals, zum Beispiel als Saddam Hussein dann weg war.

00:19:32: Totales Chaos auch mit den Amerikanern dort aber auch viele Iraker die sich natürlich erst mal aufgeatmet haben.

00:19:39: Ich kann mich erinnern ich bin nach Karbala gefahren.

00:19:42: da ist ein wichtiger schiitischer Schrein und es gab dann ein schiitisches Festivell und dann standen die Leute... Ich stande mit meinem Notizblock und die Leute standen Schlange um mit mir zu reden Weil das erst mal in ihrem Leben mit einem ausländischen Journalisten reden konnten.

00:19:59: Und die stecken Schlange und haben mir ihre Geschichten erzählt, und haben sich dann auch gegenseitig ihre Geschichte zugehört.

00:20:06: Das war eine tolle Atmosphäre.

00:20:07: Da kam dann eine Frau an... Also auch mit ihrer schwarzen Abaya und so.

00:20:15: Die wollten mir unbedingt ihre Geschicht erzählen.

00:20:19: Wie die Geschichte erzählt, wie sie im Gefängnis saß und dass er da war.

00:20:23: Und wie sie in dem Gefängnissen vergewaltigt wurde... Hat das alles erzählt?

00:20:27: Irgendwie auch sehr ungewöhnlich standen viele Männer rum, die auch irgendwie vollkommen buff ihre Geschichte angehört haben.

00:20:33: Aber die musste es irgendwie los werden in dem Moment.

00:20:35: Das sind so ganz ... Ganz, ganz besondere Momente finde ich.

00:20:40: Wenn man dann da irgendwie auftaucht auch natürlich mit als Basha Assad dann weg war und ich kenne Damaskos gut.

00:20:46: Ich habe damals fast ein Jahr gelebt in den vor vielen Monaten, ich glaube, aus dem Jahr Und ich kannte auch dieses ganze repressive System wirklich.

00:20:59: Also die Angst, die man hatte bei den Geheimdienstzentralen, wenn man da vorbeigefahren ist, dass man auf die andere Straßenseite gegangen ist oder das man überhaupt gar nicht gewagt hat, da draufzuschauen und dann kommst du auf einmal hin und fährst da vorbei und das Tor ist offen ja?

00:21:14: Da isst niemand mehr und dann gehst du da rein!

00:21:17: Einen Ort wo du früher noch nicht mal dich getraut hast drauf zu schauen und gehst dann rein war jemand, der uns dann durch diese ganzen Folterkeller und diese ganzen Dinger durchgeführt haben.

00:21:30: Das sind schon ganz besondere journalistische Momente.

00:21:32: Also das sind so wirklich besondere Momente!

00:21:35: Und es gibt dann immer so eine Situation wo es auch keine Bürokratie gibt die dich aufhält und nichts.

00:21:40: du kannst einfach machen was du willst.

00:21:42: also damals auch im Irak.

00:21:43: wir konnten auf einmal vorher ich war ja unter Saddam Hussein oft in dem Irak auch und wir hatten dann immer einen Minder mit uns also einem Menschen ein Aufpasser.

00:21:52: Der hat immer geschaut, was wir da machen und gesagt, dass wir alles machen.

00:21:55: Nicht wachen dürfen vor allem!

00:21:56: Und auf einmal waren die alle weg... Du konntest hinfahren wo du willst, mit den Leuten sprechen wie du willst.

00:22:02: Das fand ich schon immer zusammen mit dem Arabischen Frühling.

00:22:13: Das waren schon die Highlights in meinen letzten thirty-fünf Jahren.

00:22:17: Wenn dieses Vakuum auf einmal da ist und die Leute auf einem Merken der Deckel ist weg.

00:22:23: Und dann wirklich anfangen mit dir zu sprechen, und das hat oft ... Ich glaub für die Leute fast was Therapeutisches in dem Moment, wenn sie dann anfangen, mit ihr zu sprechen.

00:22:34: Für dich als Journalist ist es großartig, ein großartiges Gefühl.

00:22:38: Hast du denn so einen Team vorher?

00:22:40: Eine Produce oder so weiter, die dann ankündigen nach der Karim kommt.

00:22:45: In Kemperler war ich noch damals, war ich ein Zeitungstjournalist und da bin einfach nur mit meinem To-Testblot gestanden.

00:22:51: Später sind wir mit der Kamera rumgelaufen, Kameramann und auch eine Produzentin.

00:22:58: Aber du brauchst da nichts organisieren in dem Moment!

00:23:02: Die bekommen einfach das mit...

00:23:03: Du fährst dahin und ich habe gesagt okay, jetzt ist es die Geheimniszeit, die kenne ich, lass uns da mal reingehen.

00:23:09: Also er liegen sozusagen die Geschichten wirklich auf der Straße.

00:23:11: Das sind so Momente, wo du nichts organisieren musst.

00:23:13: Du gehst einfach nur hin!

00:23:15: Also das passiert bei solchen Situationen wenn es dann irgendwie Regime gestürzt werden, aber es gibt zum Beispiel auch bei Naturkatastrophen.

00:23:24: Nach dem türkischen Erdbeben war ich in der Türkei, ich war beim Erdbemen Marokko unterwegs und da brauchst du keinen Produzent oder irgendwas.

00:23:31: Da fährst du in die Dörfer im Atlasgebirge in Marokka Und dann kommen die Leute auf dich zu und die Geschichten kommen auf dich.

00:23:41: Da musst du nichts

00:23:42: organisieren.".

00:23:43: Ist es jetzt heute immer noch so frei in Syrien?

00:23:47: Nein,

00:23:47: nein!

00:23:47: Die Bürokratie hat wieder angefangen natürlich.

00:23:49: Es ist alles viel, viel komplizierter wieder.

00:23:51: Also es ist schon wieder... Du musst dich für alles Mögliche anmelden.

00:23:55: Du kannst da nicht hinfahren, du kannst hier nicht hin fahren.

00:23:57: Also das ist alle schon wieder ... Die arabische Bürokrate hat wieder vollkommen zugeschränkt.

00:24:02: Es sind immer so Momente, die existieren für ein paar Wochen oder Monate bestenfalls vielleicht mal für ein Jahr und dann kommt die Bürokratie wieder, da kommt die neue Herrschaft.

00:24:14: Wie zeigt sich das?

00:24:15: Erklär' es mal also... Herrschterpresse oder Freiheit?

00:24:19: Du fährst zwei Tage oder drei Tage, ich weiß nicht wie's war, drei Tage ist niemand an der Grenze zum Beispiel.

00:24:23: Da kommst du dahin vom Libanon her, die Libanesen haben noch eine Grenzkontrolle, kommst auf die andere Seite, da ist eigentlich so richtig niemand.

00:24:31: Auch wo ich's auch mal erlebt hab, war mit Gaddafi im Libyen übrigens.

00:24:33: Das war das andere Mal ja, da wo ich auch so ne Situation hatte als Gaddafi dann irgendwie weg war.

00:24:38: Und dann kamen wir da von Ägypten rüber nach Libyen und wir kamen nach Thürbruck, also die erste Stadt, wo du vom Ägyptenhaus reinkommst.

00:24:46: Dann haben die Leute einfach nur ... Weil die Restaurants, weil wir Journalisten sind, haben uns erst mal alle zum Essen eingeladen und so.

00:24:53: Und haben uns ihre Telefone gegeben, ihre Sim-Karten an Bewehr arbeiten können

00:24:57: usw.,

00:24:58: das sind ganz besondere Momente.

00:25:04: Das Assad-Regime ist gestürzt.

00:25:06: Jetzt ist der Westen happy quasi mit dem aktuellen Herrschaftssystem, dem Herrscher und so weiter?

00:25:13: Na ja, happy weiß ich nicht!

00:25:16: Aber das ist jetzt unsere.

00:25:17: Also das sind

00:25:19: wir uns alle.

00:25:20: Ich glaube es ist in Wirklichkeit wesentlich komplizierter als das ist unseren oder so.

00:25:25: Es ist kein Feind mehr so wie es hat.

00:25:28: Ja, ich meine es wird ja auch immer noch angeschossen weil er eben tatsächlich auch mal wirklich eine so jihadistische Organisation angeführt hat.

00:25:36: Darf man ihn nicht vergessen.

00:25:39: und diese Typen mit denen habe ich dann auch immer Tee getrunken seine sozusagen die Militionäre damals.

00:25:46: Die waren schon hart drauf.

00:25:47: also das ist... Und die übernehmen dann auf einmal einen Staat.

00:25:52: und dann ist die Frage was passiert?

00:26:00: als staatliche Institution oder benehmen sie sich immer noch anders.

00:26:03: Das ist glaube ich mega kompliziert, das ist einer der Gründe zum Beispiel in Syrien wenn wir dann wieder so Probleme hatten zb mit den Drußen im Süden und dann kommen die Sicherheitskräfte aus Damaskus um für Ruhe zu sorgen mit den Drosen und diese Sicherheitskräfte sind halt keine reguläre Polizei- oder Armee sondern sind wieder die gleichen Typen Und das heißt, diejenigen, die eigentlich im Problem lösen sollten sind selbst ein Problem.

00:26:29: Das sind so Dinge.

00:26:30: da kann zwar jemand von oben von der Spitze her sagen er möchte dass jetzt so und so regeln aber ob es dann am Boden tatsächlich so funktioniert ist noch mal eine andere Frage weil er hat ja nur die Instrumente zur Hand die er zur hand hat.

00:26:41: Ja das sind genau diese Typen und das sind immer die Situationen.

00:26:44: wo's dann wirklich brenzlig wird oder nicht weiß gibt es jetzt einer der dinge die ich in Syrien war sie Spannend finde, dass der wirklich geschafft hat.

00:26:53: Wir haben im Dezember glaube ich zwei Jahre das Sturzaussatz, dass er geschafft hat, zwei Jahre lang diesen Laden zusammen zu halten.

00:27:00: Das ist eigentlich schon ein Wunder, finde

00:27:02: ich.

00:27:03: Also wir hatten mit den Kurden im Nordosten, im Drusen.

00:27:08: dann habe mir... Ich meine es ist ein Land was unfassbar viele offene Rechnungen hat also Leute wo du einfach dein Nachbar der dich angeschwärzt hat bei den bei den Behörden, weil du auf den Demo gegangen bist und dann bist du deswegen ins Gefängnis gekommen oder musstest wegen fliehen.

00:27:24: Also es gibt wahnsinnig viele offene Rechnungen.

00:27:27: Und einfach die Tatsache dass das nicht Mord-und Tutschlag herrscht schon allein um diese Rechnung zu begleichen ist natürlich schon irgendwie ein Wunder.

00:27:38: andererseits gibt's trotzdem immer noch kein richtiges Rechtssystem was mit diesem Problem umgehen kann und irgendwo dazwischen hängt das ganze fest.

00:27:47: Wie verhindern die, dass es keinen Motentotschlag gibt?

00:27:49: Erklär uns das mal.

00:27:51: Also ich habe ja ... Ich hab meinem eigenen Podcast mal mit einem Syrer ... Habe ich als Gast gehabt, der in Wien lebt und der ihm genau diese Geschichte erzählt hat, dass er ... Dass er ... Er ist von seinem Nachbarn... Das war nicht nur sein Nachbar, sondern das war sein Spielfreund als Kind!

00:28:08: Und dieser Nachbar hat ihn angeschwärzt bei den Behörden.

00:28:11: Hat gesagt, er war auf einer Demo und so.

00:28:12: Und dann musste über Nacht seine Tasche packen und abhauen Und ist dann nach Wien gekommen

00:28:19: und

00:28:19: lebt jetzt in Wien.

00:28:20: Und ist danach nach dem Sturz-Assatz wieder zurückgekommen, um sich das einfach mal anzuschauen.

00:28:25: Nicht jetzt, um da zu bleiben erstmal.

00:28:27: Er wollte es erst einmal anschauen... ...und ist dann vollkommen zufällig diesem Nachbarn über den Weg gelaufen!

00:28:34: Und dann hat er irgendwie erzählt wie er erstmal ganz baffa und gar nicht wusste was er machen soll.

00:28:40: Dann hat er mit ihm irgendwie so ein bisschen Smalltalk gemacht.. ..und dann hat ihn einfach stehen lassen auf der Straße und er hat gesagt, ich habe mich in dem Moment unglaublich groß und stark gefunden.

00:28:52: Dass ich einfach ihn da einfach stehen lasse und einfach gar nichts mache.

00:28:58: Das fand er sozusagen... Ich fand es auch ein unglaublicher Moment der Stärke wenn du das kannst.

00:29:07: Und er hatte glaube ich wirklich Stärke draus gezogen.

00:29:09: Ich glaube sowas gibt's schon sehr häufig.

00:29:11: Hast

00:29:13: Du eine Hoffnung?

00:29:14: und demokratischen Sinne aufwärts geht, oder?

00:29:19: Ich würde es den Menschen wirklich wünschen.

00:29:21: Also ich meine wirklich... also ich weiß das nicht.

00:29:25: Vierzig Jahre lang Assad-Regime oder vierzehn Jahre lang Bürgerkrieg.

00:29:31: Die Menschen verdienen, dass es ihnen besser geht.

00:29:33: Und da geht's nicht nur um Demokratie.

00:29:35: Da geht's wirklich um ganz Basics.

00:29:39: Dass du den ganzen Tag Strom hast zum Beispiel.

00:29:44: Es gibt eine riesige Wohnungsnot weil natürlich wahnsinnig viel zerstört ist Es gibt keine Jobs.

00:29:51: Lebensstandard ist für den Großteil der Syrer eine absolute Katastrophe, das sind so Dinge die du einfach lösen musst.

00:30:00: Demokratie ist glaube ich jetzt nicht so im... Das ist nicht das Hauptding was sie in ihrem Kopf haben.

00:30:05: also sie wollen natürlich wie wieder so ne brutale Diktatur wie die Asats.

00:30:11: aber ich glaube diese Lebensstandards Dinge sind die wirklich wichtigen Dinge.

00:30:14: erstmal das muss irgendwie funktionieren Und ich war beim ersten Jahrestag dann zum zweiten Mal in Syrien, also im Dezember letzten Jahres.

00:30:22: War der erste Jahristag des Sturzes Assatz und gab es dann auch Feierlichkeiten auf der Straße und so.

00:30:31: Ich habe mit vielen Leuten geredet – das ist ja das Schöne wenn du auch arabisch sprichst kannst natürlich auch direkt bitte den Leuten reden – hab mit ihnen dann gerede.

00:30:41: Sehr viele haben mir gesagt weißt du?

00:30:45: Das was wir jetzt haben alles andere als perfekt Absolut alles, habe ich gesagt.

00:30:50: Absolut Alles ist besser als das was wir vorher hatten und das war glaube ich wirklich so das sentiment was an dem tag bei ganz vielen leuten.

00:30:58: die wussten natürlich dass es nicht perfekt ist was da gerade ist also dass sie auch den ganzen staatlichen dienstleistung in die schulen gibt's so viele viele probleme.

00:31:07: Und aber sie haben trotzdem gesagt Wir sind froh dass wir des alte los geworden sind.

00:31:12: Aber glaubst du Dass Sie Den neuen also Alshara und sein seine Leute theoretisch loswerden könnten, wenn sie wollten?

00:31:22: Oder besteht jetzt auch die Gefahr, dass jetzt quasi ein neues Regime

00:31:26: sich da erfahren kann.

00:31:27: Ich glaube, die Leute sind vor allem eins wahnsinnig müde, die wollen nicht nochmal irgendwie große Auseinandersetzung und Bürgerkriege haben, die sind einfach nur müde.

00:31:37: Die wollen endlich mal ein normales Leben führen!

00:31:40: Und ich glaube das ist ihre Priorität.

00:31:43: der das ganze zusammenhält mitunter.

00:31:46: Weil es gibt natürlich viele, viele Widersprüche und es gibt diese ganzen offenen Rechnungen.

00:31:52: Es gibt sehr viele Dinge die es anzupacken gilt aber das ist glaube ich schon so ein Grundgefühl.

00:32:02: wir wollen jetzt mal einfach mal normales Leben führen.

00:32:06: Das kann man sich glaube ich hier in Deutschland nicht vorstellen.

00:32:09: Aber wenn du zum Beispiel Iraka bist dann hast Du erlebt Erstmal bis in den Neunzigzehnten hast du erlebt, einen sieben Jahre langen Krieg zwischen Iran und Irak.

00:32:22: Dann hast du Saddam Hussein der Kuwait erobert und dann hast du den Krieg mit den Amerikanern die folgenden Sanktionen – dann wieder ein Krieg!

00:32:32: Das heißt, das sind Generationen über Generationen, über Generatione, die einfach nur immer Scheiße erlebt haben.

00:32:41: Ich glaube, das ist eine ganz große Motivation einfach irgendwo mal ein normales Leben zu haben.

00:32:47: Irgendwo mal wo es mal keinen Krieg gibt.

00:32:52: Das kann man sich eben... ich glaube nochmal nur dass man das hier in Deutschland überhaupt nicht klar ist was für ein unfassbares Privileg ist, dass man seit Jahrzehnten im Frieden lebt.

00:33:05: Es gibt ja keine kriegerischen Auseinandersetzungen, dass die meisten Leute ein Auskommen haben.

00:33:12: All diese Dinge, das sie einen Pass haben mit dem sie überall hinfahren können.

00:33:16: Das sind so Dinge da denken die Leute überhaupt nicht drüber nach.

00:33:19: Aber das sind genau solche Sachen, die diesen Menschen fehlen.

00:33:24: Hast du es mal geschafft?

00:33:26: Das hat oder Al-Sharam ein Interview zu führen?

00:33:28: Nein.

00:33:29: Ich hab mich auch nie so interessiert, mich haben immer viel mehr die ganz normalen Leute interessiert als irgendwie die großen Interviews mit ...

00:33:37: Aber mächtige Menschenintervionen

00:33:39: und ... Hab ich wirklich nicht sehr interessiert!

00:33:42: Aber es ist auch so dass du natürlich also ... Entschuldigung aber wer bist du da irgendwie?

00:33:45: Du kommst von der Tatsache, du kommst vom ORF und sagst Kali, bitte wo?

00:33:50: Wo liegt Österreich?

00:33:54: Also du kommst auch nicht an die Leute wirklich ran, also wenn du ausser du hast ein großes Medium hinter dir oder dieser Präsident fährt zum Beispiel nach Deutschland und du bist irgendwie von der ARD dann kriegst du eine Interview in dem Moment.

00:34:08: Aber normalerweise tust es nicht.

00:34:10: aber das habe mich nie interessiert.

00:34:12: Das hab ich nie sonderlich interessiert weil sowieso was kriegste da Informationen?

00:34:17: Was sagt er?

00:34:18: Der sagt immer wieder, dass ist vorhersehbar!

00:34:21: Es gibt irgendwie eine Plattform, du weißt was er sagen wird und das hat mich nie so interessiert.

00:34:30: Mich haben wirklich vielmehr immer die ganz normalen Menschen interessiert.

00:34:36: ich habe ja auch viele Kriege erlebt in dieser Zeit.

00:34:41: Angefangen vom ersten Golfkrieg

00:34:45: mit

00:34:46: George Bustinia, dem zweiten Golfkrieb Libanon kriegt es im Jahr alle möglichen Kriege.

00:34:53: Und mich hat es nie interessiert zu sagen, auch die Kriegsberichterstattung habe ich nicht interessiert.

00:34:56: also sozusagen da an die Front zu gehen und zu schauen wer da wie wo was sondern mich hat immer interessiert das erste Dorf nach der front oder das erste davor derfront.

00:35:05: also wie schaut's da aus?

00:35:07: Wie leben die Menschen?

00:35:09: und mit denen zu reden das fand ich immer viel viel interessanter.

00:35:12: ja als ich hab dann mal viele Kollegen gehabt.

00:35:14: die wollten dann so dass sie mit ihren Schusses sich investen und wollten unbedingt irgendwie da in die vorderste Front fahren.

00:35:18: das haben mich meist nicht so sonderlich interessiert Weiß auch irgendwie nicht besonders.

00:35:22: Da kannst du dich da hinstellen in deiner Schusssichererin Weston, hinter dir ist eine Rausäule und du sagst ich stehe was weiß ich hier und da?

00:35:28: Und das sieht toll aus.

00:35:29: aber letztendlich der Informationsmerat ist gleich gegen Null.

00:35:31: Ich finde es viel viel interessanter Ines erste Dorf zu gehen um mit den Leuten dort zu reden.

00:35:37: Das fand ich immer viel spannender und ich fands auch.

00:35:40: ich find's auch immer wichtig.

00:35:41: ähm...ich glaub' ich red so schnell ne?

00:35:44: Nein!

00:35:44: Alles gut Ich hab so viel zu erzählen.

00:35:48: Ich find's wichtig, dass man

00:35:49: ... Ich bremse sie schon.

00:35:50: Ich finde es wichtig auch und das passiert bei uns viel zu wenig vor allem wenn wir auf andere Länder schauen.

00:35:58: Dass man die Menschen nicht zu Objekten macht sondern dass man sie zu Objekten ihrer eigenen Geschichte macht und dass mir ihre Geschichten erzählen lässt.

00:36:08: Dass

00:36:08: du nicht über sie berichtest?

00:36:10: Sie berichten

00:36:11: über sich!

00:36:12: Ich glaub' das ist eine ganz grundsätzliche Geschichte.

00:36:14: Das war für mich immer sozusagen so ein bisschen Leidfaden in meiner Arbeit.

00:36:19: Also die Menschen zu den Subjekten ihre eigenen Geschichte machen, habe ich immer gesagt und dann wenn sich da irgendjemand in seinem Fernsehsessel in Österreich oder Deutschland zurücklehnt und sagt mein Gott wie würde ich mich in dieser Situation verhalten?

00:36:39: Was wird ich denken?

00:36:39: Was würde ich fühlen?

00:36:41: In dem Moment habe ich eine gute Geschichte gemacht finde ich.

00:36:43: Wenn das passiert Und ja, dazu musst du glaube ich zwei Dinge.

00:36:50: Du musst dich und ich glaub deswegen ist auch kein Zufall dass ich da gelandet bin wo ich gelandete so als halber Ägypter, halber Deutscher.

00:36:57: Du muss dich irgendwie auf beiden Seiten ein bisschen auskennen.

00:37:00: also du musst auf der einen Seite wissen die Geschichten finden aber du musst ihnen auch so erzählen das sie hier verstanden werden

00:37:08: und

00:37:08: das ist glaube ich... Das ist das harte Brot immer was man versucht irgendwie hinzubekommen.

00:37:16: vielleicht mal kurz bei dem Beispiel mit Subjekte statt Objekte, deiner Berichterstattengegenstände.

00:37:23: Da hatte ich mich in einem Standardinterview das du im Juli gegeben hast dieses Beispiel von einer israelischen amerikanischen Erstensausgabe in Gaza gepackt wurde dass auch anscheinlich erklärt hat kannst du das mal erzählen?

00:37:38: Also da wurde der Sohn an der Familie getötet...

00:37:40: Ja die Geschichte habe ich deswegen immer wieder erzählt weil Weil es immer wieder gefragt wird, wie arbeitet da mit jemanden in Gaza den ihr überhaupt nicht kennt?

00:37:50: Mit einem Kameramann und vielleicht ist das ein Großart bei Hamas.

00:37:54: Ich kann ja keinen Security-Check machen mit einem Kammeramann, mit dem ich arbeite.

00:37:57: Ich bin kein Sicherheitsdienst.

00:37:59: Das heißt, dann kann man den vertrauen usw.

00:38:03: Dann habe ich versucht mal zu erzählen, wie wir hier gearbeitet haben.

00:38:07: Und das war halt ... Also, dass schon sozusagen wir die Themen gesetzt haben und wir dem Kammern gesagt haben.

00:38:13: Wir erarbeitet und was er fragt.

00:38:15: Und das war so ein Fall.

00:38:16: Da gab es eben diese Essensausgaben, diese israelisch-amerikanischen Essens Ausgaben wo ja unheimlich viele Leute umgekommen sind oder schossen worden sind, Palästinenser.

00:38:29: Und wir haben dann dem Kammer gesagt, du, wir würden gerne mal... gibt's irgendwelche Familien, die jemanden verloren haben bei diesen Essens ausgaben?

00:38:39: Aber trotzdem immer wieder noch hingehen müssen, weil es gab ja nichts anderes.

00:38:43: Und dann hat er das für uns recherchiert und gesagt ich habe jetzt Familie A, Familie B die so, die so.

00:38:49: und dann haben wir gesagt okay dann nehmen die Familie B. und in dem Fall war das eine Familie die auch in einem Zelt lebte im südlichen Gasastreifen und die wurde bei dieser Essensausgabe erschossen worden ist und nicht mehr zurückgekommen ist.

00:39:08: Und jetzt der zweite Sohn, sozusagen die Aufgabe übernehmen musste dahin zu gehen und Essen zu holen mit dem Risiko jeden Tag möglicherweise auch wieder nicht zurückzukommen.

00:39:21: Und das Interessanteste bei solchen Singen ist immer die Mütter zur Interviewung was denkt diese Mutter, die einen Sohn verloren hat und die ihren zweiten Sohn gerade bei der Essensaufgabe unterwegs ist seit den Morgenstunden?

00:39:35: Das sind so Dinge, die wir halt dann im Kameramann gesagt haben Ja, geht zu dieser female Interview den Sohn.

00:39:40: Aber vor allem die Mutter darüber wie das für sie ist, dass ihr zweiter Sohn da jetzt auch jeden zweiten Tag hingeht und möglicherweise nicht wieder zurückkommt?

00:39:51: Was kommt denn dabei raus?

00:39:54: Ich glaube was dabei rauskommt, ist etwas mit dem sich dann viele Menschen identifizieren können.

00:40:01: Eine Geschichte eine kurze Geschichte.

00:40:04: bei Fernsehen sind sie halt zweieinhalb drei Minuten lang Aber wo die Leute sehen, okay scheiße.

00:40:11: Wie wird es jetzt?

00:40:12: Wenn mein Kind da ... Ich hab eins verloren und der Nächste geht zur Essensausgabe und holt das Essen.

00:40:19: Wie würd's mir dabei

00:40:20: gehen?".

00:40:20: Und das kommt in so einen Moment ja wirklich rüber, ne?

00:40:22: Das ist dann, glaub ich sehr, sehr direkt!

00:40:26: Und das ist sogar eine der Geschichten, wo ich vorhin ja schon gesagt habe also wenn du, wenn ich das schaffe dass sich jemand in seinem Fernsehsessel kurz mal überlegt wie würde es mir echt dabei gehen?

00:40:37: Und das war halt ganz wichtig, finde ich auch.

00:40:38: Weil gerade die Palästinenser im Graserschreifen sind ja oft nicht als Menschen vorgekommen sondern immer nur als Massen.

00:40:45: Die haben keine Gesichter gehabt, sie haben keine Namen, keine Vornamen, keine Nachnamen gehabt, keine Geschichten gehabt.

00:40:50: und deswegen fand ich es so wahnsinnig wichtig genau das zu leisten eben ihnen Namen zu geben in Gesichter zu geben ihnen Geschichten zu geben ihre eigene Geschichten erzählen zu lassen wieder etwas was sich immer wieder in meiner Arbeit gemacht habe, also ob ich jetzt in Syrien oder im Irak oder sonst irgendwo unterwegs bin.

00:41:13: Und dafür auch genau deswegen oft Preise gewonnen habe in Österreich, journalistische Preise weil immer mit dem Argument die Laudatius ist und man arbeitet immer sehr nah am Menschen und bei Gaza war das dann auf einmal für manche Leute ein Problem ja dass die Palästinens auf einmal als Menschen auftauchten.

00:41:30: Ich wollte fragen kann da jemand was dagegen haben wenn du?

00:41:34: Ich hatte Diskussionen in der Redaktion, wo ich gesagt habe wir haben jetzt genug menschliche Geschichten gehabt aus Gaza.

00:41:41: Solche Diskussionen hatte ich auch.

00:41:45: Okay und hättest du denn dagegen?

00:41:47: Ja natürlich hab' ich immer wieder dagegen gehalten klar.

00:41:50: Also es gibt immer... In jeder Redaktions gibt's jeden Tag irgendwie Diskussionen über wie man was macht und ob ich das noch mal wichtig finde, diese Geschichte zu machen.

00:42:03: Und das waren ... Das waren halb Jahre.

00:42:07: immer wieder Kämpfe, weiß ich nicht, aber sozusagen Auseinandersetzungen in den Redaktionen auch so dass da zum Beispiel... Ich weiß nicht, da gab es die ersten Massengräber von Palis-Nensern sind entdeckt worden im Chanyounes und dann gab's die Bilder dazu und es gab die Interviews mit den Leuten.

00:42:29: Dann hab' ich gesagt, Leute wir müssen irgendeine Geschichte machen über diese Massen gräber mit dem Palis Nenser.

00:42:35: Und dann haben wir, wie gesagt ... Wir warten jetzt mal, was die israelische Armee dazu sagt.

00:42:42: Was ich mir gedacht habe.

00:42:44: Wenn wir jetzt irgendwie in der Ukraine, in Busta, das ist der Ort, wo diese Massengräber waren und abschlachten, hätten wir da gewartet darauf, was eine russische Armeer dazu sagt?

00:42:55: Ob ihr

00:42:56: es bestätigen

00:42:56: könnt?

00:42:56: Also ganz merkwürdige ... Ganz merkwürdig ist das Verständnis.

00:43:00: In dem Moment ist da ein mögliches Kriegsverbrechen begangen und ich finde, das muss journalistisch natürlich bearbeitet werden.

00:43:11: Was sagt die israelische Armee zu ihrem eigenen Kriegs- verbrechen?

00:43:13: Natürlich nichts!

00:43:16: Das kann man auch ganz leicht argumentieren... Ja, argumentieren

00:43:19: kannst du ja ganze Menge, aber ich bin nicht derjenige, der die Geschichten unterbringt.

00:43:25: Aber das ist doch krass!

00:43:27: Na ja, aber das ist das tägliche Geschäft natürlich klar.

00:43:33: Wir reden nachher noch mal weiter über Gaza und in der Ostkam.

00:43:36: Lass uns erst einmal, bevor wir das vergessen, kurz biografische Station.

00:43:42: Oh Gott!

00:43:43: Okay.

00:43:43: Du bist dreiundsechzig in München geboren.

00:43:47: Mhm.

00:43:47: Ich sag, ich bin zwischen Biergarten- und Wasserpfeife aufgewachsen.

00:43:52: Mutter aus München?

00:43:53: Und Papa aus Ägypten?

00:43:55: Ja

00:43:56: Kannst du kurz erklären was Papa an der München gekommen

00:44:00: ist?

00:44:00: Naja es war damals... In den Ende der fünftiger Jahre hat so die ägyptische Mittelschicht ihre Söhne zum Studieren ins Ausland geschickt.

00:44:13: Und zwar damals, das war ja dann damals, muss man ein bisschen ausholen, aber sießundfünfzig war ja die Suess-Krise also sozusagen damals Verstaatung des Suess Kanals und Frankreich und England und Israel haben den Suess Kanal angegriffen und wollten ihn wieder zurückholen.

00:44:28: und da gab es dann, also die Sowjetunnel oder die USA haben es gestoppt und so.

00:44:31: Aber das Entscheidende war dass damals die ähm... Ägyptische Mittelschicht, ihre Kinder.

00:44:37: Mein Großvater war Englischlehrer am Delta, im Nildelta.

00:44:41: Dass man die Kinder nicht nach Frankreich oder nach Großbritannien geschickt haben weil es waren die Kolonialmächte noch zurzeit ganz fest im Kopf der Leute und deswegen hat man sie nach Deutschland oder nach Österreich geschickt, weil die eben nicht verwickelt waren in diese ganzen Geschichten.

00:44:55: Und so ist mein Vater in Graz gelandet in Österreich und hat da Chemie studiert Meine Mutter kennengelernt und dann kam ich.

00:45:04: Das war's dann!

00:45:07: Und so ist das passiert...

00:45:10: War der Plan, er studiert in Graz?

00:45:12: Geht zurück nach...

00:45:13: Nein, ich weiß nicht was der Plan war.

00:45:16: Er war blutjünger, er war sechzehn, als er nach Graz gekommen ist.

00:45:19: Er hat sein Abitur mit Sechzehnten gemacht.

00:45:22: Wow!

00:45:22: Ich glaube, er wurde ein bisschen überfordert.

00:45:26: Meine Mama war aus seinem Mama.

00:45:31: bei der ganzen Situation.

00:45:32: Aber ja, also in den Fall hat er einen Grad studiert und wir sind ja in München gelandet und dann habe ich das Licht der Welt in Münchern erblickt sozusagen damals.

00:45:42: War übrigens damals was ganz Interessantes?

00:45:45: Ich war die ersten bis ... Also bin dreiundseitig geboren, ich war bis fünfundsiebzig hatte ich nur eine ägyptische Staatsbürgerschaft.

00:45:51: Das wollte ich gerade fragen!

00:45:52: Und zwar weil die Mutter für die Staatsbürgerschaft damals nicht gezählt hat.

00:45:57: Es ist ein Gesetz, das in den letzten Jahren veränden wurde.

00:46:00: Dass die Mutter auch die Staatsbürgerschaft weitergeben kann.

00:46:07: Ich bin sozusagen nicht eingebürgert worden, sondern ich bin deutscher per Gesetz geworden damals.

00:46:12: Man hat einen Gesetzentwurf verändert, wodurch ich auch die deutsche Staatsbürgerchaft bekommen habe.

00:46:17: Nicht eingebürgt.

00:46:17: Das ist der Unterschied.

00:46:18: Deswegen durfte ich immer zwei Staatsbürgerschaften haben.

00:46:21: Diese Gruppe von Menschen, wie es schon auf Bürokratisch heißt, als Deutsche per Gesetz sind ... durften zwei Staatsbürgerschaften haben.

00:46:28: Und das Witzige war halt, ich hab dann in München gelebt und wir sind natürlich oft nach Österreich gefahren zum Skifahren oder in die Berge wandern oder was weiß ich mit meiner Großmutter unterwegs.

00:46:39: Ich hatte nur diesen ägyptischen Pass, ich hätte eigentlich für jedes Mal einen Visum beantragen müssen wenn ich nach Österreich fahre.

00:46:45: Meine Großmütter war da sehr pragmatisch, sie hat immer gesagt, weißt du, bin ich mit dem Postbus rübergefahren nach Tirol?

00:46:51: Und dann hat man gesagt, wenn der österreichische Grenzer kommt, dann sagst Du hast, wir haben unseren Pass.

00:46:58: Der hat dein Pass vergessen und du heißt Carl.

00:47:01: Verstehst du?

00:47:02: Carl!

00:47:03: Und ich habe immer Angst gehabt dass mich irgendein österreichischer Grenzer auf nach meinem Namen fragt weil ich nicht verstanden hab warum ich mich da jetzt verleugnen soll sondern Carl heißen soll.

00:47:12: Gott sei Dank habe ich niemand gefragt.

00:47:14: Wir sind dann immer so rübergekommen.

00:47:15: Weil bei einem kleinen Kind war es dann nicht so wichtig mit dem Pass damals.

00:47:20: Wie war das in der Schulzeit?

00:47:22: Warst du da Karim der Ägypter?

00:47:27: also Damals war das natürlich exotisch.

00:47:30: Also nicht so wie heute logischerweise, also da warst du schon irgendwie ein bisschen der Exot aber ich bin natürlich vollkommen deutschsozialisiert worden.

00:47:38: Aber

00:47:40: manchmal kommt es von extern?

00:47:42: Ja meine Mutter spricht bayerisch oder hat leider verstorben, bayerig gesprochen und also außer meinem Namen bin ich da eigentlich nicht aufgefallen.

00:47:52: Das war auch sich der Name der sozusagen anders war.

00:47:54: ja Und gut, da gab es dann schon irgendwie ... Manchmal wird man gehänselt so was als ich der Pyramidenschrubber oder eigentlich ein Blödsinn.

00:48:01: Aber im Grunde war das kein großes Thema.

00:48:03: Bei den Lehrern?

00:48:05: Hm?

00:48:05: Bei den Lehren einer Schule und so.

00:48:07: Kann mich nicht erinnern dass das irgendwie ein großes Thema war.

00:48:11: Ich habe dann auch sofort also ... Ich wurde dann irgendwie ... Nicht Karim sondern Katche genannt weil das gab damals den Katche-Schwarzenbeck bei einem Münchneren Abwehrspieler.

00:48:19: Ja.

00:48:20: Dann hat man mich einfach umgetauft sozusagen für die in der Klasse und dann war ich da Katche.

00:48:24: Und damals hat sich das auch erledigt.

00:48:27: Ich sprach abends zu Hause gesprochen?

00:48:28: Nur Deutsch!

00:48:30: Hat Papa dir arabisch beigebaut?

00:48:32: Außer die Worte du Hundesohn und ähnliches nicht, nein also aus Spaß.

00:48:37: Ne wir haben zuhause meine Mutter konnte ja kein Deutsch.

00:48:39: und damals wie gesagt in den sechziger Jahren war es so... der wissenschaftliche Stand der Dinge war.

00:48:47: Das Schlimmste, was dein Kind antuten kannst ist es zweisprachig aufwachsen zu lassen.

00:48:51: Nein!

00:48:51: Dann kommt's komplett durcheinander.

00:48:53: Also macht das auf keinen Fall ne?

00:48:55: Also wenn du dir heute überlegst dann heute schicken sie die Kinder in dreisprache Kindergärten.

00:48:58: aber damals war die wissenschaftlich stand der Dinge sozusagen...das verwirrt nur bleibt bei einer Sprache.

00:49:04: Das hab ich

00:49:05: noch nie gehört.

00:49:05: Ja ja, das war in den Sechziger Jahren tatsächlich so.

00:49:09: Wann

00:49:10: hat ihr denn nach Arabisch gelernt?

00:49:11: Später dann.

00:49:12: Ich habe da eine islamische Studie und bin nach Ägypten gegangen.

00:49:15: Ach

00:49:15: erst mal in den zwanzigern?

00:49:18: Ja, ja.

00:49:20: Okay.

00:49:20: Warst du gut nach Schule?

00:49:24: Was wollte der junge Karim werden?

00:49:26: oder war von Anfang an klar, du machst irgendwann Islam und Politikwissenschaften

00:49:29: und Studium?

00:49:30: Nein, nein überhaupt nicht!

00:49:32: Wir waren ab und zu mal im Sommer in Ägypten oder so.

00:49:34: aber es hat mich nie so wirklich gepackt.

00:49:37: Ich ging teilweise auch politisch, bin sozialisiert worden mit Was weiß ich?

00:49:42: Nicaragua Solidarität, El Salvador und Zentral Amerika.

00:49:45: Und ich wollte irgendwie zum Kaffee pflücken nach Nicaragua in Solidaritet und all diese Dinge.

00:49:50: Also der Nahe Osten habe mich zunächst einmal überhaupt nicht wirklich interessiert.

00:49:55: Das hab' mich dann wirklich später gepackt.

00:49:57: Ich glaub', das ist alles zu kompliziert usw.

00:50:00: Und es kam dann wirklich... Es kam dann mit dem Studium...

00:50:05: Warst du gut in der Schule?

00:50:08: Bei der Schule war ich nie besonders gut, weil es so viele Fächer waren die mir einfach nicht gefallen haben.

00:50:13: Im Studium war ich dann wieder sehr gut, das war sozusagen etwas was ich wirklich machen wollte und es mich interessiert hat.

00:50:18: da habe ich dann wirklich sehr gut abgeschlossen.

00:50:21: aber Schule ... Das war für mich so... Da waren so viele Dinge die mich überhaupt nicht interessiert haben.

00:50:25: War dein Eltern das wichtig?

00:50:28: Ja!

00:50:29: Ich bin der erste in meiner Familie an die Universität gegangen ist, ein Universitätsabschluss hat.

00:50:39: Mein Vater hat keinen Abschluss gemacht in Graz, er hat nicht fertig gemacht sein Studium.

00:50:43: also ich bin tatsächlich der erste der mit den Universitäter Abschluss hatte und das war schon wichtig und für mich auch wichtig!

00:50:48: Also ich habe ja selber drei Kinder und da hab' ich schon ziemlich gepusht weil ich denke Bildung ist schon irgendwie das absolut Entscheidende.

00:50:57: Ich merke das auch einer der Dinge, wo wir so unglaublich privilegiert sind und ich lieber darüber nicht nachdenken.

00:51:03: Dass sich irgendwie das Privileg hatte am richtigen Ort der Welt geboren zu sein und eine kostenlose gute Ausbildung zu bekommen ist ja echt ein Wahnsinn.

00:51:11: haben die meisten Menschen auf dieser Welt nicht.

00:51:13: Das sind es auch wieder so Dinge... also wenn ich halt ja oft so Vorträge und so weiter sehr viel in Österreich und ich rede sehr viel über diese Privilege was das irgendwie bedeutet?

00:51:24: Ich gehe auch in Schulen Zum Beispiel in Österreich.

00:51:28: Genau, ich erzähle meistens so Geschichten wie eine Geschichte als damals... ...als diese ganzen syrischen Flüchtlinge was Mittelmeer geflohen sind von Ägypten aus.

00:51:42: und es war ne Gruppe von hundertvierzig Flüchtlingen die mit dem Schiff rausgefahren sind und vierzig Kinder darunter Und die ägyptische Küstenwache hat das Boot aufgebracht hat, zum Stoppen aufgefordert.

00:52:03: Die Schlepper haben es mit der Angst zugekommen sind weiter gefahren die Giptische Küstenwache hat das Feuer eröffnet und drei der Flüchtlinge auf dem Schiff sind dabei erschossen worden und der Rest ist dann wieder an Land gebracht worden in eine Polizeistation in der Nähe von Alexandria und da habe ich sie dann besucht eine Woche später.

00:52:27: Hundertvierzig Leute minus drei Und dann saß ich da vor dem dreizehnjährigen Abraham.

00:52:35: Das war derjenige, der vorher.

00:52:41: neben ihm ist seine Mutter erschossen worden auf dem Schiff und sitzt dann vor dem.

00:52:47: Ich mache diesen Job ja nur wirklich seit so vielen Jahren aber es ist immer so.

00:52:53: was sagst du denn in den Moment?

00:52:54: Also gibt's irgendwelche Trostworte die ich ihm sagen kann?

00:53:00: Was frage ich denen?

00:53:01: Und dann habe ich ihn gesagt, sag mal über ihm was hättest du gemacht?

00:53:06: Wenn das mit deiner Mama nach Italien geschafft hätte.

00:53:10: Und er hat kurz überlegt und hat gesagt, da wäre ich endlich wieder zur Schule gegangen!

00:53:18: Und wenn du so eine Geschichte erzählst in einer österreichischen Schule und du hast deine Aula voll mit zweihundert Schülern... Dann ist es Mux-Mäuschen still.

00:53:30: Sitzen wirklich alle damit auf den Mund?

00:53:32: und dann sage ich ihnen was?

00:53:33: Das, was euch jeden Tag nervt in die Schule zu gehen, war der größte Traum.

00:53:40: Das sind dreizehnjährigen Ibrahim und ich glaube solche Verbindungen muss man glaub ich wirklich herstellen damit die Leute das wirklich ankommt auch die Privilegien ankommen.

00:53:51: Ich rede sehr gerne in Schulen weil es also ich merke dass das was bewirkt bei den Schülern wenn du dann da also da kommt dann noch viele Nachfragen und so merkst du dass solche solche Geschichten?

00:54:02: Was bewirkt mich, sage ich auch immer wieder so.

00:54:04: Es gibt noch bestimmte Geschichten nicht immer wieder Erzähle weil ich sie einfach so wichtig finde.

00:54:07: es gab eine ... Eine Syrerin die mit ihren vier Töchtern übers Mittelmeer gefahren ist Auch wieder auf dem Weg nach Italien und die... Das Boot ist dann untergegangen.

00:54:25: das war einer dieser untüchtigen.

00:54:29: Sehuntüchtige Schiffe ist untergegang Soha hieß sie Und so hat er als einziger eine Schwimmweste an Und sie hatte vier Töchter dabei, im Alter zwischen drei und elf Jahren.

00:54:43: Und dann hat es erzählt wie sie da irgendwie über Wasser gestrampelt hat, über Wasser zu bleiben.

00:54:48: aber eine Schwimmweste trägt keine fünf Menschen mehr.

00:54:53: Dann sagte sie, wie sie sie überlegt hat was mache ich jetzt?

00:54:58: Welches meiner Kinder lasse ich los nachts in Mittelmeer?

00:55:03: Und dann kann man sagen Sie konnte sich nicht entscheiden!

00:55:05: Und dann ist das erstes ihr jüngste Töchter im Mittelmeersnacht nie mehr abgetaucht.

00:55:11: Zweite und dann die dritte Tochter.

00:55:13: Und dann ist die vierte, und sie noch vor der Küstenwache aus dem Wasser gezogen worden, damit so, ob diese Geschichten noch irgendwie erzählen kann.

00:55:19: Das erzähle ich dann in einem Raum mit zwei, dreihundert Leuten in Österreich und dann sage ich ihnen, sag mal, Hand hoch!

00:55:27: Wer von euch hat sich seinen Geburtstag ausgesucht?

00:55:31: Dann geht natürlich keine Hand hoch.

00:55:32: Es ist reiner Zufall, dass er nicht in Gaza oder in Syrien oder in Mosul oder was weiß ich... sonst irgendwo auf dieser Welt geboren, in Sudran geboren seid.

00:55:44: Das ist reiner Zufall!

00:55:45: Ihr habt den Sechser im Lotto gezogen und das denke ich mir macht euch das bewusst weil da fängst du an die Leute auf Augenhöhe zu sehen in dem Moment wenn du das kapierst dass du eigentlich nichts gemacht hast.

00:56:03: wir haben nichts gemacht dass wir jetzt hier diesen schönen Studio sitzen mitten in Berlin.

00:56:08: Wir könnten ganz genau so irgendwo anders Sitz.

00:56:10: nur, du könntest genauso im Mittelmeer schwimmen und überlegen welcher meiner Kinder las sich los.

00:56:14: Und das ist so eine ganz simple Erkenntnis glaube ich die Leute wirklich dann auf einmal parkt.

00:56:20: Also mit solchen Geschichten kannst du wirklich die Leute... Du merkst wie es in deren Köpfen rattet.

00:56:27: In solchen Momenten Und ich glaube solche Sachen sind ganz wichtig.

00:56:31: Es ist ein bisschen ... Ich trage das manchmal fast so bis erst meine Mission, den Leuten einfach mal klar zu machen was für unglaubliche Privilegien sie eigentlich haben.

00:56:38: und ich finde nämlich auch dass aus diesen Privilegen nicht nur sozusagen wie sagt man modesty Das Bescheidenheit rauskommen sollte als dass man diese Privilegon hat Sollte einen dankbar und bescheiden machen aber dass damit auch eine Verantwortung her geht Eine Verantwortung, dass du dich eben auch um andere Leute kümmerst.

00:57:03: Weil du den Sex im Lotto gezogen hast.

00:57:06: und das ist so ein bisschen eine Botschaft die ich immer wieder versuche an die Frauen dann dem Mann zu bringen.

00:57:11: Hast

00:57:12: du manchmal das Gefühl, dass es auch Abwehrreflexe gibt gegen dieses Aufzeigen von Privilegien?

00:57:20: Nein, also überhaupt kein einziges Mal.

00:57:23: Kein einziges mal... nein!

00:57:24: Es fangen Leute an zu weinen und kommen dann hinterher und sagen nochmal dass sie diese Geschichte zum Nachdenken gebracht hat und so weiter.

00:57:33: Nee du hast überhaupt keine Abwehrreaktion.

00:57:34: Du erwischst die Leute irgendwie frontal in dem Moment.

00:57:40: Und ja ich finde das unglaublich wichtig.

00:57:44: Diese privilegien Geschichte ist unglaublich Wichtig.

00:57:47: Ich habe jetzt gerade auch Es gibt auch andere gesellschaftliche Privilegien und Gruppen, die Privilegen haben.

00:57:55: Männern und Frauen.

00:57:57: Patriarchale Strukturen, wir Männer haben strukturell Privileggen gegenüber Frauen.

00:58:03: Und ich habe das Gefühl, dass ein Teil von Männern einfach darüber gar nichts wissen will

00:58:08: bzw.,

00:58:08: dass gar nicht einen sich heranlassen will.

00:58:10: Ich glaube, die

00:58:11: Leute denken meistens überhaupt gar nicht mal drüber nach.

00:58:14: Genau!

00:58:16: Das ist so eine Selbstverständlichkeit.

00:58:22: dass wir hier in einer Demokratie leben mit all den Problemen, die sie hat.

00:58:25: Dass wir relativ freie Medien haben.

00:58:28: Also manche... Aber ich sage, verglichen mit dem, was ich so jeden Tag an Staatsmedien erlebe und solche Dinge, da denken die Leute einfach nicht immer nach.

00:58:38: Die finden das selbstverständlich.

00:58:39: Und es ist überhaupt nicht selbstverständig!

00:58:42: Und ich glaube, das muss man denn immer wieder wirklich klarmachen.

00:58:48: Ja aber es ist ja auch natürlich ein bisschen einfacher manchmal sich dann das lange abzuwehren, dass nicht an sich heranzulassen.

00:58:58: Weil man denn zum Beispiel nicht diese auch vielleicht schmerzhaften Gedankengänge mal durchlaufen muss?

00:59:07: Also wie gesagt meine Erfahrung ist es die Leute hinterher kommen und Danke sagen für die Geschichte.

00:59:12: Ja also das ist nie keine Abwehrreaktion.

00:59:16: Es löst was aus in der Regel.

00:59:19: Das ist guter Journalismus.

00:59:22: Ja, ich mein, wozu mach' ich das jetzt?

00:59:26: Das ist schon irgendwie so.

00:59:26: Dinge die du dann denkst.

00:59:30: Das ist für mich auch eine Lehre aus dieser Zeit.

00:59:32: Ich höre ja auch zu diesen unglaublich privilegierten Menschen und mir wird es jeden Tag vor die Nase gehalten.

00:59:39: Hier ist es so schwierig weil du bist oft weit weg davon oder aber ich sehe diese Geschichten jeden Tag Und ich denke da so viel drüber nach und finde dass es so wichtig ist das zu teilen.

00:59:50: Also, weil natürlich auch dieser Job da seit thirty-fünf Jahren überall in der Regierung rumzufahren und in allen Flüchtlingslagern oder in allen, was weiß ich, missarrabelten Situationen usw.

01:00:01: natürlich zum Nachdenken bringt es selber auch.

01:00:05: Klar!

01:00:06: Versuchst du mir deine Arbeit, die Welt ein bisschen besser zu machen?

01:00:09: Kann man das sagen?

01:00:11: Oder sich einfach nur abzubilden... Oder durch die?

01:00:14: Nein,

01:00:14: ich möchte schon also besser machen ist so ein großes Wort.

01:00:17: nein aber Ich Möchte sozusagen schon dass die leute

01:00:19: ich glaube die

01:00:19: Dinge verstehen.

01:00:20: Ich glaube keiner von uns will die Welt schlechter

01:00:22: machen.

01:00:22: Nein Aber das wird ja sagen ich will schon dass Die Leute Dinge Ein bisschen Besser Verstehen und Dass sie auch zum Beispiel Verstehn Das wie wahnsinnig ähnlich sich Menschen sind.

01:00:31: Also wir tun Ja Immer Sozusagen die Unterschiede.

01:00:34: Aber Ob Du Jetzt In Irgendem Flüchtlingslager irgendwo in der Region bist oder ob du hier bist, die wollen schon alles gleiche.

01:00:42: Die wollen irgendwie das in Frieden leben.

01:00:45: Sie wollen dass sie irgendwie halbwegs ein vernünftiges Auskommen haben und sich nicht um ihre Existenz fürchten müssen.

01:00:51: Sie wollen, dass ihre Kinder in die Schule gehen und eine gute Ausbildung haben.

01:00:54: Da unterscheiden wir uns noch überhaupt nicht durch gar nichts.

01:00:56: Das heißt diese Ähnlichkeiten, die wir haben sind ja viel viel größer und an die kann man so gut andocken.

01:01:04: Das ist ja genau der Moment, wo ein Mensch dann der andere Mensch hier sagt.

01:01:06: Was würde ich denn in dieser Situation machen?

01:01:08: Weil in dem Moment die Mutter, die irgendwie die Geschichte hört von was die Mutter sagt mit ihrem Sohn, der in Gaza irgendwie zur Essen stelle das will keine Mutter haben diese Situation egal wo.

01:01:22: Das heißt was ich so wichtig finde auch es ist die Ähnlichkeiten und wir leben ja gerade in Zeiten wo es genaues Gegenteil passiert wie man uns ständig erzählt wie unterschiedlich wir sind.

01:01:38: Für mich war das schon immer wichtig, Brücken zu bauen.

01:01:43: Aber was ich natürlich merke jetzt gerade in unseren Zeiten ist, dass es so viel wahnsinnig anstrengend ist, Brücke zu bauen und so leichtes sie zu zerstören... Da hast du jetzt dreißig oder fünfunddreiß Jahre gearbeitet und jetzt musst du diesen Sohn scheiß anhören!

01:01:59: Das ist manchmal schwer zu ertragen finde ich.

01:02:02: Warum hast du denn...?

01:02:04: Islam, Politikwissenschaften

01:02:06: gemacht?

01:02:06: Weil ich Journalist geworden wurde.

01:02:07: Das war das Ziel.

01:02:09: Warum gehst du nicht an Journalisten-Schule oder so?

01:02:12: So wie ein richtiger Journalist... Nein,

01:02:13: weil mit Leuten damals gerede ich und habe gesagt, nein, zur Kommunikationswissenschaft ausreichend ist es handenschön.

01:02:21: Fokussiere dich auf irgendwas was sozusagen eine Marktlücke ist, was gebraucht wird.

01:02:26: Arabisch, die sich mit einer Region auskennt.

01:02:29: Und das ist dann der Moment wo ich meinen eigenen Wurzeln entdeckt hab.

01:02:33: Okay, was kann ich machen?

01:02:35: Was irgendwie Besonderes ist.

01:02:37: Was nicht viel gebraucht wird.

01:02:40: So ist es gelaufen damals.

01:02:42: Hattest

01:02:42: du vorher mal Schülerzeitung gemacht oder ne, manchmal schon mal gejobbt als Journalist?

01:02:45: Oder war dir vorher gar nicht

01:02:47: klar ... Nein wir haben ... Ich hab relativ viel mit Journalisten zu tun gehabt bei meinen Vater ... Gott, das ist jetzt meine Familiengeschichte!

01:02:54: Aber mein Vater beim Olympia-Attentat neun Jahrzehntseinzebzig Als die Palästinenser, die israelischen Sportart, wo sie gewohnt haben, gestürmt haben und dann Geiseln genommen haben.

01:03:11: Mein Vater war damals, hat damals vermittelt zwischen den deutschen Behörden und den palästinschen Atemtäter Und Hat ja alles nicht funktioniert.

01:03:23: also es gab da so dem Plan das Er war noch mit zwei anderen Arabern dabei, also es waren so eine rein arabische Delegation die so ein bisschen schauen sollten was ausloten sollte.

01:03:33: Was kann da passieren?

01:03:35: Und er hat dann so den Plan entwickelt dass die Atemtäter zusammen mit den Geiseln nach Cairo ausgeflogen werden und dann getrennt werden sie zu sagen die Geiselnehmer lösen sich auf Die Geisel kommen über Zypern wieder zurück nach Israel.

01:03:50: Das war alles die Idee und dann haben Sie aber natürlich später gemerkt das sie nur verwendet wurden, um Zeit zu gewinnen.

01:03:55: Um diese Befragungsaktion in den Flughafen von Fürstenfeldbrug, die er vollkommen gescheitert ist oder am Ende alle tot waren, alle geil sind tot waren.

01:04:02: Das hat man also sagen einfach nur zum Zeitgewinn benutzt.

01:04:06: aber er hatte es damals gemacht und der ist dann hinterher ausgewiesen worden aus Deutschland zweieinhalb Jahre lang.

01:04:13: Man hat sozusagen alle Leute ausgewiesen, die irgendwie so aktiv waren damals in dieser Palästina Solidarität usw.. Und er war dann zweieinhalb Jahre weg.

01:04:22: Er waren alles für den Paulis Nenser und mein Vater, der Ägypte damals aussieht.

01:04:27: Das war in München damals ein großer Fall.

01:04:29: Da sind dann auch viele Journalisten natürlich bei uns da Hause aufgetaucht und haben Interviews gemacht mit meiner Mutter oder ich war damals zarte acht oder neun Jahre alt.

01:04:42: Aber da habe ich das erste Mal sozusagen gemerkt, da gibt es sowas wie Journalisten damals.

01:04:48: Hat dich nie losgelassen?

01:04:50: Das war natürlich eine Familiengeschichte, die einen geprägt hat logischerweise.

01:04:57: Wenn dein Vater um fünf Uhr morgens abgeholt wird von der Polizei.

01:05:02: Wo ist er denn hin?

01:05:04: Er ist dann nach Ägypten und war dann im Libanon.

01:05:07: Und nach zweieinhalb Jahren hat das geschafft – das war damals eine Verwaltungsentscheidung – ein Prozess ... ins Laufen zu bringen in Deutschland für seine Rückkehr.

01:05:20: Und das dauert dann nach zweier Labe an, durfte zurück und dann gelieft der Prozess noch je wie weiter und irgendwann endete es Ganze mit einem Vergleich dass er sozusagen beendet ist.

01:05:35: also er kann in Deutschland bleiben aber er hat als waren vergleichen außergerichtlich weil gleich aber kein Schadenersatz fordern von dem.

01:05:43: damals war das das Land Bayern.

01:05:46: Also das war der Vergleich damals.

01:05:47: Er konnte zurück, aber wurde nie anerkannt dass ihm sozusagen Unrecht angetan wurde.

01:05:52: Und ihr habt zu Hause mal gewartet?

01:05:53: Dass er zurückkommt?

01:05:56: Ja muss in den siebzigern gewesen sein oder was?

01:05:58: Nein

01:05:58: es war die Zwei- und Sein-Siebzigzehnte hat danach.

01:06:04: Islam und Politikwissenschaften.

01:06:06: Und dann hast du im Studium es arabisch gelernt.

01:06:10: Wie leicht ist das denn noch?

01:06:14: Schwier.

01:06:19: Ich bin ja auch so eine Wandel der Identitätskrise, du wirst dein ganzes Leben lang weiß ich nicht genau zu wem du da eigentlich richtig kürst.

01:06:28: Es fragen mich bis heute Leute in Österreich und Deutschland sagen wir wirklich es gibt heute noch Leute die mich irgendwann mal fragen sagen wir Karim was ich schon immer mal wissen wollte wo hast Du so gut Deutsch gelernt?

01:06:46: Antwort ich meist mit einer Gegenfrage und sage, wieso?

01:06:49: Wo hast du denn Deutsch gelernt?

01:06:50: Und dann gucken sie mich ganz verwundert an.

01:06:52: Ich habe das auch mit meiner Mutter mich eingesogen.

01:06:56: Dann kommst du nach Ägypten und dann sagen die Leute sag mal, warum sprichst du so komisch Arabisch?

01:07:05: Du gehörst nie dazu!

01:07:07: Du versuchst dein ganzes Leben lang.

01:07:09: also erstmal wirst du hundfünfzig Prozent deutscher sein oder möchtest du hundertfünfzehn Prozent Ägipter sein?

01:07:13: klappt wieder auf der einen noch auf der anderen Seite Und irgendwann schließt es damit Frieden, dass du einfach anders bist.

01:07:20: Ja und ich glaube auch das zum Beispiel dieser Job als Korrespondent ist genau die Nische logischerweise in der ich gelandet bin.

01:07:27: Ist ja kein Zufall.

01:07:30: Also du hast immer so ein bisschen beobachter Status weil du nicht richtig dazugehörst und das ist echt ganz normalist ganz gut.

01:07:37: Ja kann auch

01:07:42: verteilen.

01:07:42: Ich erlebte es jetzt wieder bei meinen Kindern, die haben wieder erlebt.

01:07:45: Also dieser Versuch irgendwie dazuzugehören verzweifelt und dann irgendwann sozusagen damit Frieden zu schließen dass das irgendwie nicht so wirklich

01:07:53: klappt.

01:07:54: Man muss nicht viel erzählen aber erzieht ihr dich zweisprachig?

01:07:58: Also Zuhause-Deutsch?

01:07:59: Meine Kinder?

01:08:00: Ja?

01:08:00: Die sind in drei Spracheig.

01:08:01: Drei Sprachen?

01:08:02: Englisch, Arabisch...

01:08:03: Die sind jetzt schon alle groß also aus der Haus Aber sie sind alle dreispracheig aufgewachsen.

01:08:08: Okay Studium Islam Politikwissenschaften Nie bereut, arabisch gelernt.

01:08:13: Welches Arabisch hast du gelehrt?

01:08:14: Ich erinnere mich, ich hatte mal Michael Lüders für Ewigkeiten und er meinte so, der hat dann dieses Hoch-Arabische

01:08:19: gelernt.

01:08:20: Ja ja, wir haben natürlich genau das hoch-arabische.

01:08:23: dann habe ich wie gesagt einmal ein Jahr lang, fast einen Jahr lang in Damascus arabisch gelernt.

01:08:28: Dann hast du das syrische Arabisch gelernt, da bin ich nach Ägypten gekommen und sagen, was machst du mit dem komischen syrisch-arhabisch?

01:08:33: Also es ist irgendwie schön jetzt, dass Ägyptische wird überall verstanden Weil die Filmindustrie, das arabische Hollywood ist in Ägypten immer gewesen.

01:08:49: Letzten Jahren weniger aber traditionell ja und die Leute kennen alle ägyptische Filme.

01:08:53: und wenn du im letzten Atlas-Gebirge in Marokko bist in irgendeinem Dorf verstehen die ägyptisch übers Fernsehen.

01:09:00: Und manchmal bin ich dann irgendwie was es sich durch Palästinsalaga dann irgendwie im Libanon oder so.

01:09:04: und dann haben sie gedacht ... Die Kinder haben gedacht... Ich bin Schauspieler weil ich so rede wie die Leute im Fernsehen bei den Filmen und so.

01:09:12: Das Ägyptisch wird überall verstanden, was leider nicht heißt dass du die Leute alle verstehst.

01:09:18: Du bist ab einundneinzig nach Cairo gegangen.

01:09:23: Wie hast du denn dann mal quasi deinen Journalismus angefangen?

01:09:25: Du hast gesagt, was für Zeitungen geschrieben oder so weiter.

01:09:27: Hast du quasi... Kann man anfangen

01:09:27: mit der Tanz!

01:09:28: Ja.

01:09:29: Wie landet man da?

01:09:30: Warum den Tanz?

01:09:31: Wie landet bei Badatatz?

01:09:32: Ich war da, der Golfkrieg fing an und ich ...

01:09:35: Und du so, ich würd dahin fahren?

01:09:37: Nein.

01:09:37: Ich war dann in Cairo um irgendwie für einem Rahmen meine Studiums eine Arbeit dazu zu machen.

01:09:43: Dann fing der Krieg an und diese Studie hab mich im Moment nicht interessiert genauso wie meine Leute, die ich intervieren sollte für dieses Studium zwar über islamisches Bankenwesen.

01:09:54: Und dann habe ich bei Badats angerufen, ich bin hier, brauchte jemandem und dann haben sie gesagt schick uns mal irgendwie ein zwei Sachen!

01:10:01: So hat es angefangen damals.

01:10:03: Und dann haben sie

01:10:06: dich behalten?

01:10:06: Ja, bis heute.

01:10:08: Ich arbeite immer noch für die Tats.

01:10:10: Ohne Unterbrochen!

01:10:11: Fast ohne Unterbrochung... Es gab mal so eine Zeit um zweitausend.

01:10:21: da war ich mal kurz bei der Berliner Zeitung statt bei der Tatz bin da aber nicht wirklich glücklich geworden.

01:10:27: Warum?

01:10:28: Weil ich dann irgendwie dann war nine eleven und Ich habe relativ schnell, relativ kritisch geschrieben über diese ganze Nine Eleven und Antiterror-Kampf usw.

01:10:41: Und das war damals ... Da war ich in meiner Zeit glaube ich ein bisschen voraus damals.

01:10:46: Das fand ich, die haben mich dann aufs Abstegleis gestellt und da bin ich wieder zurück zur Tat.

01:10:52: Hier ist Hans der informelle Alterspräsident hier aus Erfahrung geborener Hinweis es lohnt sich junge naiv zu unterstützen per Überweisung oder Paper guckt in die Beschreibung Das ist gleich ein ganz anderer Hörgünness.

01:11:07: Ehrlich!

01:11:08: Du hast recht schnell gemerkt, dass das amerikanische Racherfeldzug katastrophal ist.

01:11:13: Ja

01:11:13: natürlich.

01:11:14: Warum hast du so schnell gemerkt?

01:11:19: Nein ich habe auch gemerkt sozusagen was... wie soll ich das sagen?

01:11:26: Also dieser Beladen war ja für bestimmte Leute in meiner Region eine Art Robin Hood Figur also jemand der es ihnen endlich mal gezeigt hat sozusagen.

01:11:33: Also du hast gemerkt auf beiden Seiten herrscht Irsin.

01:11:36: Und dann ging irgendwie diese Antiterror-Geschichte los mit Afghanistan und dann natürlich vollkommen absurderweise mit Irak, ist ja irre!

01:11:47: Ich war jetzt gerade vor Monat wieder im Bagdad und in Pferluja unterwegs.

01:11:53: Zum Abzug der Westlinien?

01:11:54: Das gingen um den twenty-fünfjährigen Jahrestag neuneleven und sozusagen einer der Ergebnisse war der Antiterrorkampf und die Invasionen im Irak was da an Biografien kaputt gemacht wurde.

01:12:08: Ich hab dann irgendwie Leute getroffen, die in dem Abo-Rebgefängnis waren.

01:12:15: damals.

01:12:15: ich weiß nicht ob ich erinnern kann, aber es gab ja diese berühmten Bilder mit den Pyramiden mit nackten Menschen oder nackte Männer mit Hundeleine und amerikanischen Soldatinnen, die sie natürlich das Bild führen und solche Sachen.

01:12:28: Und ich habe dann jemanden getroffen der dieser Pyramide war.

01:12:38: Ja, vollkommen fertig mit der Welt.

01:12:40: Das ist jetzt über fast vierzehn Jahre her und ja, er ist einfach kaputt.

01:12:50: Der hat sich nie wieder davon erholt.

01:12:52: Er kaut sich jeden immer seine Knöchel auf.

01:13:01: Also er hat so offene Hände, offene knöcheln, die kauten sich immer auf bis heute.

01:13:06: Es ist über zwanzig Jahre her.

01:13:08: So traumatisiert Kann sich natürlich weder irgendwie Saal beleisten, um gar nicht zu sprechen von psychologischen Hilfe oder so.

01:13:19: Der ist einfach damit vollkommen alleine gelassen.

01:13:22: Hat auch nie irgendeinen Zent gesehen von den Amerikanern dafür was sie mit ihm gemacht haben und so.

01:13:29: Das war auch... das habe ich auch umgehauen die Geschichte.

01:13:31: Wie immer zwanzig Jahre später immer noch vollkommen fertig mit der Welt ist und auch in seiner eigenen Gesellschaft sogar noch ein bisschen verpönt.

01:13:38: Also er muss alle paar Monate zieht da umwenden, wenn sich's rumspricht dass er dabei war weil er sich schämt.

01:13:44: Weil er nackt irgendwie auf den Fotos usw.

01:13:49: Es ist wirklich harte Geschichte!

01:13:51: Und für diese Sachen ist nie jemand zur Rehenschaft gezogen worden.

01:13:56: Für einen Krieg der angefangen wurde unter falschen Tatsachen, also von Massenvernichtungswaffen.

01:14:04: Vöker wird recht

01:14:05: eindriger angespannt?

01:14:05: Eigentlich hätte schon George W Bush vor dem Internationalen Stachgericht zurückgehört damals für das was sie im Irak gemacht haben nie irgendjemand zur Rechenschaft gezogen worden sei.

01:14:16: ich irre und Ich glaube, Millionen zerstörter Biografien.

01:14:22: Ist

01:14:22: Toni Blair jetzt nicht?

01:14:24: Na der

01:14:24: Gottzwin, ja der ist

01:14:25: ja... Das war bei Gaza auf einem

01:14:27: Board.

01:14:27: Ja das finde ich anerböckig.

01:14:29: also der sollte eigentlich auch aus Kriegsverbrecher irgendwo vor irgendeinem Gericht sitzen wegen dieser Irak-Geschichte und der ist dann in Gaza Peace Boards, wenn die Araber da drauf schauen und Blair sehen kriegen sie Zustände.

01:14:46: Der hat natürlich diesen Hof, das ist eigentlich der Kriegsverbrecher.

01:14:50: Und jetzt sitzt er im Friedensrat von Gaza.

01:14:54: Was zu den letzten Gazer in Irak?

01:14:58: Weil US-Truppen sind abgezogen.

01:15:00: Die Bundeswehr zieht das auch ab oder ist schon abgezogen?

01:15:04: Wie sehen die irakischen Menschen das?

01:15:07: Sind die froh endlich weg mit dem westlichen Truppen?

01:15:11: Hast du dann ein Gefühl für

01:15:12: ... Nee sie sind einfach

01:15:14: ... Es kommt

01:15:15: immer sehr drauf an, wenn du fragst und wie natürlich die Amerikaner irgendwann total verhasst.

01:15:22: Also es gab ja viele... Ich habe auch Leute getroffen, die damals die Amerikane noch schiiten, die ganz besonders unterdrückt waren oder Saddam Hussein, die dann noch den Amerikanern zugejubelt haben und ein Jahr später gegen sie gekämpft haben.

01:15:37: also was da passiert ist mit ihnen.

01:15:40: Ich habe mit denen auch unterhalten, wie dieser Umschwung entstanden ist.

01:15:45: Die war natürlich irgendwann total verhasst.

01:15:47: aber die Iraker sind wirklich so... Wie gesagt ich habe vorhin schon gesagt es gibt Generationen von Leuten die kein normales Leben hat immer nur Krieg oder Sanktionen keine Medikamente.

01:16:05: und jetzt hast du diese Auseinander zwischen USA und Iran.

01:16:09: Auch wieder wird es zum Teil im Irak ausgetragen.

01:16:12: Es gibt ihm die Irakersagen immer gerne Vergleichen, dass er sagt, wenn zwei Elefanten sich streiten dann leidet das Gras!

01:16:22: Also die Elefants sind der Iran und die USA und die Iraker sind das Grash.

01:16:29: Das ist so ein bisschen die Situation heute.

01:16:32: Zurück zu deinen Neunzigern...

01:16:35: Da gehst du ganz schön zückzack hier durch die Gegend.

01:16:37: Ja,

01:16:38: aber manchmal gibt es sich da.

01:16:39: jetzt, wenn wir bei mir gerade waren... Ist gut!

01:16:42: Du hast für die Zeitung geschrieben hauptsächlich und dann war ja, weil ich jetzt richtig informiert bin, dass du bevor du zum ORF gekommen bist, ab dem Jahr zwei Tausend vier, warst du fünf Jahre noch mal der ARD?

01:16:52: Ich habe meine Zeitungen weitergemacht und hab Kosmetenvertretungen beim Rundfunk gemacht für die ARD.

01:16:59: Da hab' ich dann Radio gelernt.

01:17:01: Genau das wollte ich jetzt mal grad fragen.

01:17:02: Erklär mal uns ein Line wie ... Ob das ein großer Unterschied zwischen

01:17:06: Zeitung,

01:17:06: Journalismus und Radiofernsehen?

01:17:08: Also ich finde schon dass das irgendwas ist.

01:17:12: Was... Ich meine ich war ja so sagen wirklich thirty-fünf Jahre immer als Coastlint unterwegs aber ich habe nicht immer das gleiche gemacht.

01:17:20: Und ähm..ich glaube dass des wichtig ist, dass man sich immer mal wieder ein bisschen neuer findet.

01:17:28: Ja und dass es dich auch ein bissel frisch hält und alert hält sozusagen.

01:17:32: Also ich hab angefangen Zeitungtsjournalist.

01:17:37: Mit langen Stücken wahrscheinlich auch?

01:17:39: Auf große,

01:17:40: lange Reportagen und so... Und dann auf einmal Radio.

01:17:44: das war für mich damals noch mit den Bändern hat man da die irgendwie noch geschnitten und so.

01:17:48: also es war ja vor der digitalen Zeit noch zum Teil.

01:17:51: Die fing dann gerade an als ich da und habe dann angefangen Radio zu lernen.

01:17:55: Das war für der ORF auf mich zu und ich habe für ab und zu mal für die geschaltet sozusagen aus dem Irak.

01:18:04: Und dann haben sie gesagt, sag mal komm mal nach Wien lass uns mal irgendwie reden vielleicht könntest du bei uns als Konsolent anfangen?

01:18:12: Dann bin ich nach Wingen gekommen, da habe ich eine Woche oder so war ich in der Redaktion, musste sich den Leuten über die Schulter schauen wie Sie Fernsehgeschichten machen.

01:18:22: Jetzt geh nach Kairou und mach Fernsehegeschichten!

01:18:25: Das war natürlich am Anfang Die große Herausforderung.

01:18:29: Ich hatte einen Kameramann damals, der sich gut auskannte und mich da ein bisschen durchgetragen hat.

01:18:35: Aber auch das ist eine neue Herausforderung, wo du dich nicht neu erfindest sozusagen, dass du auf einmal irgendwie auch Fernsehen machst und über Bilder nachdenken musst und solche Sachen.

01:18:42: Fernsehen kann man sehr frustrierend sein weil es eben sehr kurz immer alles ist aber wenn du ein gutes Bild hast gibt es nichts besseres als Fernsehen.

01:18:52: Und dann kamen diese ganzen, dann auf einmal so im Jahr zwei Tausendzehn fing es an.

01:18:57: Fing die ganzen sozialen Medien an Facebook, Twitter damals.

01:19:01: Dann habe ich das war auch mit dem arabischen Frühling und soweit alle waren auf einmal auf Facebook und Twitter in Ägypten.

01:19:08: Ich hab mich dann auch angefangen.

01:19:09: Das war wieder eine ganz neue Welt wo du dann eigentlich anfängst dort eben aktiv zu sein.

01:19:16: also wie weiß ich bei Twitter oder X. Das hat sich dann so aufgebaut über die Jahre und das war auch wieder etwas Neuerfinden.

01:19:29: Und jetzt mit dem Ende des ORFs, der Podcast ist wieder was Neuer finden!

01:19:35: Also das glaube ich nicht was Neu erfinden sondern sich selbst neu erfinden.

01:19:39: in dieser neuen Situation muss man sagen.

01:19:41: Und das finde ich echt toll.

01:19:44: Also wenn du alle paar Jahre irgendwie so ein bisschen, ja irgendwo dein Wissen und so weiter häuft sich an über diese Region.

01:19:50: Aber wie du was präsentierst und auf welche Art und Weise und so ähnlich verändert sich und es macht Spaß.

01:19:55: Und hält jung?

01:19:55: Hält

01:19:55: dich fisch!

01:19:57: Absolut.

01:20:00: War das etwas Besonderes quasi für den österreichischen Rundfunk zu arbeiten?

01:20:05: Keine Ahnung...

01:20:06: Ich musste damals entscheiden Schau ich, ob ich bei der ARD irgendwie sozusagen weiter schaue.

01:20:12: Dass ich da weiter irgendwie mache und vielleicht dann irgendwie Korrespondent werde oder ob ich das bei den Österreichern machen.

01:20:19: und ich habe es dann bei den Österreichern gemacht.

01:20:21: Ich hab das eigentlich nie bereut.

01:20:22: Das war auch kein Problem dass du Deutscher warst?

01:20:25: Na ich sag immer, ich bin der einzige arabische Pfiffgeber im ORF.

01:20:29: also das heißt dadurch, dass ich auch halbe Araber war, ist okay.

01:20:33: Und auch noch aus München, das ist also halbe Österreicher.

01:20:36: Aber wenn ich jetzt aus Hamburg gekommen wäre und meine Name vollkommen Deutsch gewesen wäre, wäre es, glaube ich, schwieriger gewesen in Österreich als Korrespondent Fuß zu fassen.

01:20:45: Aber so mit diesem arabischen Pifke das ging.

01:20:48: Ich kenne das von AD-Korrespondenten.

01:20:50: In der Regel rotieren die alle vier Jahre.

01:20:52: Also gehen wir von einem Stuhl zum anderen in Washington oder London, Tel Aviv ... whatever?

01:20:59: Ja

01:20:59: ja!

01:21:01: Du warst da über zwanzig Jahre.

01:21:02: Ja, ja.

01:21:03: Also es lag natürlich an meinem Arbeitsverhältnis.

01:21:06: Ich war sozusagen nicht fest angestellt, dadurch war ich auch noch nicht in dem Rotationssystem.

01:21:11: Andererseits war ich sozusagen irgendwie das Asset, also da ist jemand der sich gut auskennt oder rabisch spielt.

01:21:16: Warum soll man den da woanders hin schicken?

01:21:19: Du wirst dann irgendwo so zum Ostfach-Idioten und kommst dann nicht mehr raus aus der Schleife her.

01:21:24: Aber was ich ja auch gut fand, also es gibt immer die Diskussion ob man im gleichen Grund auswechseln sollen, warum man Diplomaten alle vier Jahre auswechselt.

01:21:38: Dass sie sich eben nicht zu gemein machen mit dem Ort an dem Sie sind.

01:21:44: Ich glaube das ist nicht das Problem, es ist nichts zu gemeinnahmen.

01:21:46: aber ich glaube schon dass es da... Es gibt einen bestimmten Punkt dabei nämlich dass du irgendwann möglicherweise den Blick deiner Zuschauer verlierst und dich interessieren andere Dinge die vielleicht für die Zuschauer schon wieder zu kompliziert sind oder so.

01:22:00: Also da muss man immer aufpassen, dass man da irgendwie auf dem Boden bleibt und immer wirklich sich die Perspektive des jeweiligen Zuschauers vor Augen liegt.

01:22:09: Hilft

01:22:09: eine gute Redaktion, die dann sagt so also guck mal das wäre hier glaube ich gerade ein gutes Thema?

01:22:16: Pitchen die dir

01:22:16: auch Ideen?

01:22:17: Ja!

01:22:17: Ich würde schon sagen im Laufe meiner Jahre, ich würde sagen, neunzig Prozent meiner Sachen habe ich selbst gepitched und zehn Prozent kamen von der Redaktion.

01:22:29: Es gab sogar manchmal Sachen, ich kam früher als Zeitungsschallist, da saß man in Cairo und dann haben wir manchmal mal Sachen gepitscht und die wurden nicht gemacht, haben noch nichts von gehört usw.

01:22:39: Dann sind wir zu einem Kollegen von der DPA gegangen, der zwei Zimmer weiter war und haben gesagt, könntest du nicht einen kurzen Ticker schreiben über das Thema?

01:22:48: Und dann hat er das gemacht.

01:22:48: und dann rief die Redaktion gleich wieder an und sagt, du, das ist vielleicht doch ein interessantes Thema.

01:22:54: Das haben wir mal so gemacht.

01:22:56: Es gibt ja schon in den Redaktionen diese Tickergläubigkeit.

01:22:59: also alles was sozusagen über die Nachrichtenagenturen kommt ist irgendwie eine Geschichte und Dinge, die nicht über die nachrichten Agentur kommen.

01:23:06: Das bräuchte auch

01:23:08: so?

01:23:08: Könnte ich hier auch!

01:23:09: Da haben wir es gegeneinander ausgespielt.

01:23:12: Dann haben wir den DPA gelogen und Kollegen gesagt, mach mal, das ist doch interessant, machen wir eine Geschichte.

01:23:16: Aber das finde ich auch manchmal ein interessantes Journalismus vorzustellen, dass das erst quasi bei den Agenturen lernen muss damit man weiß okay das ist jetzt allgemein offenbar Thema anstatt quasi auf einmal...

01:23:25: ...den Algenkursbind zu vertrauen?

01:23:27: Ja genau, erstens das oder auch die Impetus zu haben, da sind wir immer vor der Welle!

01:23:32: Ja aber das ist ganz häufig so.

01:23:36: Es hat sich natürlich ein bisschen verändert.

01:23:37: jetzt dadurch über die sozialen Medien und dass eben gerade da auch andere viele Dinge gewünscht werden, über Geschichten, die dann irgendwo auf Twitter oder sonst wo gesehen hast als Redakteur.

01:23:47: Also das hat sich schon immer.

01:23:48: aber damals so in den neunziger Jahren war... Die Bibel war die Nachrichtenagentur und dann natürlich klar wenn du dann irgendwo viele viele Jahre arbeitest und irgendwann das Vertrauen hast Dann wird es natürlich besser.

01:24:03: Wenn der sagt, dass es eine Geschichte ist, dann ist das wahrscheinlich eine Geschichte.

01:24:06: Wie oft wird quasi die öffentliche Meinung, weil du gerade soziale Medien angesprochen hast?

01:24:13: Und du kannst ja jetzt wahrscheinlich durch deine über zweiundzwanzig Jahre allein bei Moa F einen guten Vergleich und jetzt wollen wir nur die anderen Jahre noch dazu nimmst.

01:24:20: Kannst du quasi sagen, du hast jetzt zehn, fünfzehn, zwanzig jahre ohne soziale Medien... Den Journalismus gemacht.

01:24:27: Hast wahrscheinlich darauf warten müssen, dass die Kollegen aus Wien und Deutschland sagen, das ist in der Ticker.

01:24:32: Ist offenbar ein Thema.

01:24:34: Karim, gehen wir los?

01:24:36: Wir machen das!

01:24:37: Und dann mit dem Aufstieg der sozialen Medien und insbesondere natürlich Twitter auf Facebook

01:24:41: usw.,

01:24:42: ist nochmal eine andere öffentliche Meinung quasi basismäßig entstanden.

01:24:50: hat sich das auch bei seiner Redaktion?

01:24:53: Also ich würde sogar

01:24:54: ein bisschen weiterfassen.

01:24:55: In diesen thirty-fünf Jahren ist sehr viel passierte Technologie, was unsere Arbeit sehr verändert hat.

01:25:07: Als ich angefangen habe zu arbeiten gab es noch keine Handys und...

01:25:13: Unvorstellbar!

01:25:16: Wir haben die Geschichten mit Faxmaschinen geschickt.

01:25:24: Keine schlechten Zeiten, weil du bist zum Beispiel in den Sudan gefahren.

01:25:28: Von Cairo nach Khartoum gefahren und hast der Redaktion gesagt, ich fahre jetzt nach Khatoum.

01:25:33: Ihr hört jetzt mal zehn Tage nix von mir.

01:25:35: Ich komme dann mit irgendwelchen Geschichten zurück.

01:25:39: Und weg warst du!

01:25:41: Das war eigentlich gut, weil Du konntest dir Zeit lassen für die Geschichten.

01:25:45: Ich fand es nicht schlecht.

01:25:48: Manche haben so eine Zeit wo ... Selbst wenn du irgendwo bist, wo's keinen ... Netz gibt, hast du dein Satelliten-Telefon dabei.

01:25:56: Und es wird immer erwartet dass du irgendwie da sofort was ablieferst in dem Moment wo was passiert ob die jetzt schon da bist oder nicht da ist.

01:26:03: das gibt dann ich nenne das immer so ein bisschen den Echtzeit Wahnsinn der da irgendwie stattfindet wo passiert irgendwas irgendwas geläuft über die Ticker und dann wollen die Leute ins Schaltmarkt gleich mal irgendwie dahin und dann Ich habe so eine Situation erlebt da war ich im Bagdad und dann war ich am Norden von Bagdad mein Satellitentelefon Und war ich in einem Supermarkt, stand da irgendwie vor den gegrillten Hähnchen und dachte Gebrust oder Keule.

01:26:32: Das war im Norden vom Bakter der Klingel des Telefons.

01:26:34: Es war irgendeine ARD-Anstalt dran.

01:26:35: Er sagte Gohadi!

01:26:37: Gerade ist im Süden von Bakter eine riesige Autobahnbehoch gegangen.

01:26:41: Wie ist die Stimmung?

01:26:41: Wir schalten es jetzt gleich live durch.

01:26:46: Sie vorstellen, dass du immer irgendwie aufgrund der Technologie immer genau da bist und das ist alles immer schnell schnell schnell gehen muss.

01:26:51: Was die sozialen Medien angeht was du gerade gesagt hast hat natürlich etwas ganz ganz wesentliches verändert nämlich dass die Medien ihre Gatekeeper Funktion verloren haben.

01:27:01: also es gab auf einmal irgendwie Informationen von woanders her Und das ist glaube ich einer der größten Herausforderungen für den Medien heute.

01:27:15: ja einerseits macht es die Menschen, glaube ich kritischer gegenüber den Medien was sich gut finde.

01:27:23: Wenn sie auch noch andere Informationen haben, auch kritisch drauf schauen.

01:27:26: andererseits schaffen diese Sozialmedien natürlich wahnsinnig viele Blasen wo sich die Leute nur noch in ihren Blasern bewegen und das finde ich wieder relativ problematisch bei der Arbeit.

01:27:37: aber ist das zweite.

01:27:38: was ich bei den sozialen Medien immer gut fand ist natürlich eine Möglichkeit.

01:27:41: Ich habe früher mal so ein schwarzes Loch eingearbeitet.

01:27:43: weiß ich hab in der Geschichte los geschickt.

01:27:44: dann habe ich nichts mehr drüber gehört.

01:27:47: Man stand's in der Zeitung, war an der Zeitungen, hast nix mehr drüber gehört.

01:27:51: Heute kannst du dann irgendwie sie online setzen und kannst auf Instagram oder was heißt ich setz'n deine Geschichte und kriegst dann irgendwie Reaktionen, Kommentare.

01:28:01: da kommt was zurück.

01:28:03: Früher war das vielmehr dass wir so einfach ganz häufig in so ein schwarzes Loch reingearbeitet haben.

01:28:08: Darum war es bei mir so schön... Ich hab lokaljournalistisch angefangen.

01:28:12: wirklich bei einer kleinen Zeitung wenn du jemand falsch zitiert hast oder deine Namen falsch geschrieben hast.

01:28:19: Das

01:28:20: wird gleich serviert?

01:28:21: Ja, beim Bäcker.

01:28:22: Beim Bäckern morgens oder in der Schule siehst du dann die Person und da merkst du das es Wirkung hat.

01:28:27: Und je bundespolitisch in den Sachen wurden, hast du irgendwann gemerkt so okay kaum Feedback.

01:28:34: Aber wie gesagt, das hat sehr viel mit Technologie auch zu tun.

01:28:39: Die Sozialen Medien hat das sehr verändert.

01:28:42: also hat einerseits zur Arbeit nicht mehr ein schwarzes Loch.

01:28:45: Du kriegst Feedback.

01:28:48: Du bist auch angreifbarer, wenn du in einem Fall auch siehst.

01:28:50: also natürlich irgendwie ... Also du kannst diese Zahlenmedien wirklich fertig gemacht werden.

01:28:55: Es hat so viele Aspekte das Ganze aber es ist eigentlich voll komwurscht weil es einfach so wie's ist.

01:29:02: die sind da und irgendwie muss man damit umgehen.

01:29:05: was ich auch meinte mit der Frage war helfen quasi auch diese öffentliche Meinung den sozialen Medien auch mal Themen in die Redaktion zu spülen oder eine Interesse in deiner Redaktionen zu wecken, was vielleicht vorher durch wieder seine Pitches nicht da war.

01:29:22: Oder dadurch dass es nur nicht irgendwo in den Nagenturen waren?

01:29:24: Ich würde

01:29:25: glaube ich sogar noch... Ich gehe jetzt mal ein Stückchen weiter politischer.

01:29:33: Die Naostberichterstattung der letzten drei Jahre.

01:29:36: Darauf wollte ich jetzt gleich hinaus.

01:29:37: Weil das

01:29:37: hat damit zu tun.

01:29:40: Klar!

01:29:41: Ja, also es gibt ja inzwischen wirklich... Also das ist jetzt nicht irgendwas wo man sich irgendwie sozusagen ausdenkt sondern es gibt inzwischen wissenschaftliche Studien hier in Deutschland die belegen.

01:29:54: Es gibt zum Beispiel diese Mainzer Langzeitstudie für Medienvertrauen.

01:29:57: Das kommt jedes Jahr raus und da hast du im Moment ein Medienvertrauen von siebenundvierzig Prozent.

01:30:06: Ist sogar besser geworden im Vergleich zu letzten Jahren?

01:30:08: Letzte Jahr waren es vierundvierzig Prozent.

01:30:10: Wenn du dir dann aber einzelne Themen anschaust, dann siehst du das es da wahnsinnige Unterschiede gibt.

01:30:16: Und der absolute Tiefpunkt dieser Langzeitstudie für Medienvertrauen im Jahr zwölftausendsechsundzwanzig war die Naostberichterstattung.

01:30:26: Nur siebenundzwantig Prozent der Befragten haben gesagt wir trauen der Berichterstattern bei Israel und Palästina natürlich speziell.

01:30:42: Da hast du eine Situation, wo natürlich irgendwo – und da spielen die sozialen Medien hiermit.

01:30:48: Wo die Leute natürlich auf einmal wird ihnen auf ihre Timelines und ihre Dings gespült Geschichten aus Gaser.

01:30:57: Geschichten von den Dörfern im Süd Libanon.

01:31:03: Geschichten über Siedler-Gewalt und Armeegewalt im Westjordanland.

01:31:07: Und die kommen dann, kommen jeden Tag.

01:31:10: Dann schaust du abends die Nachrichten und es kommt nicht vor oder es kommt sehr verkürzt vor.

01:31:19: Das machen die Leute einmal, zweimal, vielleicht zehnmal, vielleicht zwanzig Mal aber irgendwann schauen sie sich diese Nachrichten nicht mehr an.

01:31:27: D.h.,

01:31:29: dieses Zusammenspiel auch zwischen den sozialen Medien ... Du kannst nicht mehr als Medium oberlehrerhaft die Leute in irgendeine Richtung lenken.

01:31:40: Sondern du musst schon irgendwie, also ... Aber... Du kannst dich nicht bevormunden sozusagen!

01:31:47: Du hast viel zu viel.

01:31:48: Du bist nicht der Gatekeeper.

01:31:50: Aber darauf wollte ich ja hinaus.

01:31:51: Insbesondere bei Gaza jetzt oder nach Ost.

01:31:55: Sie versuchen das ja trotzdem und wir reden uns gerade über österreichische Grundfunk.

01:32:00: An dem Ergebnis dieser Studie siehst was es bewirkt.

01:32:03: Ja.

01:32:04: Und ich mein Vertrauen ist die wichtigste Währung aller Medien.

01:32:10: Wenn du dein Vertrauen verloren hast, kannst

01:32:11: du einpacken!

01:32:12: So, da sind wir jetzt beim Kern.

01:32:14: Diese Diskrepanz ist ja ein erstens nichts Neues.

01:32:18: Die teile ich auch... Also diese Diskrepant zwischen öffentlicher Meinung also öffentlichem verfügbaren Quellen und der veröffentlichen Meinung oder den veröffentlichten Quellen.

01:32:26: Das was man abends in den Nachrichten sieht.

01:32:28: Dieser Diskrepans zwischen Schwerpunktnahme oder nicht berichten, oder teilweise sogar propagandistisch berichten.

01:32:36: Sehr Israel-nah können wir gleich nochmal einsteigen und dann das Ergebnis dass er sich immer wieder auch durch neue Studien ich habe hier gerade noch mal eine von Kommunikationswissenschaftlern der FU kommen müssen wir nicht drüber

01:32:49: reden ist gerade

01:32:50: von von Karola Richter und Janis Grimm rausgekommen.

01:32:53: aber da ging es eher um die Journalisten denn

01:32:57: in

01:32:57: den Redaktionen.

01:32:59: kannst du mir erklären Ich bin zu lange raus aus diesem Redaktionsalltag.

01:33:04: Die müssen doch mitbekommen, dass es ein massives Misstrauen gibt innerhalb der Bevölkerung.

01:33:11: Das ist fast drei Viertel aller Menschen in Deutschland insbesondere die eine Ostberichterstattung nicht für voll nehmen.

01:33:18: Dass es ein massive Misstrauend gibt.

01:33:22: Warum gibt es aus diesen Redaktionen da keine

01:33:29: Gegenreaktion?

01:33:30: Korrekturmaßnahmen würde

01:33:31: ich mal sagen.

01:33:33: Da muss doch eigentlich der Impetus sein, ja Scheiße!

01:33:37: Wie konnte das passieren?

01:33:39: Das müssen wir ändern.

01:33:42: Wenn da das Misstrauen massiv ist, dann kann das doch irgendwann auch umum springen oder noch schlimmer werden.

01:33:50: Also es

01:33:50: ist glaube ich wirklich ein extrem komplexes Thema.

01:33:55: Also ich habe mal... Da gab's schon die ersten Studien, ist vor vierundzwanzig war das schon habe ich mal einen der leiten Redakteure beim ORF damit konfrontiert und gesagt, das ist die Realität hier.

01:34:06: Ihr schießt euch ins Knie, ihr verliert Vertrauen.

01:34:11: Und es gab die ersten Studien damals und dann hat man mir nur gesagt ja das sind Zahlen in Deutschland, wir sind hier in Österreich da ist alles anders.

01:34:16: also mehr kannst du dein Kopf nicht in den Sand stecken glaube ich.

01:34:19: aber ich glaub was da irgendwie wirklich sehr sehr mitspielt ist natürlich... ...der Druck, der da ist.

01:34:29: die Angst, dass du irgendwas Falsches sagst.

01:34:32: Dass du als Antisemit gebrannt markt wirst.

01:34:36: Dass Du irgendwie in die Kritik kommst Als israelfeindlich und ähnliches.

01:34:42: Die glaube ich ist bei vielen größer als der Drang nach Korrektur.

01:34:50: Und ja, wenn ich mir so das gro an Kollegen anschaue Ja dann hast du irgendwie Eine kleine Gruppe, die würde ich mal sagen sehr viel Wert liegt auf Völkerrecht.

01:35:05: Auf internationalen Gerichtsbarkeit, die eher pro-Palis nennstisch ist.

01:35:09: Du hast eine sehr kleine Grupe, die sehr pro- israelisch, prozionistisch und so weiter ist unter den Kollegen.

01:35:16: Und du hast eine riesige Gruppe in der Mitte, die einfach vor allem eins haben nämlich Angst irgendwas falsch zu machen weil sie wissen wenn ich da irgendetwas falsch mache das könnte meiner Karriere schaden.

01:35:27: Und dann siehst du natürlich solche Fälle, wo du siehst dass dann irgendwie Leute abgesägt werden.

01:35:32: das ist natürlich auch wieder ein Schüchter, es schüchtern natürlich alle einen.

01:35:37: Also das ist glaube ich der Mechanismus und wenn du solche Tabus hast dann ist die Korrektur schwierig also wenn du so ein Diskurs tabu hast und darüber nicht wirklich offen geredet wird.

01:35:55: man hat sich fast selten über diese Berichterstattung ernsthaft auseinandergesetzt.

01:36:00: Diese Diskussion findet nicht statt, was natürlich eine Katastrophe ist, weil wenn keine Diskussion stattfindet, findet auch keine Korrektur statt und ich glaube das hat wirklich sehr viel damit zu tun dass sehr viele Leute einfach Angst haben und eingeschüchtert sind.

01:36:17: Wir haben wieviele Leute hier in Deutschland Kollegen gerade Kollegen mit irgendeinem arabischen Ursprung haben.

01:36:26: Wie viel haben ihre Jobs verloren?

01:36:28: Und zwar nicht nur aber irgendwie politische Sendungen, sondern irgendwelche Wissenschafts-Sendungen was weiß ich weil sie irgendwo irgendwas mal auf Facebook gepostet haben oder ähnliches.

01:36:38: und dann auf einmal hattest du diesen Fall Sophie von der TAN mit der ARD und du hast das erste Mal die Situation gehabt dass sich... Nicht nur die ARD, sondern dass es eine breite Bewegung gab die sich vor vor sie gestellt hat.

01:36:53: Das erste Mal, da ist die Linie gezogen worden.

01:36:56: Auch interessant, dass die Linien bei einer Bio-Deutschen gezogen wird und nicht bei den ganzen halb Halbleuten, die man vorher abgesegt hat.

01:37:04: Also das ist so... Ich bin froh, dass Sie so viel von der TAN... Und

01:37:07: von jemandem von der ARD?

01:37:08: Ja ich bin froH, dass sie soviel von der Tan... ...das gemacht hat was sie gemacht hat.

01:37:12: Ich bin FroH, Dass sie ihre Preise bekommen habe!

01:37:14: Ich bin FroH, Daß ihr die Linier gezogen wird.

01:37:16: Gott sei Dank endlich mal!

01:37:18: Aber Die Linie hätte schon viel früher gezogen gehört.

01:37:21: Das haben so viele Kollegen ihre Jobs verloren.

01:37:25: Wegen dieser Geschichte und das schüchtert natürlich ein, wobei also Journalismus und Angst im Journalismus ein ganz schlechter Berater finde ich für seine Arbeit ja.

01:37:38: Ja ich frag mich eh also wer als Journalist irgendwie nicht mitgegen wenn klar kommt beziehungsweise...

01:37:44: Es ist nicht so einfach!

01:37:45: Ich find es.

01:37:45: manchmal kann man sagt man so leicht weißt du?

01:37:48: Aber wenn du jetzt so ein junger Kollege bist der irgendwie gerade mal anfängt in so Beginn seiner Karriere ist und da irgendwo sitzt

01:37:57: Wenn Sie jemanden

01:37:58: wie mich nach zwanzig Jahren loswerden können, das ist ein Signal.

01:38:04: Das schüchtern natürlich ... Ich kann schon auch verstehen, warum Leute Angst haben und eingeschüchtert sind.

01:38:11: Ich weiß gar nicht mal, ob ich den wirklich verurteilen würde oder so, sondern ich verstehe, wo die Angst herkommt?

01:38:17: Natürlich,

01:38:18: ich würde ja auch jedem verstehen.

01:38:19: Zum Einschüchtern gerne zwei Seiten.

01:38:21: Die

01:38:22: sich einschüchtern lässt!

01:38:23: Aber ich weiß es von sehr vielen jungen Kollegen, die dann eben wenn wir mit ihnen diskutieren, dann bricht das alles raus und dann... Die sind wirklich zum Teil da ist einfach irgendwie der Deckel drauf.

01:38:36: Und wir haben Angst!

01:38:38: Ja aber ich meine Es ändert sich natürlich sehr langsam etwas.

01:38:43: also Ich würde mal sagen dass wir in der Berichterstattung eine neue Situation haben wo auf einmal das Leiter Palis Nensa anerkannt wird.

01:38:49: Das war ja vorher noch nicht mal das der Fall.

01:38:52: Also verschieben sich bestimmte Dinge sehr, sehr langsam.

01:38:57: Aber sie verschieben sich und ich glaube wie mehr sie sich verschieben umso lauter schreiend diese zweistellige Minderheit irgendwie umso mehr dieses Gefühl haben das ihnen sozusagen das Narrativ davon schwimmt um so brutaler und so lauter werden die und umso meer diffamieren sehen.

01:39:15: umsomehr dass ist glaube ich die Situation der wir gerade sind

01:39:17: bekommst du nenn Zumindest wenn das eine ist quasi öffentliche Solidarität, wenn du zu viel von der Tanne als Kollegin angesprochen hast.

01:39:23: Da war es sehr viel öffentliche solidarität auch von ihrem Arbeit.

01:39:26: Ich habe damals

01:39:26: auch den Brief für Sie unterschrieben bei deinen Ausgroßmodenten.

01:39:29: Genau.

01:39:29: aber es gibt ja dann auch so Fälle dass man das so quasi hinter quasi so privat macht, dass man da Zuspruch bekommt.

01:39:37: Ohja

01:39:38: nein!

01:39:38: Das ist ja komprim... Also du kriegst von deinem Kollegen ganz viel.

01:39:43: Wir verstehen, das ist eine Sauerei.

01:39:45: Aber keiner wird sich... öffentlich vor dich stellen, aber du kriegst ganz viel Solidaritätsbekundungen natürlich.

01:39:53: Manchmal würde es ja dann auch helfen.

01:39:54: insbesondere ich meine vielleicht sind wir beide solche Wir lassen uns da nicht einschüchtern.

01:39:58: Ich habe auch jetzt in den letzten Jahren immer so Da bekommst Du dann vom deutschsprachigen IDF-Sprecher auf Twitter gesagt Ja mein

01:40:06: ganz besonderer Freund

01:40:08: Also da war ich Top Eines der antisemitischen Journalisten.

01:40:14: Aber trotzdem gibt es dann quasi auf Kollegen eben nur öffentlich keine Solidarität.

01:40:20: Obwohl alle denn so sagen, ist völlig crazy oder...

01:40:25: Und sie würden dir privat sagen das ist wirklich scheiße?

01:40:28: Ja!

01:40:28: Das kenne ich.

01:40:31: Aber es wird hier helfen wenn man bei jedem dieser Einschüttelungsversuche eine Grenze zieht und...

01:40:38: Ja, das würde helfen.

01:40:41: Es würde sicher helfen.

01:40:42: aber ja Angst funktioniert.

01:40:49: Angst um berufliche Karriere ist einfach da bei vielen Leuten.

01:41:01: Ich würde es noch nicht einmal unbedingt so verurten, also ich kann das bei jungen Kollegen sogar wirklich nachvollziehen.

01:41:07: manchmal ja dass ich denke okay der ist wirklich am Anfang seiner karriere der weiß nicht Wir leben in sehr unsicheren Zeiten auch mit den Medien, wo du nicht weißt wie es weitergeht und so weiter.

01:41:17: Und die machen sich natürlich irgendwie auch Sorgen um ihre Arbeit und machen ... Natürlich ist das nicht richtig aber es ist irgendwie verständlich.

01:41:26: Ich bin ja auch froh dass ich damit da es so nach und nach reingerutscht bin und quasi gelernt habe so ein dickes Fell zu entwickeln und auch gelernt hab, ihr weißen kannst du gleich berichten, dass der irgendwann versteht wie diese Mechanismen funktionieren die selben sind, die da

01:41:44: etwas anstoßen.

01:41:46: Die sich gegenseitig wahrscheinlich in irgendwelchen Gruppen oder Sachen schicken... Hochpushen ja!

01:41:51: Das gegenseite ich retweet'n und hochpusch'n, an die jeweilige Redaktion geben, dann sind's immer die gleichen Redaktionen.

01:41:57: und irgendwann merkst du zusammen ist eine Erfahrung wie das abläuft?

01:42:02: Und du kannst dich irgendwann automatisch denken ach no jetzt kommt das schon wieder und jetzt bringen sie das wieder usw..

01:42:12: Das musst du erst mal eine Weile aushalten und diesen Punkt zu kommen, dass du verstehst wie die Mechanismen sind.

01:42:17: Und ich habe auch gemerkt egal was du anderen darüber erzählst und quasi jüngeren Kollegen oder Gleichaltrigen sagst okay so wird passiert das?

01:42:26: Oder nicht wundern!

01:42:29: Trotzdem muss jeder eine eigene Erfahrung machen.

01:42:32: Das eine ist es quasi intellektuell irgendwie vorher von Karim oder mir irgendwie erklärt zu bekommen bzw in meiner Erfahrung den zu teilen.

01:42:40: Sie müssen auch mal selber durch.

01:42:41: Und ich glaub, da hab' ich oft die Erfahrung gemacht, dass das die Angst ist, diesen Stress auszuhalten und gleichzeitig...

01:42:49: Das ist enormer Stress!

01:42:51: Also es ist wirklich enormer Stress.

01:42:53: Ich glaube man würde ja nügen wenn man sagt, das macht dann alles nichts aus erstmal.

01:42:57: Nein natürlich

01:42:57: nicht.

01:42:58: Also ich kann mich wirklich erinnern, dass ich zum Teil schweißgebadet Nächte hatte irgendwie gelesen hat was da alles kommt und dachte, das ist das Ende.

01:43:09: Ich kann mich genau daran erinnern.

01:43:11: Dann dachte ich, da muss ich jetzt durch und den Punkt musste erst mal

01:43:15: kommen.".

01:43:26: bist du dann da in Palästina und siehst wirklich, was eine Militärbesatzung ist.

01:43:44: Und was das für ein Leben bedeutet?

01:43:45: Dann fällt dir das alles wie Schuppen von den Augen... ...und man erlebt da quasi eine ganz neue Welt!

01:43:52: Und die Realität, die wir als deutsche Gesellschaft oder als solche Politik auch unterstützen.

01:43:57: Ich glaube, viele Dinge kann man auch von außen her, wenn man es nicht selber erlebt und sich einer ganz schwer versteht.

01:44:02: Also zum Beispiel die Geografie an der Besatzung.

01:44:05: Man glaubt ja immer nur, dass es sozusagen um diese Siedlung geht.

01:44:10: Allein da ist ja schon ein Wahnsinn.

01:44:11: Wir hatten irgendwie zum Oslo-Prozess, zweihunderttausend Siedler und jetzt haben wir über siebenhundert tausend.

01:44:17: Also merke ich schon den Unterschied.

01:44:19: aber es geht eben nicht nur um die Siedlung sondern diese Siedel muss bestützt werden also das irgendeinen Stützpunkt der Armee um diese Sitzung zu beschützen.

01:44:26: Und dann gibt es die Straße die zur Siedlung führt auf der nur Siedlers fahren dürfen und keine Palästinenser und dadurch entsteht so eine ganze Netzwerkgeografie an Besatzungen dass man, glaube ich einfach mal gesehen haben muss.

01:44:38: Sonst versteht man das nicht.

01:44:40: Aber da hast du das Problem... Wir können ja nicht erwarten, dass zwanzig Millionen Österreicher oder achtzig Millionen Deutsche dahin fahren.

01:44:47: Es gibt übrigens nur neun.

01:44:49: Neun?

01:44:50: Sag mal mal, neun Millionen Österreichern, achtzig Million Deutschen werden nie im Leben da selber vorstellig werden sich das mal angucken und die Erfahrungen machen.

01:44:59: Dass sie das Problem auch für Journalisten, das trotzdem versuchen Ja,

01:45:05: aber es ist wirklich nicht so einfach.

01:45:09: Ich habe das selber erst gemerkt als ich selber da war.

01:45:13: Also ich sage immer die Geografie der Besatzung muss man wirklich gesehen haben.

01:45:18: Es ist schwer zu erklären wie das funktioniert wenn du als Palästinenser irgendwie drei Stunden oder vier Stunden auf fünf Stunden brauchst um irgendwo hinzufahren und der Siedler braucht zwanzig Minuten weil er eine andere Straße fahren kann und der Palsenser muss irgendwie einen riesen Umweg fahren sein.

01:45:34: Das muss man gemacht haben, da muss man auf dieser Straße für den Palsennersern gefahren sein.

01:45:38: Und man muss auch mal auf der Sila-Straße gefahren sind um das zu verinnerlichen was es bedeutet.

01:45:45: Gut ist auch über die... gab früher so Flüge von Arman wo du dann über Israel geflogen bist und du hast bis über die Westbank geflogene.

01:45:55: Dann konnte man wirklich von oben Kann man das noch viel besser verstehen, wie es funktioniert?

01:46:03: Das andere werden gerade über Angst auch in der Redaktion gesprochen.

01:46:06: Auch manchmal die Angst vor Stress... Wie war das beim ORF?

01:46:11: Weil ich kenne hier viele Kolleginnen, die weniger sagen so sie haben Angst da das falsche zu sagen bzw sich irgendwie angepasst zu berichten oder irgendwie palästinische Perspektiven rauszunehmen sondern die haben dann eher keinen Bock auf Stress, der so oder so kommt.

01:46:31: Wenn du die palästinischen Perspektive einbringst oder zu sehr gewichtest weil dann gibt es immer zumindest in Deutschland so meine Erfahrung gibt's bestimmte aktöre politische Akteure auch Lobby-Lobbygruppen die dann Stress machen bei den Redaktionen.

01:46:46: Dann ruft hier, dann macht hier Volker Beck von der deutschen israelischen Gesellschaft keine Ahnung.

01:46:50: Eine Programmbeschwerde beim ZDF oder die israelische Botschaft meldet sich zu Wort auf Twitter und beschwert sich dann über Propaganda oder so weit... Also keinem Botschafter

01:47:00: in diesem Land, der irgendwie auf zur Art und Weise ständigen Redaktionen anruft und auf den die Redaktion irgendwie hören würden außer der israelisch Botschafte hat da richtig eine Sonderstellung was das angeht?

01:47:09: Oder

01:47:10: die Axelspringer verlagte Axelsspringer Medien machen das zusammen oder sie agieren teilweise in gemeinschaftlich und machen dann Stress.

01:47:20: Ich hatte fast vor zwei Jahren so eine Veranstaltung mit den Bundespräsidenten, da wollten wir bei einer Ostberichterstattung im Schloss Bavirien reden.

01:47:26: Dann hat er das öffentlich angekündigten eine Woche vorher und dann gab es von den Akteuren bei ihm im Büro, bei ihm persönlich Stress und am Ende ist er eingeknickt.

01:47:38: Und dieser Druck gilt ja auch für Politiker?

01:47:44: Also, wir hatten... Und jetzt schaffen wir es?

01:47:47: Der österreichische Bundespräsident von der Bellen.

01:47:52: Hat bei der UN-Generalversammlung war da und hat eine Pressekonferenz gegeben und hat einen Satz gesagt in dem Israel-Kriegsverbrechen in einem Satz vorkam.

01:48:03: Das war ne kleine diplomatische Revolution.

01:48:08: Da war dann auch die Hölle los hinterher.

01:48:10: also sie sind ja genauso unter Druck.

01:48:13: Also das sind ja nicht nur die Journalisten, die unter Druck sind.

01:48:16: Sondern der herrscht auch immer die Angst.

01:48:20: Was passiert mit meiner Karriere als Außenminister?

01:48:23: oder was weiß ich wenn ich?

01:48:25: Ja, da war ich also echt bestürzt als Steinmeier, als ehemaliger deutscher Außen-Minister.

01:48:31: Der sich fraglos in Sachen Nord-Auskern und genau weiß wie die Mechanismen sind.

01:48:36: Der auch gar nichts mehr werden will hier.

01:48:39: Er ist Bundespräsident, er wird nicht... Das ist seine letzte Station.

01:48:43: und trotzdem lässt er sich von diesen Kräften einschüchtern.

01:48:46: Und nicht, weil er Angst hat

01:48:47: usw.,

01:48:48: sondern einfach da was man dann so hörte keinen Bock auf diesen Stress hat.

01:48:53: oder das hast du auch bei anderen mächtigen Menschen.

01:48:55: hier kann noch ein Scholz und Baerbock

01:48:58: und

01:49:00: Menschen in deren Nähe sagen dir denn am Ende den Stress will ich nicht haben Ich will hier nächstes Jahr's Wahl oder zwei Jahren.

01:49:06: es war an und ich hab kein Bock und das hat wahrscheinlich auch mit deutscher Erinnerungskultur Und der Verantwortung ging über dem jüdischen Volk nach dem Holocaust und so weiter.

01:49:15: Absolut zu tun, aber sie haben trotzdem auch die wahrscheinlich auch berechtigte Angst.

01:49:20: dann beim Axel Springer Verlag und Teilen von anderen Medien sind nicht nur die rechten Mädchen hier oder die jüdische Allgemeine sondern auch Teile der Liberalen und vielleicht sogar linken Medien durch die antideutsche Zähne usw.

01:49:32: an den Pranger gestellt zu werden und dauert quasi über Wochen Monate als keine Israel-Hasser, Antisemit und so weiter.

01:49:40: Also

01:49:43: ich finde das verständlich dass man da diese Reaktion hat.

01:49:47: aber irgendwann muss man online jetzt ziehen

01:49:50: Ich glaube auch immer von Gedächtniskultur um Gedenken irgendwie und Schor und Holocaust usw.

01:49:57: Und Staatsrissons.

01:49:58: Ich glaub eine der Dinge die man viel viel offener diskutieren sollte finde ich das okay.

01:50:09: Was sind jetzt die Lehren, die wir aus dem Holocaust, was wir aus der Shoah, aus der Nazi-Zeit, aus dem zweiten Weg gezogen haben?

01:50:19: Und es gibt eigentlich zwei.

01:50:23: Das eine ist, was Merkel sozusagen als Staatspräsent definiert hat also sozusagen aus diesem Grund des Holocosts.

01:50:30: Wir gehören zu den Unterstützern Israel egal was die israelische Armee, egal was der israelischen Regierung macht.

01:50:37: Aber aus dieser Zeit ist natürlich auch die internationale Gerichtsbarkeit entstanden.

01:50:43: Aus den Nürnberger Prozessen.

01:50:45: Das ist eine andere Lehre aus der Nazi-Zeit.

01:50:49: Eine andere Lehraus dem Holocaust.

01:50:51: Eine anderen Lehraaus dem Zweiten Weg.

01:50:53: Die internationalen Gerichtsparkeit.

01:50:55: und jetzt haben wir auf einmal eine Situation in der das fast diametral gegeneinander steht also Die Staatsräson sozusagen die Unterstützung Israels und die internationale Gerichtsbarkeit, wo Netanyahu als ein Haftbefehl gegen Netanyaho gibt.

01:51:11: Wo Israel wegen Genozid vor Gericht steht mit einer Klage von Südafrika, wo Deutschland als möglicher Mittäter vor Gerich steht beim Internationalen Gerichtshof.

01:51:22: Wo es einen Gutachten gibt, der internationalen Gerichshof, die nochmal über die Illegalität die der Besatzung und der Siedlung und alles nochmal feststellen.

01:51:32: Das heißt, das ist diametral entgegen dieser internationalen Gerichtsreichheit und was da gerade passiert.

01:51:39: Und unsere Staatsreson, beides Lehren, die wir aus der Nazizeit gezogen haben passen überhaupt nicht zusammen.

01:51:51: Ich finde das Mindeste, was man haben sollte, eine offene Diskussion darüber.

01:51:58: dass da was klatscht, dass man das offen diskutiert.

01:52:03: Ich glaube es ist das Mindeste, was eigentlich passieren müsste.

01:52:05: Das wäre so das Minimum finde ich.

01:52:07: Dass man aus den Lehren die ich irgendwie auch irgendwo verständlich finde beide irgendwo also nicht natürlich... Also sagen das eine besondere Verantwortung gegenüber Juden hat ob man das dann auf Israel überträgt oder nicht?

01:52:21: Ist eine andere Frage.

01:52:22: aber sozusagen diese Lehren.. Aber die sollte man zumindest öffentlich diskutieren, dass sie im Moment diametral gegeneinander laufen.

01:52:32: Das ist das Minimum, finde ich.

01:52:33: was bei dieser Gedächtniskultur.

01:52:35: Gedechniskultur ist eben nicht nur die Staatsgesorgung.

01:52:38: Gedächniskultur is auch der internationale Gerichtsbarkeit!

01:52:45: Nie wieder ein Gefahr für jüdisches Leben in Deutschland.

01:52:48: Nie wieder vergessen dass wir eine Verpflichtung gegenüber dem jüdischen Volk haben aber auch Sinti und Roma nie wieder Angriffs-Griege, nie wieder Vollkammer hat.

01:52:59: Jetzt haben wir eine Bundesregierung die Angriffskriege billigt, amerikanisch-israelisch zuletzt.

01:53:05: Letztes Jahr war es die Drecksarbeit.

01:53:07: Laut März wird so weit am Ende auch vom IGH gesagt wird Völkermord in Gaza oder stützen den militärisch?

01:53:18: Das ist ja die eigene Diskussion.

01:53:20: Ich finde das dieses ganze... Also zum Beispiel für Journalisten.

01:53:27: Narrativ sozusagen.

01:53:28: Da ist die pro-palisnändische und das die pro israelische Seite, dass es eigentlich wirklich Quatsch ist.

01:53:35: Was ist mein journalistischer Kompass?

01:53:36: Ich bin mein journalistischem Kompess nicht pro-kontra irgendwas.

01:53:40: Mein journalistischer Compass ist Völkerrecht, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit.

01:53:49: Das sind bestimmte Dinge sozusagen, die du als Journalist auch vertreten musst.

01:53:54: da gibt's keine Objektivität.

01:53:58: Das sind die Werte, die ich als Journalist auch vertreten soll.

01:54:05: Und ich glaube, so müssen wir diese ganze Geschichte diskutieren.

01:54:09: Und dieses pro-Palästinensische und pro-Israelisch sind irgendwie Kategorien mit denen ich nicht besonders viel anfangen kann total polarisierend.

01:54:18: und wo ist da der Kompass genau?

01:54:20: Also bin ich der Fanclub von dem einen Stich in der Süd- oder Nordkurve.

01:54:23: Es geht darum was für Werte... Wo ist mein Kompess?

01:54:31: Darum geht's!

01:54:32: Und nicht im Pro-Kontrast.

01:54:34: Richtig,

01:54:34: das wäre ja so oder so eine Art Hof von Hofberichterstattung bei mir.

01:54:39: Ich erkläre es mal so als Journalismus-Respublikam, also dem der Gesellschaft verpflichtet, den Beherrschten verpflichtt und immer machtkritisch egal gegenüber wem?

01:54:51: Ja absolut!

01:54:57: Das funktioniert bei einer Ausberichtestattung überhaupt nicht.

01:55:03: All diese Dinge Sie werden komplett unprofessionell abgehandelt.

01:55:09: Ist da die deutsche und österreichische Situation, mediale Situation eine Ausnahme vergleicht zu anderen europäischen Ländern?

01:55:16: Absolut!

01:55:18: Ich hau... Du brauchst ja nur nach Spanien in den Urlaub fahren, also merkst du was für ne andere Atmosphäre herrscht oder eben Italien oder so.

01:55:26: Also ich sag immer ... Wenn ich in der österreichischen Veranstaltung, wie gesagt, wüsste ihr eigentlich das nicht bei der vorletzten UN Generalversammlung?

01:55:35: Eine Situation entstanden ist, in der die Mehrheit der EU-Staaten einen palästinensischen Staat symbolisch anerkannt hat.

01:55:44: Ihr seid die Ausnahme!

01:55:46: Ihr seid nicht die EU, ihr seid nicht Europa, ihr seit auch nicht der Westen.

01:55:50: Ihr seht inzwischen eine kleine Gruppe wenn du dir anschaust EU-Assoziationsabkommen Suspendierung des EU-Assoziationsabkommen.

01:56:01: Etwas, was nun wirklich schon seit Langem diskutiert wird und da geht es ja nicht um Sanktionen gegen Israel sondern es geht um das Aufheben von Handelssanktionen.

01:56:11: Schächen, Österreich, Deutschland sind

01:56:13: vier Länder glaube ich sind's im Moment.

01:56:14: Es ist Ja es ist Tschechen, es ist Österreich, es is Deutschland glaubts uns.

01:56:18: und Slovenien ist wieder dazugekommen nach dem es dann Regierungswechsel

01:56:21: gab.

01:56:23: eine absolute Minderheit in dieser EU, wir sagen mal siebenundzwanzig Länder.

01:56:29: Wir haben hier vier die dieses EU-Assoziationsabkommen nicht suspendieren wollen, die das blockieren.

01:56:37: und ich glaube es muss man sich auch klar machen dass die Diskussion die wir hier in Deutschland führen oder die wir in Österreich führen, dass dies echt auch sogar im europäischen Maßstab eine Paralleltdiskussion

01:56:47: ist.

01:56:47: Geschweige deinem weltweiten Master?

01:56:48: Geschweiga denn wenn du den globalen Süden noch mitnimmst Aber es ist nicht mehr irgendwie der globale Süden und der Westen usw.

01:56:55: Nein, nein!

01:56:56: Das ist inzwischen ganz anders.

01:56:58: Es ist mitten in Europa angekommen die Widersprüche.

01:57:01: Und nicht nur in Europa, eine Mehrheit der EU-Länder denkt über diese Frage anders als es hier offizielle Politik ist.

01:57:10: Kommt diese Isolation in den Redaktionsstuben an gerade bei dem auf der Chefetage?

01:57:19: In der Regel stieg der Fisch von Kopf her Sowohl bei uns in der Politik als auch bei den großen Medien.

01:57:26: Kommt diese Isolation an, ist das am Ende egal?

01:57:34: Nein natürlich die wissen es ja!

01:57:37: Die wissen das?

01:57:38: Natürlich

01:57:38: wissen sie das.

01:57:39: also wenn dir ich meine ich habe wunderbar dieses schöne Video was da gemacht hat von der Bundeprise Konferenz wo sie mit der Friedensnobelpreistrigerin wo ihr gratuliert habt und dann gefragt wurde aber War die nicht ausgeladen worden vom Roten Rathaus als Antisemitien und so weiter, also auf einmal die ganzen Widersprüche?

01:57:57: Der kann dazu nichts mehr sagen.

01:57:59: Aber der weiß ganz genau.

01:58:01: Ja das ist für mich toll!

01:58:01: Er weiß das ganz genau natürlich aber in dem Moment kann er nix mehr sagen.

01:58:05: Das fand ich tolle.

01:58:06: verletzte Woche gerade, also Bundesregierung gratuliert.

01:58:10: Navi Pellei stellt ein paar quasi Referenzen, was sie so alles gemacht hat.

01:58:17: Kämpferin für das Völkerrecht!

01:58:19: Ja

01:58:19: ja und ich war gerade zwei Tage vorher mit ihr auf dem Podium in Nürnberg wegen achtzig Jahre einen Begehrprozesse... Und Sie war ja die Vorsitzende der Unabhängigen UN-Kommission, die letztes Jahr am Herbst festgestellt hat dass das Völkermord ist ein Gase.

01:58:33: Vier von fünf Völkomortkriterien anhatten der Konvention zur Verhinderung und Bestrafung vor Völkmord als sie mit ihren Kollegen festgestellt haben.

01:58:41: Schau dir die deutschen Medien an wie sie darüber berichtet haben.

01:58:44: Es kommt eigentlich nicht vor groß,

01:58:45: ne?

01:58:45: Oder sie gilt als dann umstritten.

01:58:48: Ja, umstritt ist sowieso mal so ein Wort was ...

01:58:50: oder es wird weggelassen.

01:58:51: Es gab irgendwie die erste Reaktion, die denn weltweit rumging.

01:58:54: also Sky News hab ich den Clip gesehen wo sie dann auch noch mal sagt zum Thema Furcomort Was wurde bei der Tagesschau und so weiter.

01:59:01: dieser Schnipsel wurde dann abgeschnitten.

01:59:04: Naja aber das ist natürlich, die sind sich ihre Heulerei glaube schon sehr bewusst.

01:59:09: glaubt nicht dass das dass sie das nicht wissen.

01:59:13: Aber was kann dann dazu führen, dass sich das ändert?

01:59:19: Das muss sich ja ändern!

01:59:20: Ja es wird sich... ich bin da wirklich optimistisch, dass es sich auch ändern wird.

01:59:25: Ja aber es muss sich rechtzeitig ändern.

01:59:27: und wir erleben gerade gleichzeitig eine in Österreich wahrscheinlich genauso wie hier in Deutschland.

01:59:32: Wir haben eine faschistische Gefahr die aufsteigt Die mittlerweile an den Institutionellen demokratischen Institutionen rüttelt Sie in Teilen des Landes jetzt auch übernimmt.

01:59:44: Und diejenigen, die sich die Hände reiben, dass bevor sie überhaupt einer Macht kommen das öffentlich-rechtliche System quasi massives Misstrauen erlebt bzw.

01:59:55: massives Vertrauen verliert?

01:59:58: Die reimt sich doch die Hände!

02:00:00: Also das glaube ich ist wirklich ganz wichtig.

02:00:02: Wir haben ja vorhin mal geredet zu sagen über diese Statistiken und Vertrauensverlust

02:00:06: usw.,

02:00:07: was bedeutet Vertrauungsbürelust von... zum Beispiel öffentlich-rechtlichen Medien.

02:00:12: Vertrauensverlust in öffentlich-errichtlichen Medien endet, glaube ich sehr häufig im Vertrauenzverluste in Demokratie und das heißt, dass ist unglaublich gefährlich!

02:00:23: Das geht nicht nur um irgendwelche wissenschaftlichen Studien die irgendwas feststellen sondern es ist eine Entwicklung glaube ich, die sehr gefährlich ist.

02:00:30: übrigens auch diese ganze Antisemitismusdebatte glaube ich ist gefährlich weil sie echten Antisemitism überdeckt Echten Rassismus gegen Juden überdeckt.

02:00:41: Und dann die Leute, denen nicht mehr ernst nehmen, weil sie das alles nicht mehr hören können.

02:00:45: Wenn irgendwas alles Antisemitismus ist ... Ich glaube sogar dass das sozusagen

02:00:52: was echten Antisemitism ist eine unglaublich gefährliche Geschichte ist, die wir hier erleben.

02:00:56: und es gibt echten Anti-Semitismus.

02:00:58: Das ist überhaupt keine Frage überall.

02:01:00: Überall!

02:01:03: Und in dem man das alles irgendwie miteinander vermischt wird das alles so wischig waschig und die Leute kommen dann, ah, das ist ja schon wieder die Antisemitismus-Käule usw.

02:01:12: Und irgendwann hast du eine Situation wo du brutalen Rassismus hast gegen Juden und die Leuten sagen, ach, das is

02:01:17: ja schon ... Das ist unglaublich gefährlich!

02:01:20: Erleben wir jetzt gerade wieder mediales Versagen ins Sachen Linker Wahlsieg in Berlin?

02:01:25: Wo es auch mal von Antisemitism vorwirfen geht und so weiter, wo es natürlich bei den linken problematischen Personen gibt, die meinetwegen auch problematische Sachen sagen.

02:01:36: Aber hauptsächlich geht es ja um die Israel-Politik, um Kritik an der israelischen Kriegsführung.

02:01:42: An Protest gegen Völkernmord und da wird dann alles auch von medialer Seite zusammen gemixt?

02:01:49: Ja das ist wahnsinnig gefährlich!

02:01:51: Also wenn ich sozusagen heute Jude in Deutschland wäre... Ich würde mir Angst haben.

02:02:03: Und zwar Angst weil wegen dieser Vermischung weil das irgendwie sozusagen wirklich dazu führt, dass du irgendwann mal das echte Antisemitismus nicht mehr als solcher gebrannt markt wird.

02:02:21: Weil die Leute einfach es nicht mehr hören können, so zu sagen.

02:02:24: Ja, weil das ständig mit Israel alles immer vermischt wird und wirklich kritisch gegen Israel ist antisemitisch und dann irgendwann ist das alles miteinander vermisht und irgendwann Die Schärfe des Arguments des Antisemitismus ist irgendwann stumpf, wenn du es wirklich brauchst.

02:02:47: Ich glaube dass das wirklich unglaublich gefährlich ist die Situation die wir gerade erleben also auch gefährlich für jüdisches Leben.

02:02:54: diese Vermischung

02:02:57: Gerade weil doch auch nach den Gängen Antisemitism Definition genau das vermieden werden muss Israel israelische Politik israelischer Regierung handeln Nicht in Verbindung gebracht werden darf mit deutschen Juden.

02:03:13: Und was natürlich auch ignoriert wird, dass du wirklich inzwischen eine nicht kleine Gruppe an jüdischem Leben in Deutschland hast die sehr kritisch sind gegenüber der ganzen Israel-Politik und die eigentlich sozusagen auch irgendwie in dieser ganzen Debatte vollkommen ignoriert werden als ob sie nicht existieren würden.

02:03:34: Die jüdische Meinungsvielfalt in Deutschland Wenn du gerade insbesondere je linker du bei deutschen Juden wirst, die sagen dir, die findet dir massiv gefährdet.

02:03:45: Diese Meinungsvielfalt ist hier nicht erwünscht.

02:03:48: Gerade medial!

02:03:50: Ja also ich sage das alles extrem gefährliche Entwicklung.

02:03:55: Ich finde dass Antisemitismus und der Kampf dagegen enorm wichtig ist Und ich finde dass man sehr aufpassen muss, dass nicht alles miteinander vermischt wird.

02:04:07: Na wie kommt

02:04:11: man

02:04:13: da raus?

02:04:17: Ich bin froh, dass es Leute wie dich gibt und auch andere, die sich da nicht einschüttern lassen.

02:04:26: Man hat ja trotzdem eine Art Vorbildwirkung und das gibt anderen Kraft, dass sie sich nicht alle einschüttern lassen.

02:04:35: Dass man trotzdem weitermachen kann damit man hier nicht kaputt gemacht wird.

02:04:41: Wir hatten ja vorhin gesagt, zum Einschütteln können wir immer zwei Seiten.

02:04:46: Ja es können immer zwei Seiten und natürlich hast du auch in der Palästina-Solidität wirklich grauenvolle Dinge.

02:04:57: Auch die musst du praktisch ansprechen.

02:05:02: Es ist ein mega komplexes Thema und das finde ich persönlich sehr gefährlich.

02:05:08: Ich finde diese ganze Entwicklung nicht gut!

02:05:10: Also ich finde die Entwicklung nicht gut.

02:05:15: Dieser Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlicher Meinung, die dann dazu führt, dass man irgendwie sogar sozusagen demokratiekritisch wird – das ist eine gefährliche Geschichte!

02:05:24: Ich finde diese ganze Vermischung in der Antisemitismus-Debatte fatal und gefährlich sind alles Dinge, die gehen in eine Richtung, die nicht gut ist.

02:05:35: Ich hatte vorhin schon die neue Studie... von den Kommunikationswissenschaftlern Karola Richter und Kompliktforscher Janis Grimm angesprochen, kam jetzt gerade die Tage raus.

02:05:44: Dort heißt es, sie tat, Die Mehrheit der befragten Journalistinnen nimmt ihre Handlungsspielräume in eine Ausberichterstattung als eingeschränkt war und sieht die Pressefreiheit bedroht.

02:05:53: Auch von Selbstsensur ist die Rede.

02:05:56: Sie haben in ihrer Studie jetzt gezeigt zwei Drittel der Befragten sagen, die Pressemfreiheit seit dem sieben Oktober hat sich verschlechtert in Deutschland.

02:06:06: Gerade freie Kollegen, die nicht in Redaktion angedockt sind ...

02:06:11: Die trinke ihren Arbeitsverhältnissen.

02:06:12: ... mit zweiundfünfzig

02:06:13: Prozent und einundseipzig Prozent erlebten bereits Bedrohung.

02:06:20: Das ist die Lage aktuell.

02:06:23: Und das kann ich so bleiben?

02:06:25: Ist nicht gut, nee!

02:06:26: Ist absolut nicht gut was da passiert.

02:06:30: Aber ich glaub

02:06:31: trotzdem also bevor wir jetzt irgendwie zu negativ werden.

02:06:33: Nee,

02:06:34: aber darauf wollte ich hinaus.

02:06:37: Ich würde ja sagen Das ist jetzt auch nichts Neues.

02:06:43: Es gab es in anderen ... Zu anderen Zeiten, in anderen Jahrzehnten ähnliche problematische gesellschaftliche Situationen.

02:06:57: Ich habe mir gestern Abend nachdem ich mich auf das Interview vorbereitet hatte, hatte ich irgendwie noch einen Lust, mir ein Film anzugucken den ich seit zwanzig Jahren nicht gesehen hab weil ich bin großer Fan von Edward Amaro.

02:07:07: was ihr noch zu Dingen kennst war einer der besten amerikanische Journalisten, die es meiner Meinung nach gab.

02:07:14: in den dreißigern, vierzigern und fünfzigern hat er unter anderem eine CBS-Sendung gemacht.

02:07:19: Und so weiter und so fort war er in den Dreißigeren.

02:07:21: Und umvitzigen hat er aus London berichtet für CBS.

02:07:26: In Good Night & Good Luck wurde von George Clooney gedreht.

02:07:30: Da geht es darum dass er sich mit Joseph McCarthy angelegt hat.

02:07:34: das war damals die Zeit des McCarthyism.

02:07:37: wo ist eine diese Red Scare, also diese Angst vor dem Kommunismus.

02:07:42: Die Kommunisten unterwandern das amerikanische Politiksystem Hollywood und so weiter und sofort.

02:07:48: Und Edward Amaro hat sich dagegen gestellt mit seiner Redaktion.

02:07:51: Sie haben dagegen gekämpft und hat sich gegen die damals herrschen Atmosphäre der Angst- und Verfolgung.

02:07:58: Das war ja McCarthy gewesen.

02:08:00: Gewährt!

02:08:01: Und vieles von dem ist heutzutage kann man parallel sehen.

02:08:04: Es ist vieles unterschiedlich aber viele... Oftmals.

02:08:08: diese Angst und Verfolgung innerhalb einer Gesellschaft, gerade auch in medialen Kreisen war damals vorherrschend.

02:08:15: Und er hat sich ... In dieser Sendung hab ich mal rausgesucht jetzt, vom neunten März, vierundfünfzig dazu geäußert.

02:08:21: Ich fand das so schön, weil es hat mich an die heutige Zeit erinnert.

02:08:25: Das ist besser werden wird!

02:08:27: Er sagte auf ... Ich hab's nicht übersetzt... durch Furcht in ein Zeitalter der Unvernunft treiben lassen, wenn wir tief in unsere Geschichte und unseren Grundsätzen graben.

02:08:39: Und uns daran erinnern, dass wir nicht von furchtsamen Männern abstammen!

02:08:44: Nicht von Männern die sich fürchteten zu schreiben, zu sprechen, sich zusammenzutun und für Anliegen einzutreten, die im Augenblick unpopulär waren... ...und er hat Recht behalten.

02:08:54: Am Ende hat McCarthy verloren.

02:08:56: Er ist sein Job verloren und im Nachhinein Jahre später, wenn sie sogar seit zehn Jahren später ist uns allen dieser Makathiasmus peinlich und wir gucken da mit Abscheu drauf zurück.

02:09:09: Und ich bin überzeugt, wenn Leute wie du das durchhalten und andere auch als Vorbilder dienen werden wir diese aktuelle Zeit, diese dunkle Geschichte des Journalismus in Deutschland und Österreich ins besunde Bezug auf eine Ost.

02:09:25: Wir werden das durch halten...

02:09:27: Ich glaube ja Schau!

02:09:30: Wenn man weiß, wenn du hier so in Berlin sitzt Und irgendwie das die ganze Zeit siehst, da wirst du natürlich Kiri im Kopf.

02:09:37: Aber ich glaube schon, dass du musst dir glaube ich das große Bild anschauen und da verschieben sich einfach die Dinge.

02:09:42: Richtig!

02:09:42: Es verschieben es sich die Dinge... Ich habe ja schon gesagt, es gibt eine Mehrheit der EU-Staaten und auch die, die das anders haben möchte.

02:09:51: Ich glaube sogar, dass es eine mehrheit der Bevölkerung gibt, die dies anders haben will hier.

02:09:57: Es gibt Veränderungen in den USA die viel wichtiger sind, was dieses Thema angeht als das hier passiert.

02:10:05: Da geht es ums Eingemachte für so auch die israelische Regierung und je nachdem was sich da in den USA verschiebt ist es massiv für sie.

02:10:18: Und es gibt diese kleine Minderheit, die noch an der Suspendierung des Blockieren des EU-Abkommens, aber all das wird ja nicht verschwinden!

02:10:29: immer weitergehen.

02:10:31: Und ich glaube auch am Ende mein Wie wird eine Besatzung beendet?

02:10:39: Eine Besatzungen, glaub' ich, wird auf zwei Arten geendet.

02:10:43: Einmal dadurch dass die Besetzende, denen der Besatzenden beenden kann ist nur der Besatzer.

02:10:50: Niemand anders kann den Besatzern beenden.

02:10:55: Das heißt sie können eigentlich nur dann beendete werden wenn du diese Gesellschaft einfach mal merkt so geht's Einfach nicht weiter.

02:11:03: Wie merkt diese Gesellschaft, dass es so nicht weitergeht?

02:11:06: Einerseits natürlich das die Besetzten nicht ruhig geben und andererseits, dass sich international all die Dinge verschieben und der Druck sich verschiebt.

02:11:17: All das ist im Moment am Arbeiten.

02:11:20: Und ich vergleiche das auch manchmal mit so etwas wie Algerien, weil siebzig Jahre brutalster Kolonialismus der Franzosen in Algerien über einer Million oder was weiß ich, wie viel Toten.

02:11:32: Also dagegen ist... Was wir in Gaza erleben?

02:11:35: noch also wenn wird diese Geschichte von Algerien die Kolonialgeschichte von Algerin war sowas von brutal und es hat geendet.

02:11:44: als die französische Gesellschaft gesagt hat so geht's nicht weiter Und wir werden sowas auch da erleben.

02:11:52: Wir werden zu diesem Punkt kommen.

02:11:54: und und wir werden zu dem Punkt kommen weil der Internetseite Druck sich sich internetseite Dinge verschieben Weil natürlich die Palästin seine Besatzung einfach so akzeptieren, das werden sie nicht tun.

02:12:11: Wir haben jetzt... Jetzt kommen dann langsam so sagen Sie Geschichten.

02:12:17: also wenn der Zeit kommt an die Geschichten raus mit den Soldaten, die immer mehr erzählen werden, die israelischen was da passiert ist und so weiter.

02:12:25: Also auch in der eigenen Gesellschaft wird es mehr berudeln.

02:12:28: all diese Dinge.

02:12:29: ich glaube dass also Ich bin nicht pessimistisch weil es gibt keine Alternative dazu.

02:12:34: Also der Status quo, wie er jetzt ist, ist kein nachhaltiger Status quo.

02:12:39: Der kann nicht funktionieren!

02:12:40: Er führt immer wieder zu einer Katastrophe und es kommt irgendwann die Erkenntnis dass das anders gemacht werden muss, dass man's auch nicht militärisch lösen kann.

02:12:50: Dass es ein politisches Problem ist, dass es um eine... am Ende der Besatzung geht da, dass darum geht, wie man irgendwie dann hinterher arrangiert Ein Zusammenleben arrangiert und all diese Dinge, wir werden an diesen Punkt kommen.

02:13:07: Wenn ich mir das überlege du hast vier Szenarien die möglich sind was dies angeht.

02:13:11: Das erste Szenario ist Status quo.

02:13:14: Wir machen einfach so weiter wie bisher Lippenbekenntnisse zur Zweistaatenlösung.

02:13:21: Die israelische Seite schafft immer wieder mehr und neue Fakten, die nicht mehr umkehrbar sind vor allem in West-Jordanland oder eben auch jetzt im Gaserstreifen.

02:13:28: gerade jetzt wieder hat man die gelbe Linie noch mehr verschoben wo sie den israelischen Armee statt sind.

02:13:34: also man schafft Fakte aber es wird nie Ruhe geben.

02:13:38: in dieser Situation ist eine Situation die zutiefst zu instabilität führt.

02:13:44: Das ist das erste Szenario.

02:13:46: Wir waren einfach so weiter wie gehabt, eine Situation, die ein Szenarium absolut nicht nachhaltig ist und es wird immer klarer, dass es nicht nach haltig ist.

02:13:54: Die zweite Möglichkeit ist tatsächlich die Vertreibung der Palästinenser.

02:14:00: Also des wovon die israelische Rechte träumt ja die Palästenzer raus aus Gaza, die Palistenzer raus im Westjordanland, die einen nach Ägypten, die anderen nach ... Nach Jordanien, das wäre natürlich eine verstrategische Veränderung der Situation.

02:14:12: Problem gelöst sozusagen durch ethnische Säuberungen.

02:14:16: Ich glaube nicht dass es machbar ist.

02:14:19: Es ist international nicht machbar und es ist wenig machbar weil es keine Partner gibt in der ethnischen Säuerung des Gazastreifens oder keiner der diese Leute aufnehmen möchte.

02:14:31: Egypten möchte nicht Teil eines Vertreibungs-Szenarios der Palisthenza sein genauso wenig wie Jordanien.

02:14:36: Du brauchst jemanden, um die Leute zu vertreiben.

02:14:38: Brauchst du jemanden wo du sie hintreiben kannst?

02:14:41: Auch dieses zweite Szenario funktioniert nicht.

02:14:46: Das dritte Szenario ist ja was wir immer so als zwei Staatenlösungen bezeichnen also ein palästinischer Staat neben Israel das was mit dem Oslo-Prozess alles begonnen hat.

02:14:59: im Westen hat man immer sozusagen Lippenbekenntnisse gemacht aber hat man nie irgendwas politisch investiert in diese Situation?

02:15:06: Und jetzt haben wir eine Situation, wo seitens die zwei Staatenlösungen im Grunde genommen sehr, sehr unwahrscheinlich geworden ist.

02:15:13: Einfach, falls kein Territorium mehr gibt und es keinen Zusammenhängen gibt, dass man irgendein Staat bilden kann.

02:15:18: Es war ja interessant als bei dieser UN-Generalversammlung letztes Jahr wieder mehr Staaten einen palästinischen Staat symbolisch anerkannt hat.

02:15:28: Da hat's Modric, also der Rechtsaußenfinanzminister in Israel gesagt, müssen wir einfach dafür sorgen, dass es nichts mehr anzuerkennen gibt.

02:15:38: Und genau das ist genau das was passiert!

02:15:41: Wir sorgen dafür, dass da nichts mehr zu erkennen gibt.

02:15:43: Das heißt diese zwei Staatenlösungen

02:15:46: auch

02:15:46: immer unwahrscheinlich.

02:15:48: und das vierte Szenario glaube ich ist das was man vor allem in akademischen Kreisen und so weiter als eine Einstaatenlöse diskutiert also einen säkularen demokratischen Staat alle die gleichen Rechte haben.

02:16:08: Aber das ist für viele natürlich dann auch

02:16:11: wieder so... Das wäre das Ende des Jüdischen Staates, das wäre momentenschwer vorstellbar mit dem Trauma der israelisch aus dem siebten Oktober und dem was die Palästinser logischerweise danach erlebt haben und immer jeden Tag noch erleben dass das irgendwie funktioniert im Moment schwer vorstellba ob es dann irgendwelche Interimgeschichten gibt mit Föderationen oder irgendwas.

02:16:37: Alles Mögliche ist denkbar, aber es gibt eigentlich keine ... Ich kann noch mal ein anderes Szenario einfällt.

02:16:44: Das sind die vier Szenarien, die ich sehe.

02:16:46: Also Status quo, Vertreibung zwei Staatenlösungen und eine Staatenlosung.

02:16:51: mehr sehe ich nicht.

02:16:53: Und da würde ich ja genau diejenigen, die jetzt quasi die obersten Verteidiger auch medial und politisch in unseren Österreich-Deutschland sind, dann einmal fragen Wenn ihr dann die zwei Staatenlösungen präferiert, damit es einen weiteren jüdischen Staat gibt und nicht quasi palästinansisch- israelisch.

02:17:15: Keine einstaatenlöse.

02:17:16: Dann müsstet doch jetzt dafür sorgen dass die Besatzung ändert.

02:17:21: Ja

02:17:22: du merkst auch das sich die Diskussion verschiebt.

02:17:24: also ich verfolgt ist jetzt seit Jahrzehnten diese Geschichte.

02:17:28: aber Die Hauptdiskussion, die in den neunzigern Jahren oder auch zweitausenderjahren am Anfang lief war eine Frage von.

02:17:37: es ging um Territorium.

02:17:39: Es ging um Territorium.

02:17:40: Zwei Staaten ist so Territorm.

02:17:41: was wie wo?

02:17:42: Was palästinensischer Staat?

02:17:44: Territorum!

02:17:44: Das ging um Boden.

02:17:47: Die Diskussion verstiebt sich immerhin mehr immer mehr hin zu rechten.

02:17:52: Apartheit ist das einer Partherstaat.

02:17:54: Es ist kein Aparth weit statt.

02:17:56: Rechte gleiche Rechte.

02:17:59: Das geht hin in Richtung... Das ist eigentlich die Diskussion, die führt in Richtung einer Einstaatenlösung.

02:18:06: Geht es nicht mehr um Territorium?

02:18:08: Es geht um gleiche Rechte und wie kann das keine Abpartei sein?

02:18:13: usw.?

02:18:13: Du merkst dass sich der Diskurs auch verschiebt ein bisschen.

02:18:17: Und da sind alles so Dinge glaube ich... Wie gesagt, ich bin am Ende nicht so pessimistisch.

02:18:25: Ich glaube, dass natürlich irgendwie klar ist irgendwann klar sein wird Es wird keine Sicherheit für Israelis geben, wenn es keine Rechte für Palästinser gibt.

02:18:42: Das ist die Rechnung!

02:18:44: Und alles andere wird nicht funktionieren.

02:18:50: und auf dieser Basis muss eine Lösung sein weil diese sieben Millionen Palästenzer und sieben millionen israelische Juden werden sich nicht in Luft auflösten.

02:19:00: keiner von beiden wird sich in luft auflöst.

02:19:03: Also musst du irgendwie eine Lösung finden.

02:19:07: Wie machst du das?

02:19:09: Und das sind eigentlich die Diskussionen, die wir führen müssten.

02:19:11: Das sind wirklich die Diskussion, die man führen sollte.

02:19:15: Lösungsorientiert nicht versuchen einen Status Quot zu verteidigen der ganz offensichtlich nicht funktioniert.

02:19:24: Darum meinte ich auch so es hilft aber auch den Blick in die Geschichte damit man nicht verzweifelt sondern Anhand jetzt, keine Ahnung hier diese Antikommunismus im Westen nach dem Zweiten Weltkrieg.

02:19:35: Blick auf Apartheid in Südafrika wo es auch über Jahre Jahrzehnte... also wir als westen-westliche Staatgemeinschaft auf der falschen Seite der Geschichte stand.

02:19:45: und trotzdem haben Menschen Jahre und Jahrzehnte vor Ort wie auch einen anderen Teil der Welt für die richtige Sache gekämmt.

02:19:53: Ich war damals, das war Teil meiner Politisierung.

02:19:57: als Jugendlicher war die Antiapartheid Bewegung damals.

02:20:01: Da musst du doch wahrscheinlich auch als Jugendlicher manchmal verzweifelt gewesen sein.

02:20:06: Ja, natürlich!

02:20:07: Und ich habe vielerlei Hinsicht oft zu AHA-Erlebnis.

02:20:09: Das hab' ich schon mal alles irgendwie wenig erlebt.

02:20:14: Es ist ja interessant auch, dass jede Generation an bestimmten anderen Themen politisiert wird.

02:20:22: Du hattest irgendwann die Vietnam... Generation, das war der achtzächsige Generation.

02:20:28: Dann hattest du ja diese Anti-Aparter Bewegung in Südafrika und ich glaube heute ist einfach das Thema Palästina Israel ist das Thema dass heute glaube ich eine jüngere Generation politisiert also das außenpolitische Thema.

02:20:43: Das eine junge Generation vielleicht zusammen mit der Ukraine oder anderen aber es ist einer der absolut wichtigen Themen die eine ganze Generation politiziert.

02:20:52: wo du auch merkst da gibt's ein Gap Zwischen auch zwischen den Generationen, wie es diskutiert wird.

02:20:57: Die ein... die ältere Generation, die das immer noch sozusagen im Zusammenhang mit Holocaust und so weiter siehst Und eine jüngere Generation ist eher in Zusammenhang Mit eher so einem antikolonialen Verständnis sieht.

02:21:08: Da merkst du da trifft was auseinander.

02:21:10: Aber da verändert sich ja auch etwas.

02:21:13: Ich kann mir... ihr seht wie's in Österreich ist Da wird mit zu sehr dem politische Einblick war.

02:21:18: Ich kann mich nicht vorstellen dass wir in zehn Jahren wo dann in fünfzehn Jahren hier führende Politiker haben, die in irgendeiner Weise noch in der Nähe von Macht und Regierung kommen.

02:21:28: Die heutzutage entweder durch jetzt eine Ampel oder jetzt eine aktuelle Regierung Beife zu Völkermord geleistet haben.

02:21:35: Ich kann mir das... Also Heutzutagen ist das Gang und Gebe weil politische mediale Klasse schützt sich dagegenseitig oder lässt es weg.

02:21:44: aber ich kann mich nicht vorstellen dass man das in zehn, fifteen Jahren in irgendeiner Weise noch Karriere fördert.

02:21:51: Nein, absolut nicht!

02:21:54: Ich versuche... Ein schönes Buch hat übrigens ein Ägypter geschrieben.

02:22:01: Omar Akkad hat einen Buch geschrieben,

02:22:03: d.h.,

02:22:04: one day everyone will have always been against us und dieser Punkt wird kommen.

02:22:10: Dieser Punkt wird definitiv kommen glaube ich.

02:22:13: Und dann werden sich aber auch viele Daran erinnern, dass man gerade in einer Position mit ja politisch das alles hätte schon wissen können.

02:22:24: Und spätestens jetzt in Sachen Gaza nach den IGH-Maßnahmen, zwanzig, vierundzwanzig und auf jeden Zwanzig da war ja die erste quasi aus Den Haag die erste Reaktion Israel.

02:22:34: wir haben ja Anzeichen dafür Dass es zum Völkermord kommen kann.

02:22:38: und angesichts der Konvention zur Verhinderung von Völkmord erlassen die jetzt diese Maßnahmen

02:22:46: Diese vorläufigen

02:22:46: Maßnahmen, damit das nicht eintritt.

02:22:50: Und diese Vorläufigmaßnahmen überhaupt nicht eingehalten?

02:22:53: Und da gab es ja nochmal eine Mahnung dann hinterher.

02:22:56: Darum läuft das Verfahren jetzt gegen... Darum wurde die Anklage angenommen, darum unterstützen europäische Staaten wie auch die halbe Welt dieser Anklagen.

02:23:03: Die Deutschen

02:23:03: haben sich die Deutschen vor ein paar Monaten, beim Internationalen Gerichtshof nennt man das eine Nebenintervention.

02:23:14: Also, Nebenintervention kann für die Anklage oder für die Verteidigung sein.

02:23:18: Aber in dem Fall war es so eine Art Nebenverteidiger.

02:23:21: Deutschland hat ja irgendwie sich an der Nebenintervenzion gemacht.

02:23:25: aufseiten is

02:23:27: er jetzt und

02:23:28: hat sich vor ein paar Wochen still- und heimlich zurückgezogen aus dieser Nebenintervension.

02:23:35: Warum?

02:23:36: Weil es ein zweites Verfahren gibt zu Myanmar wo die Deutschen auch daran beteiligt sind Und die Argumente, die sie gegen Myanmar-Volkermord an den Rohinniers benutzen würden klaschen.

02:23:54: Im totalen Widerspruch stehen mit dem wie Sie sozusagen in dem anderen Verfahren mit Israel argumentieren.

02:23:59: und deswegen haben sich die Deutschen zurückgezogen weil du kannst nicht bei dem einen Hü und beim anderen Hort sagen.

02:24:04: Das

02:24:04: Auswirkabend hat bei Myanmar auch mit anderen Staaten im EGH eingewirkt Völkermordbegriff erweitert wird, damit es nicht zu eng gesehen wird.

02:24:16: Genau

02:24:16: und das schießt sich in dem Verfahren mit Israel ins Knie.

02:24:20: Und

02:24:20: jetzt bei Gaza tun sie so... Nein!

02:24:22: Das muss alles viel enger sein?

02:24:24: Ja deswegen haben Sie sich ja zurückgezogen.

02:24:25: Ganz genau.

02:24:26: Deswegen weiß ich den Widerspruch nicht auflösen kann.

02:24:28: Genau.

02:24:29: Das müssen wir... Hans und ich mussten das in der Bundesbrassekonferenz sehen aus der Nase.

02:24:33: Aber man merkt dann diesen Schau... Es geht ja darum irgendwie, wie optimistisch oder pessimistisch.

02:24:39: Man merkt an all diesen Dingen das sich Dinge verschieben und dass bestimmte Argumentationen nicht mehr... Dass du so nicht mehr agultieren kannst, sodass dich deswegen zurückziehst und solche Sachen.

02:24:49: Das sind ja alles wichtige Dinge die da passieren!

02:24:51: Ich fand apropos richtige Dinge auch richtige Begriffe hatten mich auch an meine Anfängensachen sprechen über Israel-Palästina und so weiter erinnert, dass bei dir auch Worte Besatzer für die israelische Besatzung und besetzte für die palästinenser schon so Stress geführt haben?

02:25:15: Ja, vollkommen absurd.

02:25:16: Das wurde mir vorgeworfen zum Teil bei diesen Angriffen auf den sozialen Medien, dass sich ja von Besatzern und Besätzen reden würde eine Kategorie die absolut beim Internationalen Gerichtshof und im internationalen Recht ganz klar und deutlich festgelegt ist.

02:25:30: Es ist nicht die Erfindung von Karim Il Gohari.

02:25:32: Du

02:25:32: wurdest als Aktivist gewesen?

02:25:33: Deswegen bin ich

02:25:34: dann ein Aktivista.

02:25:38: Wie hast du gesagt, nicht kontroverser.

02:25:40: Sondern wie heißt das?

02:25:40: immer umstrittender Aktivist oder irgendein Quatsch?

02:25:43: Umstrittene Aussagen mit Besatzung und also was für ein Quatsche.

02:25:48: Kategorien des internationalen Rechts sind ganz klar und deutlich.

02:25:51: dass das irgendwie eine Besatzungs- wie die Israelis das nennen ist vollkommen irrelevant.

02:25:55: Es ist entscheidend ist was der Internationalen Gerichtshof dazu sagt.

02:25:58: ob es eine Besatzung ist.

02:25:59: da keine Umsatzung.

02:26:01: Israelisch sprechen von umstrittenen Gebieten, statt von Besatzung.

02:26:03: Aber wen interessiert es?

02:26:06: Wenn das vom Internet als angerechtshof sozusagen... Ich finde überhaupt das Wort Besatzungen ist einer der ganz wichtigen Dinge die man in den Diskurs immer wieder reinwerfen muss!

02:26:13: Ich finde das übrigens.

02:26:15: ich persönlich finde das wichtiger als diese ganze Geschichte, die ganze Genozid-Diskussion.

02:26:21: Ich finde diesen Begriff Besatzungs ist viel wichtiger weil da geht's zum Struktur.

02:26:28: Da geht es um Struktur.

02:26:30: Da geht's darum, dass das keine symmetrisch gleichen Parteien sind.

02:26:35: Da gibt's so viele Dinge und das ist die grundlegende Struktur und deswegen ist das für mich viel wichtiger als Begriff.

02:26:46: Deutschland streitet sich jetzt irgendwie seit dieses Verfahren begonnen hat über die Semantik von Genozid oder nicht Genozid.

02:26:53: Ich glaube,

02:26:54: dass diese strukturelle Geschichte... eigentlich die wichtiger ist.

02:26:59: Es gibt einen Besatz und es gibt einen besetzten, die sind nicht gleichwertig, sie sind nicht symmetrisch... Es gibt einem bestimmten Recht auch, dass man gegen die Besatzung Widerstand leistet all diese Dinge.

02:27:13: Da geht's um die Struktur!

02:27:14: Ich will jetzt gar nicht grundsätzlich widersprechen aber ich finde es ist trotzdem wichtig auch die richtigen Begriffe in Sachen Völkermord im Krieg zu benutzen weil wenn es ein Völkmord ist, ist das etwas anderes?

02:27:26: Als nur ein

02:27:26: Krieg.

02:27:27: Ja, ich bin aber bei den Diskussionen immer sehr ... Weißt du was?

02:27:32: Was ich nicht mag!

02:27:32: Es ist halt nicht mal... Ein juristischer Begriff in seinen Wissenschaften.

02:27:36: Ich

02:27:36: weiß es, das weiß ich.

02:27:37: Aber wenn man in Diskussionen sozusagen immer mit Titeln um sich wirft anstatt über die Strukturen und so weiter zu diskutieren Und wenn ich jetzt weiß dass diese Genozid-Geschichte irgendwie dieses und jenes triggert dann konzentriere ich mich auf die Struktur.

02:27:57: Und bei dieser Struktur gibt es einfach überhaupt null Zweifel.

02:28:03: Aber es gibt aber keine Konventionen zur Verhinderung von Kriegsverbrechen, es gibt eine Konvention zu verhindern von Völkermord?

02:28:10: Nein, der Kriegs-Verbrechen sind natürlich eine Kategorie im Internationalen Recht und eine Kategory, die nicht geringer ist als Völkmords.

02:28:18: Also

02:28:18: ob ich das jetzt ... Das Kriegsvorbrechen ist schlimm genug!

02:28:25: Aber Deutschland ist verpflichtet, Völkermord zu verhindern.

02:28:31: Und wenn es da Anzeichen auf höchstrichterliche Ebene, Auf-Anklagebänken der ICC...

02:28:36: Ja?

02:28:38: Darauf kann ich darauf rekorriere immer auf das Verfahren.

02:28:42: So!

02:28:43: Und dafür gibt's eine Konvention und die wurde radiziviert.

02:28:46: Die hat da Simpel zuverpflichtet.

02:28:47: Es gibt keine Konvention zur Verhinderung und Bestrafung von Christverbrechen.

02:28:53: Die Kriegsverbrechten werden natürlich bestraft?

02:28:55: Ja, natürlich!

02:28:56: Aber Deutschland ist nicht verpflichtet, falls es quasi vom EGH Anzeichen gibt und Vorlage für Maßnahmen um das zu verhindern, zu handeln.

02:29:05: bei Völkermordessen so.

02:29:06: Wie schnell ist es verpflichtend, den Daniel Hof festzuleben wenn er... weil er wegen einem Haftbefehl, wegen Kriegsverbrechen hat muss er sobald er den Fuß irgendwo in ein EU-Landsetzt festgenommen wird.

02:29:20: Ich finde einfach wichtig hinter der Diskussion glaube ich immer wenn man diskutiert dass man ein bisschen schaut das man von der Polarisierung wegkommt und dass man über Strukturen Menschen viel besser überzeugen kann.

02:29:44: Also für mich ist das Wort Besatzung der absolute Kernbegriff bei der ganzen Palästina-Frage und den kannst du gar nicht oft genug benutzen.

02:29:59: Das ist mir auf jeden Fall auch aufgefallen, als ich damit angefangen habe weil irgendwann ist mir klar geworden dass einzige was diesmal unsere Regierung jahrelang gesagt hat war die besetzten Gebiete.

02:30:11: sie haben selber nicht von israelische Besatzung und zwar der gesprochen seit dem höchsten diese besetzten Gebiete gemacht.

02:30:18: Dann kannst du mir auch noch mal gleich sagen, selbst nach dem IGH Gutachten was die Vollversammlung in Vollversamlungen bestellt hat das kam im Juli... Was?

02:30:30: ...vierundzwanzig raus wo der EGH höchstrichterlich eingeschätzt hat Die Besatzungen als solche ist Illegal.

02:30:41: Nicht nur die Siedlung, sondern die gesamte Besatzung ist illegal?

02:30:45: Und

02:30:45: zwar in Westjordanland, in Ost-Jerusalem und in Gaza.

02:30:50: weil Israel ja oft argumentiert wir haben uns aus Gaza zurückgezogen es ist keine Besatzungen.

02:30:54: International Gerichtshof hat klar festgelegt dass alle drei Orte besetztes Gebiet sind und israelische Besatzungs sind.

02:31:03: Und so schnell wie möglich beendet werden muss.

02:31:06: Das Interessante ist, das ist ein Österreich anders.

02:31:10: Obwohl es dieses IGH-Gutachten gab, wo nicht nur gesagt wird die Siedlung ist illegal sondern den gesamten Besatzungsillegal hat die Bundesregierung und redet sie immer noch so wenn's um diese Besatzung geht.

02:31:21: Immer noch davon ja die Siederungen sind illegal das ist völkerrechtswidrig das kritisieren

02:31:26: wir.

02:31:26: Nein.

02:31:26: also das stimmt das finde ich nicht ganz richtig.

02:31:30: doch dass es bei uns ist

02:31:33: nein die offizielle die offiziäre Politik der Bundesregierung wie übrigens auch der EU als Ganzes ist, dass das eine israelische Besatzung ist.

02:31:44: Die Frage ist nicht, dass sie das so definieren sondern warte, die Frage ist wie viel politisches Kapital investierst du um diese Situation zu verändern?

02:31:57: Sie haben das sozusagen...müssen sie ja!

02:32:00: Sie können ja nicht, also die UN bezeichnet es als solches international Gericht.

02:32:04: Sie können sich ja nicht einfach ignorieren.

02:32:06: Du hast mich falsch verstanden.

02:32:07: Es geht nicht darum, dass Sie das als besatzung Also, dass ich das nicht so nenne.

02:32:12: Sondern die Illegalität der Besatzung.

02:32:15: Nein!

02:32:21: Nein, nein.

02:32:22: Das stimmt wirklich nicht!

02:32:23: Also indem du das als eine Besatzung bezeichnest und es klar ist, dass es eine illegale israelische Besatzungen ist oder es nicht nur um die Siedlungen geht... Was wäre denn der Sinn- und Zweck?

02:32:35: Die Siedlung abzubauen wenn man keine... Du hast eine zwei Staatenlösung anerkannt.

02:32:41: Nein, die grundsätzlichen Dinge sind anerkannt.

02:32:43: Das Problem ist Tilo, dass niemand keiner bereit ist politisches Kapital zu investieren in diese Geschichte, dass man allein sagt Schau du hast eine Situation zwischen Besatzern und Besetzten.

02:32:55: Und dann hat man gesagt so jetzt setzt ihr euch mal an einen Tisch und verhandelt mal eine Lösung.

02:33:03: also da soll ein besetzer sich an einem Tisch setzen die vollkommen machtmäßig kein Match sind.

02:33:12: ja und soll Lösung aushandeln.

02:33:16: Das haben wir als sogenannten Friedensprozess bezeichnet, viele Jahrzehnte lang und das ist dawürz absurd wenn du sozusagen von außen nichts investierst um diese Situation zu beenden.

02:33:31: Das ist das viel entscheidendere weil Lippenbekenntnisse über zwei Staatenlösungen und Besatzung so haben wir immer gehabt.

02:33:40: Das Problem ist es ist nix investiert worden.

02:33:43: vielleicht

02:33:43: haben wir uns jetzt gerade noch mal aneinander vorbeigeredet.

02:33:46: Wenn es um die Siedlung geht in den Besetztengebieten, also in der Westbank, da betont die Bundesregierung die Völkerrechtswidrigkeit dieser Siedlungsbaus.

02:33:56: Wenn das aber um die Besatzung als Seuche geht und dass selbst nach dem IGH-Einschätzung, Betonen sie nicht die Illegalität der gesamte Besatzung.

02:34:06: Das meine ich Sie bleiben immer bei der Völkerrechtwiedrigkeits der Siedlungsbaus, Was ja auch dazu führen würde, weil der IGH gesagt hat die Besatzung muss so schnell wie möglich beendet werden.

02:34:18: heißt das Im Umkehrschluss auch dass nicht erst eine zwei Staatenlösungen Verhandelt werden muss sondern sie dass die besatzung als solches Das

02:34:26: ist die eigentliche Geschichte.

02:34:27: Dass es keine frage

02:34:28: von verhandlungen sind Sondern dass diese besatzungsbeendet

02:34:31: sein muss.

02:34:32: und dann können Sie meine weh noch mal weiter verhandeln und so weiter Und nicht so wie jetzt immer noch die Haltung ist.

02:34:37: Ihr verhandelt erstmal eine zwei staatenlöse und dann zieht euch zurück.

02:34:42: Das ist natürlich praktisch gesehen enorm schwierig mit siebenhunderttausend Siedlern irgendwie sich zurückzuziehen.

02:34:49: Wir haben inzwischen so viele Fakten, die geschaffen wurden.

02:34:53: Also ich kann mich erinnern während dem Auslaufprozess hat man noch gedacht wir denken über kreative Lösungen nach das heißt einige Siedlungen eine große Siedlungsbrücke waren direkt an der grünen Linie zwischen Israel und den Westjordaner gesagt okay nehmen das als Teil des israelischen Staatsgebiet und geben dafür den Palästinsern ein Teil des Israelischen Staatsgebietes, in dem eben ganz gesondert viele Paläster leben.

02:35:18: Und da gab es irgendwie so sagen noch die Möglichkeit sich unter unverständlich kreative Lösungen auszudenken wie man Dinge ausgleicht usw.

02:35:29: Der Zug ist inzwischen abgefahren du kannst nicht mehr auseinanderdrüsseln Das ganze Ding Das macht eben die zwei Staatenlösungen so.

02:35:37: Also das ist ja genau das, was die Zwei-Staaten-Lösung eigentlich de facto fast unmöglich macht.

02:35:44: Kannst du mir nochmal sagen... Das ist jetzt meine Erfahrung mit ADZF-Kolleginnen, die hauptsächlich jetzt nicht mehr dort arbeiten weil sie entweder rotieren abgezogen sind und so weiter und sofort, die mir als wir dann da immer einfach waren auch als ich das hier mal zum Beispiel Besatzungen besetzte angesprochen habe?

02:36:04: Der hat mir eine Kollegin, dieses öffentlich-rechtlichen gesagt.

02:36:09: Sobald ich als Berichterstattner von Besatzung spreche oder besetzte ... Dann gibt's immer Programmbeschwerde von den entsprechenden ...

02:36:20: Sollts das Programmgeschwere geben?

02:36:22: Das ist das Internationalen Gerichtsverfahren in einem Gutachten des festgestelltes.

02:36:26: Das versteh' ich nicht.

02:36:29: Was man dann nicht sagen kann...

02:36:31: Okay!

02:36:31: Beschwert euch, aber das ist eine Kategorie des Völkerrechts.

02:36:34: Und dann gab es von redaktioneller Seite auch mal wieder Hinweise... Wir wollen nicht wieder Stress haben und reißen sich zusammen.

02:36:42: Das ist

02:36:43: Hashtag fail!

02:36:45: Das ist wirklich Fail bei den Redaktionen wenn sie so Wenn Sie Angst haben, Kategorien des internationalen, des Völkerrechts in Ihrer Berichterstattung zu verwenden.

02:36:59: Und

02:36:59: sie hat mir zum Beispiel gesagt ... Sie hat es immer so gemacht, dass denn die O-Tongeber, zum Beispiel palästinensische O-tongueber, die haben dann von Besatzung gesprochen?

02:37:06: Also im O-ton selbst da hat keiner gemeckert.

02:37:08: Na ja das

02:37:09: ist feig!

02:37:10: Richtig.

02:37:11: Das ist feg.

02:37:13: Wie war das bei dir?

02:37:14: Ich hab immer von Besatzungen geredet.

02:37:17: Immer seit ... Jahrzehnten.

02:37:19: Und haben sich Leute immer beschwer?

02:37:21: Oder entsprechende Leute oder ging das erst in der

02:37:22: Zeit?

02:37:22: Wahrscheinlich haben sie gedacht, Karim Igor redet super so immer von Besatzung.

02:37:25: ich weiß es nicht aber weil ich finde dass das nochmal ich finde das das absolute Kernwort In dieser Geschichte weiß dies Machtverhältnis und die Struktur bezeichnet.

02:37:36: Unterdrückungen unterdrückt er ja

02:37:39: Genau und deswegen ist es so wichtig.

02:37:43: Jetzt haben wir ganz viel über.

02:37:45: Ich wollte eigentlich noch ein bisschen was anderes erzählen.

02:37:47: Ja du ich habe mir noch Ähm, Syrien hat mir schon jetzt Iran, USA.

02:37:52: Ich wollte ein

02:37:53: bisschen was über meine Arbeit erzählen?

02:37:54: Ja bitte!

02:37:56: Du musst, ich glaub du musst mal wiederkommen habe ich das Gefühl.

02:37:58: Naja, ich nehm' jetzt einfach mal das Ganze in die Hand hier...

02:38:01: Ich wollte über Jemen Hutis und so einen Samstag machen.

02:38:02: Ja da können wir auch noch machen aber nach repassiven Stunden, das habt ihr ja schon einmal gemacht, aber das glaube ich halt dann keiner mehr an.

02:38:09: Behaltig mit den Publikumsfragen, Raya kommt am Ende und stellt sie den.

02:38:14: Wir haben leider nicht mehr ewig Zeit,

02:38:18: Ich möchte was anderes erzählen und wirklich weg von Israel, Palästina und politischen Fragen.

02:38:25: Das

02:38:26: war noch immer journalistisch?

02:38:27: Nein, das habe ich ja nicht gesagt!

02:38:29: Was mich in meiner Arbeit wahnsinnig beschäftigt und worüber ich oft rede weil ich finde es wichtig Ich werde ja oft gefragt, weil ich war ja oft in Kriegen unterwegs und so weiter.

02:38:42: Da sehen Sie sich die Leute mit schusssicherer Weste.

02:38:45: Es gab Situationen wo irgendwie was weiß ich auf unser Auto geschossen wurde.

02:38:49: es gab Situation wo eine Autobombe von unserem Hotel explodiert ist und die Leute einer der Fragen die sie mich immer fragt sagen wir Karim wie gefährlich ist dieser Job eigentlich?

02:39:01: Und ich sage dann immer was mich viel viel mehr beschäftigt als die Frage, wie gefährlich der ist.

02:39:07: Ganz was anderes und das ist eine oft zutiefst empfundene Unmacht in dieser Arbeit.

02:39:21: Ich gebe dir ein Beispiel ich habe mal eine junge jesidische Frau Amche hiss.

02:39:31: sie Die ist vom IS aus ihrem Dorf im Irak verschleppt worden Also, ihre ganze männliche Verwandtschaft ist vor ihren Augen erschossen worden.

02:39:52: Ihr Vater, ihr Bruder und ihr Onkel.

02:39:54: Und sie und ihr ein halberiges Kind sind verschleppt worden nach Mosul.

02:40:01: Dann ist sie dort auf dem Markt in Mosul wie viel verkauft worden.

02:40:10: Der Käufer hat sich dann mitgenommen in sein Haus – in Mosula!

02:40:14: Mit all dem was du dir jetzt vorstellen kannst.

02:40:20: Sie war sozusagen die Haus- und Sexsklavin und mit ihrem einen halberigen Kind.

02:40:25: Und ihr ist dann, um das kurz zu machen, aber erst die Flucht gelungen.

02:40:28: Es war sehr komplizierter als ich habe die ganze Geschichte erzählt, es ist die Fluch gelungen und da hab' ich sie getroffen im Nordirak in den kurdischen Gebieten einem kleinen Dorf und wir saßen da am Boden in diesem sehr einfachen Haus.

02:40:45: Sie erzählte ihre Geschichte und sie erzählten so wie jemand der komplett traumatisiert ist.

02:40:52: also das merkst du wenn jemand so eine Ganz monoton eine wahnsinnige Geschichte erzählt so, als ob sie mit der eigenen Geschichte nichts zu tun hätte.

02:40:58: Als ob sie neben sich sitzt oder gar nix damit zu tun hat.

02:41:02: Merkst du das ist ein zutiefst traumatisierter Mensch und erzählte diese Geschichte in Erzete?

02:41:06: Und wir sind fast ne Stunde da gesessen und erzählte die ganze Geschichte.

02:41:09: Das war furchtbar!

02:41:13: Aber das Schlimmste war das Ende des Interviews.

02:41:17: Da sagte sie sag mal ich überleg mir jeden Tag mich umzubringen aber ich kann es nicht.

02:41:29: Ich habe dieses eineinhalbjährige Kind auf dem Schoß und ich hab das Kind meines Vergewaltigers im Bauch.

02:41:40: Was machst du dann?

02:41:41: Was sagst du, vielen Dank für dieses Gespräch!

02:41:45: Du sitzt da und es ist eine unfassbare Ohnmacht.

02:41:52: Du kannst sagen, okay, ich kann meine Arbeit jetzt Sinn geben indem ich sage Okay... Ich erzähle die Geschichte dieser Frau in Österreich und sie bekommt eine Stimme und in Österreich kennen die Leute ihre Geschichte aber das hilft ihr der Amtschee überhaupt nichts.

02:42:11: Und ich hab ganz viele solche Geschichten erlebt, also das finde ich ist das ... Vorne habe ich ja gesagt, ein bisschen geredet über die Privilegien und wie soll es sich sagen?

02:42:26: Aber das sind die Dinge, die ich in meinem Job immer als am absurd belastesten empfunden habe.

02:42:34: Weil du auch Mensch bist!

02:42:35: Diese

02:42:35: total gefühlte Ohnmacht, dass du da sitzt und sagst okay und jetzt was?

02:42:43: Und dann gab es öfters mal Situationen, da gab's dann mal ein junges jäsitisches Mädchen.

02:42:52: Die war zwölf oder dreizehn als sie verschleppt worden ist und die hat... ...war auch total traumatisiert.

02:43:01: Sie hat uns dann irgendwie einen Interview gegeben obwohl sie total gestottert hat.

02:43:06: Die konnte nicht mehr richtig reden, die hat gestottern aber sie wollte uns dieses Interview geben.

02:43:11: Das fand ich auch unglaublich stark von diesem... Ich war damals also dann dreizehnt oder so oder vierzehn dass sie gesagt, nein ich möchte euch meine Geschichte erzählen und hat es dann irgendwie so stottern vor der Kamera gemacht.

02:43:24: Und das Einzige was sie ohne stotten konnte war singen.

02:43:29: Und da warst du auch.

02:43:29: dann sass du da und sagst jetzt was?

02:43:33: Dann habe ich irgendwie in Österreich im Ausministerium angerufen und sage ich hab jetzt den und den Fall die Bräuchte dringen also es gibt in Wien ein Traumatherapiezentrum.

02:43:50: Und dann habe ich die Antwort bekommen, ja.

02:43:54: Also wir nehmen keine irakischen Flüchtlinge auf Punkt aus und wir machen jetzt auch keinen Sonderfall weil du da bei uns angerufen hast.

02:44:07: Also dann sitzt du irgendwie so da denkst scheiße irgendwie.

02:44:09: also das heißt du kriegst ständig diese Geschichten und du hast immer das Gefühl du bist eigentlich dem komplett Du bist komplett machtlos, du bist unmächtig.

02:44:20: Und dann auch irgendwie was ist jetzt deine Rolle?

02:44:22: Der Bericht ist drüber aber ist es jetzt?

02:44:24: reicht das jetzt?

02:44:25: oder wie geht's jetzt weiter?

02:44:28: und das sind so Dinge.

02:44:29: ja wie gesagt dieses ich fasse immer zusammen mit dem vielen Dank für dieses Gespräch ist ungefähr das Allerschlimmste.

02:44:37: wirst du in dem Moment wieder sowas enden kannst?

02:44:39: Aber Es gibt kein anderes Ende?

02:44:42: und Ja das ist.

02:44:45: Ich wollte einfach mal erzählen weil das irgendwie etwas ist was mich in meiner Arbeit Wahnsinnig beschäftigt diese Ohnmacht.

02:44:54: Ich kann dir jetzt Dutzend solcher Geschichten erzählen,

02:44:58: wie

02:44:58: mit dem Iraka der seine Hände aufkaut.

02:45:00: und was machst du dann?

02:45:03: Wie lange belastet dich das?

02:45:05: Ist dieses Ohn-Machtsgefühl, was ich nachvollziehen kann... Hat es früher länger was mit dir gemacht oder...?

02:45:14: Ja

02:45:14: genau, die Geschichte nehmst du mit nach Hause!

02:45:19: Also ich werde dann auch oft gefragt, wie hast du das eigentlich alles ausgehalten?

02:45:24: Und weil ich sage immer, na das Wichtige ist dass man die Geschichten so auslädt, wie man sie eingeladen hat.

02:45:34: Sonst geht's nicht!

02:45:35: Du musst die Geschichte wieder ausladen.

02:45:37: und Ausladen heißt, du schreibst drüber... ...du machst ein Radio-Struktur oder ein Fernseh-Strukturer, du Schreibst Geschichte in einem Buch auf, du erzählst die Geschichte im Podcast.

02:45:48: Du bist heute Teil meiner Therapiestunde, indem ich solche geschieden habe.

02:45:54: Jetzt lasse ich sie wieder aus.

02:45:54: Du

02:45:55: auch meine?

02:45:55: Ja.

02:45:57: Aber das ist glaube ich wichtig weil man manchmal nicht verstehen diese Situationen.

02:46:02: Also die denken immer ja da wird geschossen und es ist so gefährlich und wie macht er das?

02:46:07: usw.

02:46:08: Nein, das ist nicht das große Thema.

02:46:09: Das ist ein viel wichtigeres und größeres Thema.

02:46:16: Ich kann auch nicht mit jedem darüber reden.

02:46:20: Daum habe ich mich auf das Gespräch gefreut und war gespannt, wie wir da zu hinkommen.

02:46:26: Ohne dass es gleichzeitig eine Privattherapie-Sitzung zwischen Karol und mir ist... Nein,

02:46:30: nein!

02:46:30: Ich meine, du warst ein bisschen witzelnd mit der... Also halbwitzelend?

02:46:34: Aber du musst es ausladen, sonst drehst du durch.

02:46:37: Ja.

02:46:37: Sonst drehste wirklich durch.

02:46:39: Und es ist natürlich auch manchmal... Hast du so eine Situation, dann kommst du aus so einem Gebiet raus und aus solchen Geschichten und zwei Wochen später spazierst du irgendwo durch Wien oder Berlin und dann denkst du dir schon, diese Welt ist viel zu groß und komplex als dass ihr in ein menschliches Herrn reinpasst.

02:47:10: Wie settelst du das?

02:47:12: Irgendwie das da irgendwo in einem nordkurdischen Dorf im Nord Irak zu sitzen bei dieser Geschichte und dann zwei Wochen später gehst du durch irgendein Park in Wien.

02:47:26: Das ist nicht einfach.

02:47:27: Hast du dir mal therapeutische oder psychologische Hilfe gesucht?

02:47:30: Nein, also ich bin glaube auch relativ... Also ich erzähle es jetzt gerade so, aber ich bin ziemlich stabil was das angeht.

02:47:35: Aber ich glaube eben auch stabil weil ich mich damit auseinandersetze.

02:47:42: Also wenn ich das alles sozusagen in mich reingefressen hätte im Laufe der Jahre wäre ich wahrscheinlich echt ein seelisches Rack.

02:47:48: Aber indem ich mich da miteinander setze und sie auch wie gesagt auslade geht's Funktioniert auch, glaube ich.

02:47:57: Was immer für mich wichtig war, dass ich eine Familie hatte und Kinder hatte oder so eine Normalität, die da wieder zurückkommst, die dich dann wieder einholt.

02:48:06: Aber es gab sicherlich so Momente wo... Ich kann mich erinnern das Erdbeben in der Türkei.

02:48:12: Das war so brutal!

02:48:14: Da waren einfach nicht nur irgendwie ein paar Häuser zerstört sondern ganze Straßenzüge waren weg und darunter lagen einfach Menschen.

02:48:22: Und da gehst du, machst du den ganzen Tag Und dann gab es dann auch noch irgendwie so ein riesiges Nachbäben, wo wir dann da im Wustern wirklich umgekommen haben.

02:48:31: Ich dachte, das Haus wo wir sind bricht jetzt auch die Decke über unseren Kopf rein.

02:48:34: und dann kommst du nach Hause und du träumst einen Tag zwei Tage drei Tage vier Tage fünf Tage sechs Tage Erdbeben.

02:48:42: jede Nacht träumste erdbemen und dann am siebten tag ist vorbei Dann ist es aufgearbeitet dann ist es erledigt.

02:48:57: aber Warum erzähle ich das?

02:48:59: Ich glaube, es ist einfach wichtig, dass Leute auch kapieren was da draußen so in dieser Welt los ist.

02:49:07: Und das verstehen solche Geschichten auch und deswegen sind diese Geschichte mit den Privilegien und all diese Sachen für mich so wahnsinnig wichtig.

02:49:14: Das sage ich jetzt nicht so weil ich dich jetzt irgendwie unterhalten möchte sondern das ist für mich eine ganz grundlegende Geschichte des Verständnis seiner Privilegen.

02:49:25: Der Gnade des seines Geburtsortes.

02:49:30: Reinhard Zufall, dass du hier ... Weiß nicht, wo du bist in Berlin geboren?

02:49:33: Oder irgendwo in Deutschland wahrscheinlich, ne?

02:49:36: Okay!

02:49:38: Reinhards Zufalls.

02:49:40: Ja.

02:49:40: Na ja, Gnades deines Geurtsortens.

02:49:43: Wahrscheinlich denkt jemand, der im Westen geboren ist, war auch besser als du geboren bist.

02:49:46: Aber egal... Ja

02:49:47: aber darum haben wir gerade über unsere Verantwortung, die wir auch haben

02:49:52: bei dem Berichterstattung.

02:49:53: Das geht eben

02:49:54: nicht einschüttern lassen.

02:49:56: Genau das Genau das ist nämlich sozusagen die Stärke, die du rausziehst.

02:50:05: Wenn du dir denkst okay ich habe all diese Privilegien bekommen Ich hab es in meinem Kinderbett bekommen Ich habe Ausbildung bekommen Ich kann überall auf der Welt rumfahren wo ich möchte.

02:50:21: Ich hatte das Privilegg jahrzehntelang irgendwie auf Kosten, ja nicht auf meine eigenen Kosten sondern jemand anders als gezahlt dass ich das überall rum fahre und mir das alles anschauen kann.

02:50:32: Und sehen kann und erleben kann.

02:50:35: Das ist eine Verpflichtung und aus dieser Verpflichtungen glaube ich geht viel einher mit glaubt zum Beispiel auch das sagen dieses Nicht einknicken, zum Beispiel bei dieser ganzen Israel-Palestiner Geschichte.

02:50:52: Das ist auch so ein Teil!

02:50:53: Du hast dieses Privileg bekommen.

02:50:55: Du kannst jetzt nicht einfach einkniken.

02:50:59: Du musst das davon, was du gesehen hast und was du denkst.

02:51:03: darüber musst du sagen egal ob es jetzt irgendwie am Ende... Das ist mehr als ich noch im Spiegel anschauen kann.

02:51:14: Da steckt mehr dahinter.

02:51:17: Du musst mit diesen Privilegien irgendwas machen.

02:51:20: Das begreifen wollte ich jetzt gar nicht erzählen, aber das war... Wir waren eigentlich über mehrere Jahre zum Beispiel bei der Berlinale akkreditiert eher so ein bisschen aus... Nicht Juxtandollerei, aber eher so kulturpolitisch.

02:51:33: und wir wollten uns die Filme angucken und vielleicht die politische Ebene von den Filmen, die im Wettbewerb stehen.

02:51:40: Und dann ist mir genau das so einen Monat bevor... Das fängt immer Februar an in Berlin Monat vorher, Akkreditierung kam rein.

02:51:49: Und im Grunde hatte ich auch mehrere schlechte Träume und mir wurde klar das was ich all die Jahre davor gemacht habe, nämlich akkreditierter Journalist konnte mit den Filmen angucken machen was ich will.

02:52:01: aber ich bin zum Beispiel nicht zu diesen Pressekonferenzen gegangen, die es ja auch gibt wo man dann ja auch als Akkreditor Journalist hingehen kann usw.

02:52:10: Ja, es ist ja eh immer dieselben Fragen.

02:52:12: Und warum ist der Film so toll?

02:52:13: Warum magst du Berlin so sehr und das eher so boulevard und Filmkritiken?

02:52:18: aber gleichzeitig dachte ich mir niemand macht mir da Vorgaben.

02:52:21: Ich bin auch als politischer Journalist immer noch.

02:52:23: Journalisten kann machen was ich will und mich hat all die jahre immer diese doppel moral dieser Kulturinstitutionen Die ein aushängeschild für Deutschlands in der ganzen welt ist berlin anes neben dem venedig kann das drittwichtigst unabhängige Filmfestival.

02:52:42: Und in den Jahren zuvor war immer wieder eindeutig, wie von Institutioneller und politischer Seite es Repressionen gibt.

02:52:50: Einerseits gegen Palästina-Solidarität einerseits Unterstützung von Israel Solidarität nahm siebten Oktober Unterstützung für Ukraine nach dem Angriffskrieg der Russen.

02:53:00: aber wenn es eine Paläster Solidarität gibt da wurde gleich... Da gab's Ärger Gewinner eines Dokumentationspreises.

02:53:11: Da hat sich dann unsere Kulturbeauftragte hingestellt und gesagt, ja ich habe am Ende ... Ich hab nur für die Israelie geklatscht aber nicht mit Palästin-Nense usw.

02:53:18: Und ich dachte mir so das kann ich nicht aufm ... Das muss mein Privileg, dass ich als Agritärjournalist ausnutze und bin zur Öffnungspressekonferenz der Berlinale gegangen weil da die Jury war und die Vorsitzende, die Chefin der Berlinalle die in diesem Jahr sich entschieden hatte, ich mache keine Antrittspressekonferenz wo ich sie eigentlich hätte konfrontieren sollen.

02:53:40: Damit über diese Doppelmoral, diese doppelt Standards der Berlinane selbst und natürlich die Verbindung zur Bundesregierung weil die Bundesregierung ist der Hauptsponsor, der Hauptfinancier dieses Festivals.

02:53:53: und da gibt es natürlich politischen Druck und angesichts von Israel Solidarität natürlich insbesondere den politischen Drucks Palästinensolidarität zu unterdrücken Beziehungsweise klein zu halten, in den Jahren so vor wie auch in diesem Jahr.

02:54:05: Und dann bin ich hier hingegangen und habe einfach die Jury als Aushängeschild dieser Institution für dieses Jahr mit dieser Doppelmoral konfrontiert und natürlich der Mitverantwortung für dem Völkermordengaser.

02:54:18: Das hat durch ungeschickte Antworten von den Beteiligten dazu geführt dass das eine internationale Reaktion hervorgerufen hat.

02:54:28: und auf einmal Deutschland mediale Isolation und auch diese besondere, dieses besonderes Halt einer Kulturszene an der institutionellen Szene oder politischen Szene ging das um die Welt.

02:54:43: Und es war am Ende ein schönes Gefühl ohne dass man das planen konnte weil man ja am Ende liegt immer an den Antworten.

02:54:51: Man löst da keine Klar aus durch eine Frage sondern der klar wird ausgelöst dadurch... für viele Menschen eine falsche Antwort oder eine komische Antwort, der beteiligt

02:55:02: war.

02:55:03: Und das war einfach ein journalistischer Zufall.

02:55:06: Der Gleitser, die aber nur möglich wurde ... Weil ich mal einen Privileg geschickt habe und das Privilegg, was ich all die Jahre vorher nicht genutzt habe, für die gute Sache hab' ich diesmal genutzen und es war schön dass sich etwas bewegt hat.

02:55:20: Und Gleitzer, die gab's dann wieder auch von medialer Seite und journalistischen Kollegen Genau den gleichen Anschluss, über dem wir gerade geredet haben.

02:55:26: Im Sinne von was machst du hier?

02:55:28: Du machst unser Festival kaputt.

02:55:30: Antisemit, der ganzen Kram!

02:55:33: Und trotzdem hast du im Nachhinein jetzt noch ein wichtiger, das zu machen.

02:55:35: Das

02:55:36: hat mich jetzt gerade gemacht.

02:55:36: Nein also

02:55:37: ich glaube dass das Bewusstsein deiner Privilegien gibt einem auch eine gewisse Stärke.

02:55:42: Glaub' ich schon.

02:55:45: Du musst auf jeden Fall... Pass auf, du musst ja irgendwann mal wieder.

02:55:47: Ich hab nochmal drei kurze Themen...

02:55:49: Was ist noch mehr?

02:55:50: Wir müssen irgendwann mal... Wie lang reden wir eigentlich jetzt

02:55:52: schon?!

02:55:55: Ich bin gleich fertig.

02:55:56: Drei

02:55:56: Stunden?

02:55:57: Ja, ernsthaft!

02:55:59: Und Greyer kommt auch noch.

02:56:01: Wie beeilen das?

02:56:01: Hört sich

02:56:02: das jemand drei Stunden an?

02:56:03: Die Leute meckern, wenn es weniger als drei Stunden ist.

02:56:06: Pass auf, eine Frage... Hast du jemals ne Tour mit dem IDF in Gaza gemacht?

02:56:12: Nein, nein.

02:56:15: Das gab ja die gleichen Situationen mit der US-Armee im Irak und ähnliches.

02:56:20: Embedded.

02:56:20: Embaded ich hab das nie gemacht.

02:56:22: Warum nicht?

02:56:23: Also ich mein jetzt ... Gaser konnte ich nicht machen, weil von der ägyptischen Seite.

02:56:26: Aber auch wenn ich es angeboten bekommen hätte, hätte ich's nicht

02:56:29: gemacht.

02:56:30: Es gibt viele AD-ZDF-Komponenten...

02:56:31: Naja, aber das ist doch eine lächerliche Veranstaltung!

02:56:33: Da fährst du da rein, eine Stunde lang irgendwo wo sie dich hinführen wollen und das Beste ist, du triffst keinen einzigen Palästinenser.

02:56:40: Was sonst?

02:56:41: Soll der Quatsch?

02:56:42: Das ist nichts für ein Journalismus.

02:56:44: Und dann sagen die Leute irgendwie ja, aber ich weise daraufhin in meinem Beitrag dass es irgendwie so... Also das kannst du ja auch sparen.

02:56:53: Die drei Minuten im Fernsehen, die kann man sich dann echt sparen.

02:56:57: Muss man nicht haben!

02:56:59: Ich empfinde schon alles generell.

02:57:01: Das würde mich da nie für hergeben.

02:57:08: Außer, außer... Einzige wo ich mitgefahren bin immer so mit UN-Truppen oder so.

02:57:13: Das habe ich schon gemacht aber nicht jetzt irgendwie sozusagen mit irgendeiner Kriegspartei dadurch die Gegend zu fahren.

02:57:18: Wie war das andersrum?

02:57:19: Du warst ja auch in Gaza.

02:57:21: Früher ja.

02:57:22: Wurdest du davon Hamas begleitet?

02:57:25: Nein, nicht begleitet.

02:57:26: Aber die wussten natürlich genau was du wo und wie was machst.

02:57:31: Ich war übrigens während dem Wählen in Gaza als die Hamas gewählt wurde.

02:57:37: Da war ich dort für den ORF.

02:57:40: Und das war hochinteressant weil wir sind ja damals mit Vater ins Bett gegangen und mit Hamas aufgewacht.

02:57:47: Wir haben gedacht am Anfang okay ja Vater hat die Wahlen gewonnen Dahlern und dann Mohammed Dahlarn.

02:57:54: Und dann ist immer aufgewacht, und Hamas hat die Wahlen gewonnen.

02:57:57: Das war hochinteressant weil der heute immer wieder gesagt ja, die sind selber schuld!

02:58:00: Die haben ja Hamas gewählt usw.

02:58:02: Ich kam mich sehr gut an diese Wahlen erinnern, weil ich da war.

02:58:06: Die Leute Mohammed Dahlan, der Chef von Vatach in Gaza,

02:58:11: war

02:58:12: ein mega korrupter Typ.

02:58:17: Und die Leute wollten vor allem ihm loswerden und ihm einen Denkzettel verpassen Und haben deswegen Hamas gewählt.

02:58:24: Hamas hat eine Anhängerschaft natürlich, aber dass sie die Wahlen gewonnen hat, hat sehr viel zu tun gehabt mit dem Gegenkandidaten wo der so verhasst war unter den Leuten das ich gesagt habe ok dann verpasst man ein Denkzettel, denen.

02:58:37: dann willen wir Hamas soweit, dass er Gaserstreifen ja Hamas gefehlt hat und das andere war, dass natürlich ist es die Hamas damals vollkommen überfordert war.

02:58:47: Die haben auf einmal am Morgen sind die ganzen Journalisten so hingegangen und haben gesagt, wir auch.

02:58:53: Was sagt ihr jetzt dazu?

02:58:54: Dass sie die Wahlen gewonnen haben?

02:58:55: Die wussten überhaupt nicht was sie sagen sollen!

02:58:56: Die haben das überhaupt nicht erwartet.

02:58:58: Die waren vollkommen überrumpelt.

02:59:00: Da haben da irgendwie eine Pressekonferenz zusammengezimmert damals... Und Sie wussten nicht, was sie auf diese Fragen antworten sollen weil sie haben sich überhaupt nicht darauf vorbereitet.

02:59:08: Sie haben es einfach nicht erwartet gehabt damals.

02:59:11: Das waren damals die Walen.

02:59:12: Ich weiß gar nicht von welchem Jahr das war.

02:59:16: Aber da war ich dort damals.

02:59:20: Wir werden jetzt die ganze Zeit über politischen, und meinetwegen auch israelischem Druck oder auch von jüdischer Seite im österreich-deutschland

02:59:27: gesprochen.

02:59:28: Gab's noch mal vom palästinensern?

02:59:30: Unmut über deine Arbeit!

02:59:33: Oder von palästenländischer Seite... Ja

02:59:37: es gibt oft so, also gerade so unter den propalästiner Aktivisten gibts dann schon oft... Das gibt´s schon auch.

02:59:47: Wofür kritisieren Sie denn?

02:59:49: Ja,

02:59:49: z.B.,

02:59:50: dass ich nicht von Genozid rede oder das ich... Lass mal überlegen!

02:59:56: Also wenn ich jetzt irgendwie über die... Ich habe öfters darüber geschrieben auch, dass eine Besatzung nicht nur den besetzten Kaputt macht sondern auch dem Besatzer.

03:00:08: Eine Besatzungen macht die Köpfe beiderseiten kaputt und diese Situation in Gaza macht natürlich die Besetze.

03:00:16: Auch die Köprü der dieser jungen Israel ist kaputt Und allein das darüber zu reden ist schon für manche Palästina-Aktivisten dann zu viel gewesen.

03:00:26: Aber es ist eher die Ausnahme natürlich, aber es passiert ab und zu mal.

03:00:34: Was war eigentlich deine Einsatzgebietung?

03:00:35: Gab's so Länder, die du gemieden hast oder konntest du quasi immer selbst entscheiden?

03:00:40: Ich fliege jetzt heute nach Riad Naja,

03:00:43: so einfach ist es nicht.

03:00:44: Du musstest ja ständig Journalisten-Visas bekommen usw.

03:00:47: Das eine der größten Dinge an dem wir immer gearbeitet haben war überhaupt irgendwo hinzukommen und früher war das noch einfacher.

03:00:56: Und dann gab's aber ganz viele weiße Flecken.

03:00:58: Dann ging es schwierig in den Yemen zu kommen, dann war es schwierig nach Saudi Arabien zu kommen.

03:01:01: Da war es schwer zwischen in den Irak zu kommen Damaskus und das Regime war ich auf der schwarzen Liste Jahre lang überhaupt nicht hingekommen Also das Assad-Regime.

03:01:13: Und so, nee, nee ... Das ist alles anderes.

03:01:15: einfach, dass du da irgendwo hinkommst!

03:01:17: Das ist schon mal einer der größten Hürden am Anfang.

03:01:19: Hast

03:01:19: du irgendwas illegal gemacht oder dich irgendwo reingeschmuggelt?

03:01:24: Wenn du nicht öffentlich drüber reden kannst sag's nicht aber...

03:01:27: Nee, also nur wenn es halt so geht sogar... So

03:01:30: an der Karte oder so?

03:01:31: Ne, ne, ne.

03:01:34: Hab ich nicht gemacht.

03:01:36: Ich weiß so, es ist auch glaube ich wichtig, also auch wenn du Fernsehjournalist bist ja nie nur für dich selber verantwortlich.

03:01:42: Du bist für dein Team verantwortliche und du bist für die Leute verantwortlicher, die du triffst.

03:01:46: Das kommt dir auch noch dazu.

03:01:48: Also du musst auch aufpassen dass jene leute die du da triffste mit denen du sprichst oder dir geholfen haben bei diesen und ihnen nicht auch noch Probleme kriegen.

03:01:55: also da geht es um viel viel mehr als um deine eigene Person und ein eigenes Risiko Und ich glaube das muss man immer auch mitteinberechnen.

03:02:04: bei solchen Aktionen

03:02:06: Hattest du auch die, hast du Afrika?

03:02:08: Also Sudan und so weiter war das.

03:02:12: Ja

03:02:12: ja, ich war öfters im Sudan nach dem Verzeihung.

03:02:20: Ich war oft als Oma Bashir gestürzt worden ist und dann diese Bewegung da war gegen um das Militär... Da gab es den Versuch eines Machtaufteilungs zwischen der Militäre und der Zivilverwaltung Und so, und da gab es damals dann große Demonstrationen bevor dann irgendwie das Militär- und der RSF in im Kantum aufgeräumt haben.

03:02:46: Da war ich da.

03:02:47: Es war eine Stimmung wie auf dem Tahirplatz mit den Jugendlichen.

03:02:50: Ich habe das oft erlebt diese jungen Leute die wahnsinnig optimistisch sind.

03:02:55: Ich hab's am Tahir Platz erlebt.

03:02:57: Damals war ich noch selber mitgerissen davon.

03:03:00: Später bin ich vorsichtiger geworden weil ich immer weiß okay ich weiß ungefähr wo dies endet.

03:03:05: Also gab dann, was es sich ... die C-Dein-Revolution im Libanon und da gab's die Aufstehen.

03:03:11: Die Jugendlichen, die in Bagdad auf die Straße gegangen sind.

03:03:14: Und dann gab's eben in Chathum die gleiche Geschichte.

03:03:17: Du hast immer mit den gleichen wahnsinnig optimistischen jungen Leuten zu tun!

03:03:24: die sagen, das lässt sich alles nicht mehr zurückdrehen und wir sind jetzt an Wasser als ich.

03:03:28: Und du denkst dir schon immer Gott, das habe ich auch schon drei oder vier Mal erlebt und ich weiß ungefähr wie es enden wird.

03:03:32: War das bei Tunesien?

03:03:33: Also Arabischer Frühling war das auch so?

03:03:35: Tunesin

03:03:35: war ... Mubarak

03:03:36: sturz und so hast du auch gedacht?

03:03:37: Ja natürlich!

03:03:37: Na

03:03:38: Mubarak, nein da hat's mich also... Ich stand am elften Februar, im Jahr two-tausendelf auf dem Tarierplatz.

03:03:47: Mubalak hat abgedankt und ich stand dann mit hundert tausenden andern.

03:03:53: Ich glaube wirklich in dem Moment haben alle gedacht, okay die Zukunft Ägyptens und nicht nur Ägypten sondern eigentlich der ganzen arabischen Welt das war damals so das Gefühl weil ja überall Aufstände losging.

03:04:06: Die wird auf eine demokratische unfriedliche Weise ausgehandelt.

03:04:11: Das war damals das Gefühl am Tag her Platz.

03:04:15: Wie sehe man?

03:04:16: Bin da auch mit mit gegessen worden damals von dieser Stimmung.

03:04:20: aber Ich bin dann als Besserem belehrt worden und habe das auch immer wieder erlebt später, wo ich dachte, es geht nicht gut aus.

03:04:30: Wo wird er sein vom Jahr?

03:04:32: Wäre der denn noch nicht mehr in euren Zelten auf dem Platz sitzen sondern irgendwie tot sein oder im Gefängnis sitzen?

03:04:39: Jetzt haben wir wieder eine ägyptische Militärdiktatur.

03:04:43: Ja, ja... Nein, das ist halt einfach seine Region die wirklich heute immer noch einschließlich und ausschliesslich von autokratischen Regimen beherrscht wird, die natürlich auch

03:04:56: die denkbar

03:04:57: schlechtesten Krisenverwalter sind.

03:04:58: Die von uns unterstützt werden?

03:05:00: Die auch von uns unterstützen

03:05:01: werden.

03:05:01: Weiß nicht wie es Österreich ist aber Sisi, ägyptischer Diktator, ist Wertepartner, strategischer Partner der Bundesregierung Europas?

03:05:07: Naja

03:05:08: alle, also alle arabisch all die ganzen Golfstaaten, das ist ja kein einziges demokratisches Regime.

03:05:14: Das hat ja auch einen Grund über ihn als Westen.

03:05:16: Deswegen

03:05:16: ist er immer ein bisschen heuchlerisch, man greift den Iran an weil er so isst wie er isst aber Saudi-Arabien, wenn es in der Zwischenstellung der Frauen natürlich um einiges

03:05:25: verbessert.

03:05:25: Da sind unsere Diktaturen...

03:05:26: Da gab's mal Zeiten wo das ein bisschen sehr widersprüchlich war alles.

03:05:28: Aber das ist noch unser Diktatur und darum haben wir da nichts dagegen.

03:05:31: Kann ich mir auch vorstellen warum wir da vielleicht gar nicht so interessiert sind an Demokratie?

03:05:37: Wenn ein Volk dann sagt ja aber hier

03:05:40: Ich weiß auch gar nicht, ich bin zwischendurch sehr skeptisch was so der Demokratie-Export von außen angeht.

03:05:49: Ich glaube wirklich dass das wirklich die Leute selber machen müssen sonst geht es nicht gut.

03:05:54: Das werde ich mir gleich aus kolonialer Perspektive.

03:05:56: wenn wir jetzt mal so sprechen geopolitisch dann ist natürlich viel leichter wenn du dich nur um eine Herrscherfamilie als ausländische europäischer westliche macht kümmern muss, mit denen du dich arrangieren musst als wenn du da quasi den demokratischen Regierung hast.

03:06:10: Ja

03:06:10: man würde

03:06:10: sich dann eigentlich,

03:06:11: ich glaube man würde es sich pragmatisch an allem arrangieren und auch mit einer Demokratie arrangiern.

03:06:15: also man arrangiert sich mit dem was da ist.

03:06:17: Genau aber ist das Arangen schon morgens glaube ich leichter wenn du nur mit einer Herrscher-Familie das machen musst?

03:06:22: Ja

03:06:22: andererseits ist das oft auf wackeligen Beinen oder du weißt nicht was passiert ist instabil und so.

03:06:27: also ich glaube einfach dass ist pragmatische Politik.

03:06:30: du arrangiersst dich mit denen die gerade an der Macht sind dort Und wenn sie dann noch Öl haben oder ähnliches, dann erst recht.

03:06:36: Und wenn Sie dann irgendwie noch deine halbe Industrie aufkaufen, dann erstmal recht... Also das ist so logisch.

03:06:42: Aber wenn diese Diktatur eine Alliierte von uns ist, dann machen wir nicht das was wir in Nichtalliierten Staaten wo Diktatoren herrschen machen, nämlich die opposition und die demokratische Opposition unterstützt.

03:06:52: also wer mir jetzt neu das will?

03:06:53: Ja ja

03:06:54: aber ich mein weißt du, unsere Doppelstandards sind so offensichtlich.

03:07:00: So offensichtlich!

03:07:01: Das nimmt ja keiner mehr ernst.

03:07:04: Also was soll ich irgendeinem Ägypte erzählen über europäische Demokratie- und Rechtsstaatlichkeit, die sie hier herbringen wollen?

03:07:19: So weiter lacht sich doch in Fäustchen.

03:07:22: Wenn er dann vergleichter natürlich Gaza und vielleicht Ukraine... Die ganzen Doppelstarr dass diese immer sehen.

03:07:29: Das heißt du wirst ja... Ich meine Europa glaube ich wird schon lange nicht mehr als sozusagen Demokratie, rechtsstaatlich fördernde Macht wahrgenommen.

03:07:42: Das ist vorbei.

03:07:42: Und dann fragen Sie...

03:07:44: Aller spätestens mit Gaza, zumindest mit Deutschland vorbei.

03:07:48: Ich meine das ist glaube ich den deutschen oder der deutschen Regierung manchmal nicht ganz klar was dadurch alles mit einem Preisschild kommt.

03:07:55: Das Ganze, das ist nicht kostenlos!

03:07:56: Da frage ich mich tatsächlich man vielleicht steckst du da besser drin?

03:08:00: dieses Jahr, vor ein paar Monaten ist das deutsche Establishment ganz auf so einen Häuschen gefallen als man nicht in den One-Sicherheitsrat gewählt wurde.

03:08:07: Stattdessen glaube ich Österreich auch ein bisschen problematisch.

03:08:10: aber die Welt hat da... Urenstaat lang, das haben wir gesagt.

03:08:16: So ja könnt ihr mal vergessen und jetzt glaube ich diese Woche gerade UN-Menschenrechtsrat sind wir reingewählt worden gab aber natürlich auch keine Keinszenare wo wenn nicht reingewählt werden Aber mit dem dritt schlechtesten Ergebnis

03:08:26: Ja ja nein.

03:08:27: also das Image Das deutsche image hat mich dieser ganzen Gaza israel Geschichte Ich glaub nicht nur in der arabischen welt sondern in den ganzen globalen süden enorm enorm gelitten Und ich glaube dass ist denn hier gar nicht so richtig klar.

03:08:43: Also ich glaube die denken oft so, dass die Wolken ziehen vorbei und das wird irgendwann mal wieder alles anders.

03:08:48: Ich glaub es ist eine tiefgreifende Geschichte, dass du zum Teil was er sich kulturschaffende hast, die dann nicht mehr mit dem Goethe Institut zusammenarbeiten wollen weil sie wegen Argumentieren mit Gase und solche Geschichten dieses doch relativ positive Image der Deutschen hat glaube ich sehr gelitten was das angeht Auch, weil du siehst ja nicht nur die Politik und es ist die Abstimmungsergebnisse in der UNO.

03:09:19: Du siehst über die sozialen Medien immer was er sich...was die Polizei in Berlin macht mit dem... Also das kommt ja...das geht jetzt...es bleibt ja nicht hier sondern verteilt sich weltweit.

03:09:31: Und das ist so glaube ich wirklich ein enormer Image Schaden, der glaube ich hier gar nicht so im Bewusstsein ist, was das auslöst.

03:09:42: Siehst du mir den Österreich?

03:09:44: Die Österreicher haben Glück, sie fliegen immer im deutschen Windscharten.

03:09:48: Wer kennt Österreich?

03:09:50: Aber da habe ich jetzt gerade ein Artikel geschrieben für die Zeit.

03:09:54: Es gibt eine Österreich-Beilage derzeit darüber dass natürlich jetzt die Österreicher also einmal das Van der Bellen gesagt hat mit Kriegsverbrechen in Israel und dass Sie jetzt dann ab Januar im UN Sicherheitsrat sitzen natürlich irgendwie jetzt exposed sind.

03:10:10: Also die müssen jetzt, da geht es nicht nur darum was sie sagen sondern da gibt's ein bisschen daran was sie machen.

03:10:15: Und natürlich wird Israel versuchen die wenigen Verbündeten die Sie haben unter anderem möglicherweise Österreich im Sicherheitsrat natürlich zu instrumentalisieren.

03:10:25: also das ist wo wir sie gefeiert haben.

03:10:30: darüber dass sie diesen Platz in den Sicherheitsrad bekommen kann sich schon irgendwie möglicherweise noch aus Fluch erweisen weil sie dann eben aus diesem deutschen Windschatten raustauchen und auf einmal selber Position beziehen.

03:10:46: Kurz mal zum ORF, deine Zeit beim ORF ist vorbei?

03:10:50: Nicht ganz!

03:10:51: Ich arbeite immer noch witzigerweise ab und zu

03:10:53: frei.

03:10:54: Aber sehr selten.

03:10:55: Du wirst nicht mehr als Kornspottern zurückkehren.

03:10:58: Es gab, ich habe jetzt gelesen unter anderem Druck von den konservativen Parteien auf den ORF und den OR F Leiter damit es zu dieser Entscheidung gekommen ist.

03:11:14: Ich

03:11:17: weiß, bis heute nicht wie diese Entscheidung zu Stande gekommen ist.

03:11:27: Nobody wants to own it.

03:11:29: Keiner hat mir gesagt ich habe das entschieden.

03:11:36: Also keiner sagt mir in mein Gesicht.

03:11:39: Ich habe das

03:11:40: entschieden.".

03:11:40: Ist dann, vielleicht mal so weil viele sind damit ja nicht vertraut, ist es denn möglich politischen Druck auf die ORF-Führung auszuüben?

03:11:48: Nein natürlich gibt's jetzt ein bisschen wie mit der ARD und dem ZDF.

03:11:52: also im Österreich ist es der sogenannte Stiftungsrat.

03:11:55: Das ist der Aussichtsrat da sitzen die Parteien drin und da werden natürlich Geschäftchen gemacht.

03:12:02: Bei uns ist es der Generaldirektor, hier ist das der Intendant.

03:12:04: Wenn du gewählt werden möchtest, dann gibt's eine Handwäschte und die anderen.

03:12:09: Solche Sachen gibt's

03:12:10: natürlich auch nicht.

03:12:11: Hier ist es ja so ohne die Stimme von CDU und SPD, rote schwarze Gruppe

03:12:15: usw.,

03:12:16: wird man nicht intent anbauen.

03:12:18: Und in Österreich fast noch ein bisschen direkter?

03:12:21: Ja!

03:12:22: Du hast dann jedes Mal, wenn es eine Rührung im Flächsklinge gibt, rollen die Köpfe ... auf nicht nur ganz oben, sondern bis hin ins mittlere Management und werden dann die eigenen Leute eingesetzt.

03:12:34: Das ist noch direkter als es bei ARD und ZDF ist.

03:12:38: Und da ist auch eine große Diskussion in Österreich dass dieser ganze Stiftungsrat und all diese Dinge hochgradig reformbedürftig sind.

03:12:46: Und das Problem ist natürlich immer, dass du hast, dass natürlich gerade die Parteien, die an der Macht sind...

03:12:52: Die könnten was ändern?

03:12:53: ...die demokratisch gewählt an der natürlich kein Interesse haben, dieses System zu ändern.

03:12:58: Weil sie sozusagen in dem Moment davon profitieren und da ist die Reform Unwilligkeit schon im System eingebaut.

03:13:08: Das ist wirklich schwierig so was zu verändern.

03:13:10: wenn du einen Vorschlag machen könntest wie man die ORF Stiftungsrat oder auch immer diese ganze struktur ändern könnte das hättest du ein vorschlag.

03:13:21: Also ich glaube auf jeden Fall, dass man es total entpolitisieren muss und entpolitisieren meine ich jetzt parteimäßig entpolatisieren.

03:13:29: Wie soll das gehen?

03:13:33: Ich glaube also ich glaube, dass Kompetenz wichtig sein muss wer da drin sitzt und nicht nur irgendwie sozusagen der Krone von irgendwas sondern er muss schon irgendwie professionell irgendwie... Es ist ein Aufsichtsratsgremium eines Milliardenkonzernes.

03:13:51: Das würdest du in der Privatwirtschaft wo das da in der Regel Leute sitzen haben, die ungefähr wissen wie sie sowas führen.

03:13:59: Bei den bei den öffentlich-rechtlichen fragst du dich manchmal wer da sitzt und warum und welche Kompetenzen er eigentlich hat usw.

03:14:06: Da gibt es schon mal ganz viel zu machen.

03:14:08: dann gibt's auch so Dinge wie zum Beispiel Abstimmungen finden offen statt.

03:14:14: Also das heißt jeder Exposes sich selbst, wie er da irgendwie

03:14:19: abstimmt.

03:14:19: Es

03:14:19: ist keine geheime Abstimmung.

03:14:20: was soll ich sagen?

03:14:21: Also gibt es viele Dinge die du wirklich sofort ändern könntest.

03:14:24: Jetzt ist es geheim oder so?

03:14:25: Nein

03:14:26: jetzt ist es offen!

03:14:27: Das heißt jeder sieht ob der irgendwie nach Parteilinie abgestimmt hat oder nicht.

03:14:34: und ja also gibt's viele Dinge... Ich meine ich finde ja und ich find' es ganz wichtig.

03:14:43: Ich bin da zwar jetzt irgendwie nicht mehr dabei bei dem Öffentlich-Rechnung, aber ich würde immer öffentlich und rechtlichen Rundfunk bis zum letzten Blutztropfen verteidigen.

03:14:52: Weil es eine unglaubliche Errungenschaft ist in einer Demokratie.

03:14:55: Und weil ich weiß was wie es ausschaut wenn du wirklich einen Staatsfunk hast.

03:15:00: ja!

03:15:01: Ich kenne das von da wo ich arbeite und ich weiß, was das für eine Errungschaft ist und ich weiss was das ein unglaublicher Verlust wäre, wenn man das nicht mehr hätte.

03:15:09: Es ist die Frage, wie du das sozusagen reformierst.

03:15:13: Österreichische Medien wie in Deutschland, also die Relevanten sind ja hier.

03:15:17: Also die privaten Medienhäuser Springer, Bertelsmann und so weiter.

03:15:22: Die

03:15:22: sind alle in der Hand von Milliardären.

03:15:25: Hier Lismon, Springer alles deutsche Milliardäre, die insbesondere politische und ökonomische Interessen haben.

03:15:32: Wir ist das in Österreich?

03:15:33: Das wäre die Alternative.

03:15:35: Ja

03:15:35: du hast auch bestimmte Familiendynastien bei manchen

03:15:39: usw.,

03:15:40: aber es gibt im Grunde Gibt es auch eine große Auseinandersetzung zwischen den Printmedien und dem öffentlich-rechtlichen, um welche Stück von Kuchen und was dürfen die?

03:15:56: Und was darf der ORF?

03:15:57: alles nicht damit die anderen das... Aber natürlich auch die ganzen Zeitungen in einer Krise sind.

03:16:02: Ja!

03:16:02: Und eigentlich müsstest du Dinge machen, die den Medienstandort Österreich zum Beispiel stärken gegenüber Google und gegenüber, also das sind die eigentlichen Themen.

03:16:14: Stattdessen zerfleischt man sich untereinander?

03:16:15: Ich glaube es ist ganz fatale.

03:16:17: Hier gibt es einen Lobbyverband der Zeitungsverleger.

03:16:20: Genau, dass gleich gibt's in Österreich!

03:16:21: Also da sind die deutschen Zeitungsmiliatäre lobbyieren mit gegenüber der Politik.

03:16:27: Wie die

03:16:27: Politik, wie

03:16:29: den Staatsfamilienvertrag geändert wird um die Handlungsspielräume, die journalistischen... Da geht

03:16:36: es darum was digital wir auftreten können.

03:16:38: viele Dinge da gibt's ein Stück von Kuchen und aber den größten Kuchen haben schon längst andere abgeholt.

03:16:46: Und das sind dieselben Zeitungen Die zum Beispiel durchgesetzt haben, dass bei uns die Dürfen keine Lokalberichterscheinungen machen.

03:16:55: Das sind

03:16:57: absurde Regeln dann.

03:16:58: So und gleichzeitig das sind dieselben Zeitungen, die diese Lokalzeitung also das Informieren auf lokaler Ebene einstellen weil sich das nicht berechnet.

03:17:06: Das führt dazu, dass es gar keine Lokale Berichterschaft

03:17:09: gibt.

03:17:09: Also im Grunde muss man wirklich überlegen was man für Modelle schafft dass man eben gegen diese ganzen Googles und YouTubes, was weiß ich wie man da besteht.

03:17:18: Also da gehen die ganzen Werbegelder hin, also da fließt das Geld hin.

03:17:22: Die wiederum in den Händen von amerikanischen Milliardären

03:17:24: sind?

03:17:24: Ja

03:17:25: oder chinesisch.

03:17:25: Aber

03:17:26: z.B.,

03:17:26: du bist jetzt als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen okay wenn Du nicht auf YouTube auftauchst, bist Du abgemeldet bei einer bestimmten Generation.

03:17:36: Also Du bist echt in der Britulie!

03:17:38: Also eigentlich schiebst Du Deiner Konkurrenz Dein eigenes Material zu Ja, die damit dann Geld verdienen und du musst deinen eigenen Laden einsparen ständig weil du nicht genug Geld hast.

03:17:50: Also da muss man sich wirklich neue Modelle ausdenken wie man, ich meine man muss glaube ich viel größer denken als Zeitungsverleger gegen öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

03:18:00: Das muss sich verändern.

03:18:01: wenn es denkt

03:18:01: niemand zwingt die Europäische Union oder Deutschland Österreich Coalition of the willing europäisches YouTube zu machen Öffentlich rechtlich demokratisch, also die Algorithmen und demokratisch kontrolliert.

03:18:14: Niemand zwingt uns das nicht zu machen.

03:18:17: Außer wenn dann in Brüssel die größten Lobbyvertreter Google

03:18:21: usw.,

03:18:22: die mit Milliarden oder Millionen da eingehen?

03:18:25: Die sagen natürlich macht es nicht.

03:18:27: Reguliert uns nicht und macht nichts anderes.

03:18:31: Letzte Frage, Raja Kampkeltz wärst du aktuell gerne neben Gaza natürlich im Jemen?

03:18:39: Das würde mich ja wirklich, also wenn ich da die Sprache sprechen das würde mich auch interessieren.

03:18:43: Also dieser Umschwung... Also

03:18:46: das sind ja so Situationen weißt du?

03:18:48: Wir haben ja vorhin darüber geredet wie das ist nicht irgendwie so viel drüber nachdenken wie gefährlich ein Job ist.

03:18:55: aber so unübersichtliche Situationen wie im Yemen sind journalistisch nicht ganz ungefährlich, weil du nicht genau weißt wo was verläuft.

03:19:08: und Die wenigen, die ich gesehen habe, die da waren zum Beispiel, also BBC war glaube ich da.

03:19:14: Die sind dann embedded mit den Regierungstruppen darum gefahren und ich weiß nicht ob ich das...

03:19:20: Von saudischer Seite oder?

03:19:21: Ja nee, die sind über Djibouti glaube ich gekommen aber die Saudis haben es wahrscheinlich arrangiert.

03:19:28: Das weiß ich nicht, ob ich dass machen möchte.

03:19:29: Also das sind so Situationen wo du auch nicht weißt würde dich da irgendwie jenseits der Kriegsparteien bewegen kannst.

03:19:34: in so einer Situation ist echt schwierig.

03:19:37: Von daher bin ich mir nicht so sicher, ob ich das gerade sein möchte.

03:19:41: Aber auf jeden Fall ein spannender neuer Herd?

03:19:43: Absolut sehr!

03:19:44: Karim du musst doch unbedingt mal wiederkommen.

03:19:46: Hat furchtbar Spaß.

03:19:47: Ich hoffe... Das

03:19:49: ist ja über drei Stunden.

03:19:51: Wie lange machst Du denn bei dir?

03:19:53: In einer Stunde oder zehn Minuten.

03:19:55: Du traur dich es geht noch länger.

03:19:57: Ich habe auch kurz angefangen und es wurde dann immer länger.

03:20:00: Nein ich weiß ja nicht.

03:20:00: also ich hatte jetzt im Moment eine Durchschaltrate von siebzig Prozent.

03:20:04: da hören sich die Leute tatsächlich Bis Ende an.

03:20:07: Wenn ich jetzt drei Stunden mache, würde diese Rat nach unten gehen!

03:20:11: Nur Mut Karim?

03:20:13: Ohne

03:20:13: Scheiß?!

03:20:14: Ist bei uns kontinuierlich gewachsen und die Leute... Ich hoffe

03:20:17: ja, dass dieser Podcast... Da steckt mein ganzes Herzblut drin.

03:20:21: Ich hoffe auch, dass das ein bisschen in Deutschland zur Kenntnis genommen wird, weil es in Österreich also... Dann haben

03:20:26: wir dich unter dem Eingang nach Ostern heran.

03:20:28: sehr empfehlenswert, sehr höhrenswert unterstützt.

03:20:33: Karims Arbeit genauso wie... Unsere, wir machen hier keine Paywall.

03:20:36: Wir machen keine Werbung.

03:20:38: Ihr macht diesen unabhängigen Politikjournalismus möglich.

03:20:42: Danke dafür.

03:20:43: und jetzt kommt Raja!

03:20:45: Okay... Das ist noch mal eine Stunde oder?

03:20:51: Nein, es wird kürzer.

03:20:52: No worries.

03:20:54: Karim!

03:20:55: D.h.,

03:20:55: das haben sich Leute gemeldet bei dir?

03:20:57: Ja Also ich habe auch ein paar eigene Fragen mit reingeschummelt.

03:21:00: Wir gucken mal wie viel wir schaffen, vielleicht kommt Tilo auch nachher noch einmal mit einem Zettel was ihm noch einfällt oder so.

03:21:07: Ich muss sagen Chat war so und so.

03:21:10: Da gab es einiges an Rach Bait vor allem auf Israel.

03:21:14: Fanseite aber auch großen Zuspruch für deine Arbeit.

03:21:20: Ich kann mal ein schönes Zitat nennen Herr Al-Gohari, Sie waren und sind das Beste, dass dem österreichischen Rundfunk hier passiert ist.

03:21:29: Vielen Dank für Ihre langjährige journalistische Aufklärung!

03:21:33: Das doch...das ist schön.

03:21:34: Ich dachte mir, ich bringe dir mal was Warmes erstmal mit für den Anfang.

03:21:38: Roter

03:21:38: wie Butter.

03:21:39: Ne?

03:21:40: Gohari Juvelia oder heißt es?

03:21:43: Al-Goharii is der Juvelierjagd.

03:21:45: Also Karim ist großzügig.

03:21:47: also eigentlich bin nicht der Großzüge Juvelir, weil seine Widerspruch in sich ist.

03:21:50: Look at

03:21:50: you.

03:21:52: Na gut, und sagen wir mal dazu vielleicht noch hast du mittlerweile einen authentischen ägyptischen Dialekt?

03:21:58: Ich habe immer noch also ich bin man merkt Absolut, wenn ich meinen Mund aufmache, dass da irgendwas nicht stimmt.

03:22:04: Ja?

03:22:05: Inwiefern?

03:22:06: Naja es ist einfach nicht meine Muttersprache oder man, das ist angelernt, das merkt man.

03:22:11: Ah ja, denkst du auf Ägyptisch oder auch Arabisch-auf-Ägyptischen?

03:22:15: Ja

03:22:15: kommt hängt von der Situation ab.

03:22:16: Ist

03:22:17: bei

03:22:17: dir.

03:22:18: Ich finde bei mir ist das immer so Emotionsabhängig.

03:22:20: also sehr emotionale Sachen sind dann oft nicht deutsch.

03:22:23: bei mir hast du das auch?

03:22:26: Nee, könnte ich nicht so auseinander debitieren, das ne.

03:22:29: Ne?

03:22:29: Ne gut!

03:22:30: Okay, sag mal eine Frage.

03:22:35: Wie findest du den Begriff Nahost?

03:22:37: Weil mittlerweile gibt es ja auch so Wörter wie Swana oder South West Asia.

03:22:43: Genau weil am Ende ist das ja ein Nahostenbegriff der westlichen Betrachtung

03:22:49: und der kolonialer Begriffe.

03:22:51: Du nutzt ihn selber zum Beispiel auch beim Titel deines Podcasts noch.

03:22:54: Erzähl mal, wie ist da so deine Einstellung

03:22:57: Naja, ich habe sogar mal eine ganze Episode darüber gemacht.

03:23:02: Über diese ganze Diskussion gibt es einen ganz berühmten Clip von dieser ägyptischen Feministin Nawale Sardawi wo sie eben über diesen Begriff Middle East herzieht

03:23:12: und

03:23:13: so als... Für mich ist das irgendwie... Ich verstehe langsam dass es sozusagen in akademischem Kreisen andere Begriffe verwendet werden aber ich denke mir schon mich ein bisschen an einem Publikum orientiere.

03:23:28: Also womit mit welchem Begriff können die Leute was anfangen?

03:23:35: Gibt es sicher politisch korrektere Begriffe als Nahost, aber Nahost ist immer noch der Begriff, mit dem die Leute sofort assoziieren, wovon ich rede.

03:23:43: Wobei du dir auch umgewöhnen könntest.

03:23:46: Schleichen zum Beispiel.

03:23:48: Das machen ja auch einige mittlerweile...

03:23:53: You have a point, Janny.

03:23:54: Aber ich bin immer noch glaube... und das ist auch so kompliziert.

03:23:57: was soll ich mein Dingst nennen?

03:24:01: Westasien- und Nordafrika-Podcaste.

03:24:05: Suana?

03:24:06: Du weißt kein Mensch was Suana

03:24:07: isst!

03:24:08: Ja das weiß dann wieder niemand.

03:24:09: also das sind so... Ich benutze diesen Begriff immer noch und ich glaub einfach es ist ja.

03:24:15: am Ende kommst du davon mit welchen Inhalten du das füllst.

03:24:19: Okay, aber das heißt du hast dich selber auch schon ein bisschen damit auseinandergesetzt.

03:24:21: Ja ja

03:24:22: ich habe jetzt eine ganze Folge meines Podcasts mich da mit auseinandern gesetzt.

03:24:25: Ja gut für die Zuschauerinnenschaft zu wissen, die das vielleicht noch nicht konsumiert hat?

03:24:30: Okay und sag mal... Ich würde jetzt mal bei Suana bleiben!

03:24:35: Ich finde es ganz schön sich da ein bisschen ans Moderne zu orientieren.

03:24:41: Würdest Du sagen, dass die deutschsprachige Gesellschaft einen Wissensdefizit bezüglich der Suana-Region

03:24:48: hatte?

03:24:49: Ja, natürlich.

03:24:51: Absolut und es besteht im totalen Widerspruch mit dem wie sehr sie eigentlich voneinander abhängen.

03:25:00: Naja also wir sehen das jetzt gerade wieder dieser Tage ja Schließung der Straße von Haumus merkst du an der Tankstelle in Deutschland?

03:25:11: oder merken die Bauern wenn Sie Düngemittel kaufen?

03:25:14: Also da passiert was in meiner Region unmittelbare Auswirkungen auf hier hat.

03:25:19: Zwei Tausend Fünfzehn Bürgerkrieg in Syrien, haben wir damit was zu tun?

03:25:24: Ja!

03:25:25: Zwei tausend fünfzehn kommt Halb-Syrien nach Europa flüchtet vor diesem Bürgerkrig.

03:25:30: wenn in meiner Region irgendwelche militanten Bewegung entstehen wie Al Qaeda oder der IS wird es automatisch auch zum Sicherheitsproblem in Europa.

03:25:41: das heißt ob wir wollen oder nicht wir hängen Total miteinander, glaube ich zusammen.

03:25:47: Es gibt immer arabische schöne Sprichwörter, das heißt ... Also der Nachbar ist wichtiger als

03:25:58: die Wohnung.

03:25:58: Schön mit egyptischem Dialekt hast du es gesagt.

03:26:01: Und

03:26:01: also sozusagen wenn du dir jetzt nicht mal eine Wohnung in Berlin schaust, schau dir erste Nachbarn an und dann die Wohnung!

03:26:08: Das geht natürlich geografisch nicht.

03:26:10: Also wir können jetzt der arabischen Welt den Mietvertrag in der Nachbarwohnung kündigen, ja?

03:26:14: Wir sind irgendwie aufgedownford-app miteinander verbunden und ich glaube das muss man verstehen dass man sich da wieder davon abschotten kann und dass man immer miteinander zu tun haben wird.

03:26:25: Und wer klässt du dir das, dass die meisten Menschen das eben nicht... ...und

03:26:29: deswegen bei deine Urspringsfrage und es ist wegen so wichtig ist mehr darüber zu wissen weil du hängst ja auch davon ab Auf einmal, wo ist die Straße?

03:26:38: Wo muss was passiert da?

03:26:40: Warum ist es auf der Bahn?

03:26:42: Wenn man so teuer...

03:26:44: Aber wenn es da so viele Bezüge gibt.

03:26:46: Warum herrscht immer noch so ein großes Defizit?

03:26:52: Das hat glaube ich viele, viele Gründe.

03:26:56: Es ist diese Region natürlich auch irgendwie so ein bisschen der reflektive Spiegel gewesen Europas.

03:27:06: zu sagen, gesagt hat ja das ist also da schlagen sich die Köpfe ein.

03:27:10: Da sind sie irrational, was weiß ich?

03:27:13: Wir sind die Rationalen wir sind die aufgeklärten.

03:27:15: Also man hat sozusagen sich immer definiert darüber dass man diese Nachbarschaft irgendwie über diese Nachbarschaft, die man eben anders definiert hat und wer dann sozusagen?

03:27:26: Edward Said hat ja dein schönes Buch geschrieben Orientalism, ein palästinischer Intellektueller der dann eben auch gesagt hat wie hättest du die Deutungsmacht über die andere Gesellschaft Hat die Macht über sie.

03:27:37: Und ich glaube, das spielt ganz viel in der Rolle bis heute.

03:27:41: Sein Niffel war übrigens bei uns in der Sendung.

03:27:43: Schaut euch die Sendung mit Drussamer noch dies hier an?

03:27:47: Okay!

03:27:47: Dann würde ich sagen... Ich hol mal ein bisschen so einen Klassiker raus.

03:27:53: Es ist wirklich ein Klassik und wahrscheinlich

03:27:56: auch

03:27:57: total schwierig zu beantworten Aber es war von Interesse was du glaubst In welchem Zeithorizont man ein Ende der Besatzungen Palästine erwarten kann.

03:28:06: Ja, das ist glaube ich wirklich... Es gibt so viele Dinge die heute passieren wo du dir noch vor ein paar Wochen gedacht hast.

03:28:19: Also hättest du, hätte ich mir vor letztes Jahr gedacht dass irgendwann der Flughafen von Riad bombardiert wird vom Yemen aus oder zum Beispiel was irgendwie letzte Woche.

03:28:28: Das gibt es so viele dinge die man so schlecht voraussagen kann.

03:28:33: ja aber ich glaube Es wird schneller gehen, als wir denken.

03:28:39: Weil einfach es immer klar und deutlicher wird, dass die Situation wie wir sie gerade haben nicht nachhaltig ist.

03:28:47: Dass sie für keine Sicherheit für Israel sorgt, solange die Palästin sehr rechtlich nicht bekommt.

03:28:52: Das wird immer virulenter und immer klarer und immer deutlicher.

03:28:56: Und es verschiebt sich auch das Narrativ weltweit.

03:28:58: also wir haben inzwischen wirklich doch Also eben nicht nur den globalen Süden und die arabische Welt, die irgendwie sozusagen diese Besatzung beenden möchte.

03:29:09: Sondern wir haben inzwischen auch weite Teile Europas und wir haben eine Diskussion in den USA, die wie es nicht kritischer mit dem ganzen umgeht.

03:29:18: Ich glaube das wird möglicherweise schneller gehen als wir uns das vorstellen.

03:29:21: ich erinnere mich so ein bisschen damals an die ganze Diskussion mit Anti-Apartheid und Weißen und Schwarzen und Südafrika und all diese Geschichte der Partheidsystem Und das ist halt dann auch relativ schnell gekippt, nachdem die Diskussion immer virulenter wurde.

03:29:38: Was meinst du spielt für eine Rolle?

03:29:41: Ob die Likud-Partei noch mal gewinnen würde?

03:29:44: Ich glaube, die israelischen Warn spielen überhaupt keine große Rolle.

03:29:48: Interessanter Take!

03:29:49: Warum?

03:29:49: Weil was die Palästinenser angeht und was Rechte der Palästenencer angeht, was palästinschen Staat angeht ... Da gibt es keine große Uneinigkeit in der israelischen Gesellschaft.

03:30:02: Das ist eine ganz, ganz kleine Minderheit die die Dinge ein bisschen anders sieht.

03:30:08: Aber ich glaube

03:30:09: nicht dass sozusagen selbst wenn sich jetzt irgendwie da walmäßig was verschiebt das da irgendwas grundlegendes sich verändert?

03:30:17: Dass vielleicht irgendwo ein Prozess angefangen wird der vielleicht irgendwann mal zu irgendetwas andern führt.

03:30:22: aber im Moment sind wir in einer Situation wo die israelische Geschäft glaube ich nicht bereit ist tatsächlich auf dieses Palästinser-Problem ernsthaft einzugehen.

03:30:31: Sie meinen immer noch, dass sie das irgendwie mit Stärke und militärischer Gewalt lösen können?

03:30:38: Aber

03:30:38: wenn jetzt Likud zum Beispiel nochmal gewinnt dann wäre das doch quasi ein Spiegel dessen, dass die Bevölkerung Israel tatsächlich genau hinter dieser genuzidalen Politik steht oder?

03:30:48: Die Frage ist ob es Die Frage ist, ob das mit einer anderen Regierung so viel anders ist.

03:30:53: Also nur Osten sind sicherlich anders.

03:30:57: Aber die grundlegenden Dinge stehen nicht zur Wahl hier.

03:31:01: Die Grundlegende, was diesen Palästinerkonflikt angeht, stehen bei den israelischen Wahlen.

03:31:07: Nichts zur Disposition.

03:31:08: Genau, nur eine andere Partei könnte sich ja vielleicht in den ersten Monaten zumindest erst mal ein bisschen anders verkaufen oder raten?

03:31:14: Ja

03:31:14: es kann sein dass man vielleicht.

03:31:16: also was passieren kann ist

03:31:18: z.B.,

03:31:18: dass man dann vielleicht doch mal einen möglichen Rückzug aus dem Gasastreifen diskutiert im Gegenzug zu Entwaffnung von Hamas oder ähnliches.

03:31:27: Also da steckt der Moment alles fest.

03:31:29: ich meine jetzt die Regierung sagt Hamas hat ja gesagt wir Wir sind bereit, uns zu entwaffnen.

03:31:34: Wenn die israelische Armee sich zeitgleich zurückzieht, da gibt es umzeitliche Sequenzen und ... Die jetzige Jünger sagt absolut nicht, ihr Aramas muss sich vollkommen entwaffen und dann schauen wir mal was wir machen.

03:31:46: Und solche Sachen können sich möglicherweise schon ändern.

03:31:51: Also

03:31:51: Prozesse können möglicherweise angefangen werden vielleicht?

03:31:54: Aber ich bin generell eher im Moment zu diesem Zeitpunkt noch pessimistisch aus dem, ob das jetzt so etwas Großartig anderes wird.

03:32:02: Ja, ich habe einfach unterschiedliches gehört.

03:32:03: Dass manche sagen vielleicht wäre das sogar wichtig dass Netanyahu nochmal gewinnt damit klar wird

03:32:10: Das ist mega zynisch.

03:32:12: Also ich hab unterschiedliche gehört.

03:32:13: deswegen würde mich interessieren natürlich

03:32:15: Ich glaube das es keinen grundlegenden Unterschied machen wird.

03:32:18: im Moment Verstehe

03:32:19: okay Bleiben wir vielleicht mal bei der Likud-Partei.

03:32:22: Sie ist als erste nicht europäische Partei Beobachter der Parteienallianz Patrioten für Europa.

03:32:29: Die FPÖ gehört dieser Allianz an.

03:32:31: Ist das ein Block der europäischen pro-israelischen Rechten, die nach einem Wahlsieg der FPÖ großen Einfluss haben könnte?

03:32:42: Das ist eine sehr spezifische Frage.

03:32:47: Was interessant ist glaube ich dass gerade rechte Parteien so ein bisschen versuchen oder auch nicht nur die rechten Parteien sondern auch wenn es dann Koalitionen gibt mit rechten Parteien Mit konservativen und rechten Parteien wird das Thema Israel immer benutzt, um sich ein bisschen von dem rechten Nazi-Image

03:33:12: frei

03:33:13: zu waschen.

03:33:14: Da ist der Israel Solidarität die billigste Variante.

03:33:20: Man bleibt zwar antisemitisch möglicherweise aber im Thema Israel machen wir es irgendwie anders.

03:33:26: also es ist immer so ein bisschen instrumentalisiert auch von rechter Seite glaube ich was das Thema angeht.

03:33:33: Okay, lassen wir das mal so stehen.

03:33:35: Ihr habt über Syrien schon gesprochen?

03:33:39: Dazu gab es die Frage mich würde interessieren ob du eine Idee hast was mit Assads Chemiewaffen passiert ist.

03:33:50: stellt das nicht eine Gefahr da ich zitiere bei einem so jungen Staat?

03:33:55: Also mein Kenntnisstand ist, dass man im letzten Monat mit der Vernichtung begonnen hat.

03:34:01: Muss ich ganz ehrlich sagen jetzt?

03:34:02: Ich hab das nicht wirklich verfolgt!

03:34:04: Ich kann dir das echt so nicht beantworten.

03:34:06: Okay, all klar.

03:34:06: No problem

03:34:07: at all.

03:34:07: Ich würde kurz bei Syrien bleiben weil du hast schon davon gesprochen.

03:34:11: es geht jetzt erstmal um gesicherte Lebensstandards.

03:34:14: Jetzt habe ich aber trotzdem eine spezifische Frage vor allem, weil ich unter SyraInnen dahingehend Beunruhigung vor...

03:34:21: Ja ja die haben natürlich klar.

03:34:23: also

03:34:24: Ich habe aber eine spezifische Frage.

03:34:26: Kannst du erst mal drauf eingehen, wenn du möchtest?

03:34:28: Aber da ist jetzt kürzlich was passiert und zwar wurden Zulassungsregeln beschlossen denen zufolge Frauen bestimmte Fächer nicht mehr studieren können also Jura Sozialwissenschaften BWL.

03:34:39: gibt das eine gewisse Richtung vor in die sich gerade bewegt wird?

03:34:44: ich glaube einfach dass es alles noch nicht ganz klar ist in welche Richtung das alles geht.

03:34:48: ja ich glaube aber dass sich sowas in der jetzigen syrischen Gesellschaft auf Dauer nicht durchsetzen lässt.

03:34:56: Also so sagen Frauen irgendwo aus bestimmten Fächern auszuschließen und so weiter, ich glaube dass das möglicherweise versucht wird zu tun aber dass es auf Dauern nicht funktioniert.

03:35:09: So ist die

03:35:10: Syrische Gesellschaft nicht gestrickt.

03:35:12: Du meinst die Regeln werden beschlossen?

03:35:15: Ob

03:35:15: man sich dann wirklich durchsetzen kann oder ob sie von Dauer sind habe ich meine Zweifel.

03:35:20: Weil die

03:35:20: syrische Gesellschaft ist schon auch, ich meine das war natürlich vorher diese ganze Basistische oder Asset und so weiter.

03:35:31: Da hat man ja sozusagen die Frauenbewegung ein bisschen hochgehoben als Teil eines Regimes usw.

03:35:37: Also ich glaube nicht dass man da Räder komplett zurückdrehen kann in Syrien.

03:35:46: Kann ich mir nicht vorstellen, dass einige das wollen.

03:35:50: Aber ich glaube nicht, dass es wirklich auf Dauer ist.

03:35:53: Ist die Frage wie einfach dann wäre diese Zulassungsregeln wieder?

03:35:57: Das sind natürlich gesellschaftliche Kämpfe.

03:36:00: Meine Frauen müssen sich in Syrien genauso ihre Rechte erkämpfen, wie sie das überall auf der Welt machen müssen.

03:36:06: Es wird ihnen nie was geschenkt.

03:36:09: In dem Moment vielleicht möglicherweise sogar das Werk genommen aber das geht eigentlich darum, wie Sie dagegen kämpfen Und wenn sie da als Alliierte auch bekommen.

03:36:19: Aber wie gesagt, ich glaube... Manchmal wurde am Anfang, als bei Ahmed Shadr dann kam, wo er sagte, jetzt in Syrien würde es zum neuen Afghanistan und solche Sachen.

03:36:30: Ich glaub das ist relativ verquatscht!

03:36:32: Aber es gibt natürlich gerade unter den Leuten die Shadra mitgebracht hat aus Nordost-Syrien, aus Idlib gibt's natürlich Leute, ultra mega konservativ sind, also auch wenn es die Frauenfrage angeht.

03:36:49: Ich glaube nicht dass sie sich auf Dauer durchsetzen können.

03:36:54: Okay eine Person schrieb wie viele Pride-Paraden und freie Wahlen für Frauen gab es vor dem siebten Oktober in Gaza West Jordan?

03:37:03: Vorab Frauen an der Westbank und in Gaza haben das Wahlrecht.

03:37:06: ich habe von PalästinenserInnen mehrfach gehört über so was, also gleichermaßen wie das, was du vorhin erzählt hast.

03:37:13: Über sowas können wir reden wenn wir gesicherten Lebensstandards haben nicht mehr bombardiert werden genug zu essen haben und homosexuelle Paare können in Israel auch nicht heiraten.

03:37:22: auf mich.

03:37:24: So etwas

03:37:24: immer

03:37:24: ablenken.

03:37:25: Das ist eine Ablenkung

03:37:27: aber ich glaube wirklich

03:37:28: darum dass es geht.

03:37:29: also das muss man den Gesellschaften selbst überlassen.

03:37:32: diese Geschichten müssen, nicht nur die palästinensische, ägyptische.

03:37:38: Also jede Gesellschaft muss diese Geschichten austragen, aushandeln und es kann nicht von außen ihnen aufgezwungen werden wie sie das irgendwie handeln.

03:37:50: Das ist die Frage wo.

03:37:51: du musst die Gesellschaften da abholen wo sie sind Und nicht jetzt.

03:37:57: Ich meine, das ist offensichtlich irgendwie ganz offensichtlich, dass er da irgendeine

03:38:01: Art der Verokration... Natürlich!

03:38:02: Aber es ist etwas, was man sehr regelmäßig ja

03:38:04: nicht

03:38:05: war und das ist schon wichtig

03:38:06: zu verstehen oder?

03:38:06: Das hat auch so, dass wir von außen sagen denen jetzt wie sie das irgendwie zu handeln haben.

03:38:10: Nein.

03:38:11: Und das ist nun mal ablenkend von dem Status?

03:38:13: Das

03:38:13: ist eine Ablenkung aber es sind eben davon bin ich fest überzeugt du kannst den Gesellschaften nicht irgendwas aufdrücken.

03:38:19: Ja, das müssen diese Gesellschaften für sich aushandeln.

03:38:23: Und diese Frage.

03:38:24: Die können das natürlich auch erst zu einem gewissen Zeitpunkt, wenn sie nun mal...

03:38:28: Und Sie stehen woanders als so manche europäische?

03:38:31: Also natürlich aber solche Fragen, drei Viertel der Welt steht woanders in diesen Geschichten die Gesellschaften.

03:38:39: also müssen wir jetzt also zwingen wir jetzt allen des auf was wir jetzt in Westeuropa oder was wir in den USA oder sozusagen hier erreicht haben an bestimmten Dingen was ja gut ist Aber du kannst es nicht irgendwie dem Rest der Welt einfach aufzwingen.

03:38:55: Das müssen tatsächlich die Gesellschaften selber aushandeln und ich hoffe, dass sie das aushandel auf eine Art und Weise, dass es nach vorne geht.

03:39:02: aber des von außen ihnen aufzuzwingen und zu sagen ihr habt jetzt so und so zu sein führt eigentlich meistens eher dazu, dass du eine Gegenreaktion dazu hast.

03:39:11: keine gute Geschichte sich

03:39:12: das noch weiter verhärtet.

03:39:16: Wie siehst du, jetzt gehen wir in meine andere Richtung.

03:39:18: Wie siehst du die Chancen von Kurdinnen in der Svaner-Region?

03:39:22: Zitat an der Stelle, Kurden im Irakautonomeregion kurdes dann ziemlich gut dabei.

03:39:27: wie sollte sich der Rest verhalten?

03:39:33: Die Kurdenfrage ist wirklich eine wahnsinnig schwierige Geschichte.

03:39:36: also die Kurden sind ja immer wieder benutzt worden um irgendwelche Machtverhältnisse zu verändern.

03:39:46: Und dann sind sie meistens fallen gelassen worden, während sagt heißer Kartoffeln und ihre sozusagen nationalen Ambitionen.

03:39:54: Ich glaube das die Kurden was wir da im Nord Irak

03:40:00: haben

03:40:02: ist glaube ich.

03:40:03: also es ist eine relativ autonome Region, die auch zum Teil ihr eigenes Erdöl mit so Beispiel als hat und solche Sachen.

03:40:12: Ich glaub dass das eine Richtung ist in dem man durchaus gehen kann.

03:40:15: In Syrien ist es wahnsinnig kompliziert, da war es ja die Frage was passiert jetzt mit den Kurden im Nordosten?

03:40:23: Werden die jetzt Teil sozusagen der Sicherheitskräfte, wie werden sie in diese Syrien integriert und... Das ist eine ongoing Discussion und eine ongoing Geschichte.

03:40:38: Es gab die Frage, werden Sie das militärische Einheiten übernommen oder werden sie aufgeteilt in die syrischen Einheiten?

03:40:47: Was passiert an Ihren kulturellen Rechten?

03:40:52: Das sind alles Dinge, an denen man viel Schrauben drehen kann... Also

03:40:58: siehst du durchaus Chancen!

03:40:59: Also siehst du durchaus Chancen in der Regel?

03:41:01: Ich weiß nicht, ob ich Chancens für ein... ...jemals wirklich einen kurdischer Staat zugelassen wird von diesen ganzen Händen.

03:41:08: Das ist ja nicht mal die Frage, ne?

03:41:09: Jeweiligen

03:41:10: Ländern.

03:41:10: aber ich glaube schon dass es unter dieser Schwelle ganz viele Schrauben gibt an denen du drehen kannst und ich glaub was wir da im Nordirak haben ist vielleicht auch erstmal Modell für andere.

03:41:26: Okay das ist doch meine Antwort.

03:41:29: Sag mal, wie fand man denn aus dem Red Scare hinaus?

03:41:33: Darüber habt ihr ja vorhin gesprochen.

03:41:36: Also quasi die Geschirte Angst vor Kommunismus.

03:41:41: Er hat mit

03:41:43: Melkasi argumentiert

03:41:44: aber

03:41:44: das war ja eigentlich nicht die Diskussion sondern es ging ja eigentlich darum.

03:41:47: er hat es verglichen sozusagen den Melkazi Geschichte mit Tabu-Diskussionen die wir heute haben

03:41:52: Genau, aber jetzt geht es nur um diesen Begriff quasi.

03:41:55: Das fand eine Person interessant wie man das über die Jahrzehnte beobachtet hat und wie man sich wieder gesellschaftlich davon entfernen konnte.

03:42:07: Oh Gott!

03:42:08: Aus der McCarthy?

03:42:09: Ja da bin ich jetzt wirklich kein Spezialist.

03:42:12: Das kannst du ja auch immer sagen...

03:42:16: Ich weiß noch gar nicht ob dieser Vergleich den Tilo gemacht hat vielleicht ein bisschen... Ich meine er ist interessant Aber er hängt auch in manchen Dingen, glaube

03:42:23: ich.

03:42:29: Es war eben nicht verbunden.

03:42:30: Er hing an einer Person die im Moment bestimmte politische Macht hat und es war eine bestimmte Atmosphäre, die gerade in der Gesellschaft geherrscht hat.

03:42:42: Ich glaube dass diese Israel-Geschichte und diese ganze Diskussion um Antisemitismus ein ungleich komplizierter ist als diese Melkathie Geschichte.

03:42:52: Ja, der Verleihung ist interessant.

03:42:53: Aber manchmal vielleicht hängt er auch ein bisschen...

03:42:56: Okay!

03:42:57: Ich hätte noch zwei Fragen an dich, weil wir wollen dich auch irgendwann hier entlassen.

03:43:03: Sag mal was hältst du eigentlich von der Nutzung des Wortes Antisemitismus?

03:43:09: Weil du wirst es sicher wissen.

03:43:10: Antisematismus ursprünglich, Semid in den Lautdefinitionen sind Sprecherinnen einer semitischen Sprache.

03:43:17: Also auch Arabisch, Arameisch neben Hebräisch und dann hatte Wilhelm Ma den Begriff auf JüdInnen bezogen.

03:43:26: Findest du wir sollten einen anderen Begriff finden oder wie stehst Du dazu?

03:43:34: Ich bin gegen alle Arten von Rassismus.

03:43:37: Und das ist eigentlich, ob es jetzt Rassismus gegen Juden ist oder Rassistismus gegen Muslime oder Ressismus gegen irgendeine Nationalität – das sind all die Dinge, die man irgendwie bekämpfen muss.

03:43:51: Aufgrund unserer Geschichte.

03:43:53: natürlich ist dieses Thema Antisemitismus in Deutschland ganz besonders virulent.

03:43:59: Das Problem ist wirklich die Vermischung von all den Dingen dass du diese Kritik an Israel, der israelischen Regierung oder der isralischen Armee usw.

03:44:08: einfach irgendwie als Antisemitismus bezeichnest?

03:44:11: Ich habe ja schon vorhin in dem Gespräch gesagt das es eine ganz gefährliche Geschichte ist weil es wirklich ein Antisemitism irgendwann überdeckt und nicht mehr ganz klar ist und die Leute sagen ach schon wieder die Antisematismuskeule und dann hast du wirklich mal echtes Problem mit Rassismus gegen Juden Und das wird dann nicht mehr ernst genommen und ich glaube, dass es wahnsinnig gefährlich

03:44:32: ist.

03:44:32: Oder halt ein noch größeres.

03:44:34: Aber trotzdem so alleine der Begriff Antisemitismus.

03:44:37: verstehst du das?

03:44:38: Dass das gerade diskutiert wird oder auch schon länger, dass man da vielleicht einen neuen Begriff bräuchte?

03:44:43: Oder siehst du jetzt gerade als nicht...

03:44:44: Das ist doch beim neuen Begriff gerade.

03:44:46: Das ist der Begriffe, der benutzt wird in der Diskussion.

03:44:48: Ich meine uns zwar wie Roland, wie wir das gerade hier in Berlin sehen.

03:44:53: Das ist der Begriff, mit dem gehandhabt wird und wo es eigentlich eher darum gibt nicht einen neuen Begriff zu befinden sondern es geht eigentlich eher um den Begriff Schärfer zu definieren.

03:45:04: Dass er eben nicht alles beinhaltet wie zum Beispiel Kritik an einem Staat.

03:45:11: Es geht glaube

03:45:11: ich nicht darum neue Begriffe zu finden sondern es gilt eher darum den Begriff mit dem man handiert Schärfers zu definiern.

03:45:21: das ist glaube ich viel wichtiger

03:45:23: Also sowas wie die IRA-Definition auszuklauern.

03:45:25: Genau, dann gibt es verschiedene Definitionen und so weiter.

03:45:27: oder das muss eigentlich die Diskussion sein nicht jetzt irgendwie nochmal neuen Abgriff erfinden und dann den auch noch in die Runde werfen.

03:45:32: Ja aber ich meine dass fragen sich Menschen wenn sie wenn Sie dir zuhören sagt mir noch eine Sache und zwar viele Beobachterinnen sehen in den Kriegen der Ukraine Gaza Iran Taiwan ein Muster der US Ausweitung in Eurasien.

03:45:48: Welche Argumente würdest du dafür?

03:45:50: oder dagegen anführen?

03:45:52: Ich glaube, wir erleben das Gegenteil.

03:45:54: Wir erleben gerade was jetzt meine Region angeht und darauf beziehe ich mich jetzt.

03:46:00: Was treibt Sie mit deiner Region?

03:46:01: Also meine Region meine ich den Nahen Osten oder was weiß ich West-Asien und wie immer du es nennen möchtest, Zvapro Papo, was weiße ich.

03:46:09: Also dass das sozusagen in dieser Region eigentlich mit dem was wir da erleben grade am Golf und mit dem Iran

03:46:20: usw.,

03:46:21: dass eine Situation ist Wo wir sehen, dass der Einfluss der USA schwer angeschlagen ist und zurückgeht.

03:46:28: Also es gab einen jahrzehntelangen Deal zwischen den USA und den Golfstaaten zum Beispiel die besagen Wir liefern euch billiges Öl ohne Probleme und ihr garantiert unsere Sicherheit.

03:46:44: Dieser Deal liegt absolut in Scherben.

03:46:47: Die Amerikaner erstens haben die Golfstaatene Amerikanern vor diesem Krieg gewarnt.

03:46:51: Die amerikaner haben nicht den Golf Staaten zugehört, sondern Netanyahu und sind in diesen Krieg gezogen.

03:46:56: Dann sind die US-Stützpunkte, die eigentlich sozusagen vermeintlich zum Schutz der Golfstaaten da waren.

03:47:03: haben sie eigentlich das Gegenteil erreicht.

03:47:05: Sie haben sich noch mehr verwundbar gemacht weil das war an die Orte die angegriffen wurden vom Iran.

03:47:09: Das heißt wir haben eine Situation wo die Golfstaate zum Beispiel sehen dass sie das nicht mehr funktioniert.

03:47:17: also diese amerikanische Garantie für unseren Schutz Auch wieder jetzt mit Saudi-Arabien und Yemen, siehst du es wieder.

03:47:24: Funktioniert nicht!

03:47:26: Und Sie sind glaube ich gerade dabei – das ist ein längerer Prozess – eine völlig neue Sicherheitsarchitektur aufzubauen.

03:47:34: Also nicht mehr zu sagen wir wenden uns komplett von den USA ab.

03:47:39: aber diese Sicherheits-Architekturen zu diversifizieren Das heißt?

03:47:45: Du hast zum Beispiel sowas wie jetzt den Mekka-Pakt, wo z.B.

03:47:48: Pakistan, Saudi Arabien und die Türkei sich zusammentun in einem Militärbündnis irgendwo.

03:47:53: Ägypten ist ein bisschen noch am Rande da steht Regionalmächte eine wichtigere Rolle bekommen das alles Diversifizierung China möglicherweise wieder auch eine Rolle bekommt wenn es wieder darum geht später die Zäune zwischen Saudi Arabia dem Iran zu reparieren und all diese Dinge also was wir erleben is eigentlich Ein Rückgang des amerikanischen Einflusses in der Region.

03:48:16: Es wird diversifiziert, es wird komplizierter

03:48:19: und es gibt

03:48:19: sogar manche in der arabischen Welt die das vergleichen mit ... ... neunzehnundsechstenfünfzig damals als ähm... Die arabisch heißt ist die Dreieaggression.

03:48:29: bei uns heißt es Der Suez-Krieg.

03:48:31: also Gamal Abdel Nasser der damalige Präsident hat den Suez Kanal verstaatlicht und daraufhin gab es einen Dreieangriff von Frankreich Großbritannien und Israel auf die Suez Kanalszone der dann nicht militärisch, sondern politisch gestoppt wurde von der Sowjetion und von den USA.

03:48:50: Und es war eigentlich nach dem Verlust von Indien der Verluste des US-Kanals war eigentlich der endgültige Sagnagel ins britische Empire.

03:49:05: Und manche vergleichen diese Situation wie wir sie jetzt gerade haben am Golfer mit dem Iran möglicherweise als, ich glaube es ist noch ein bisschen übertrieben aber möglicherweise das Beginn des Endes sozusagen des amerikanischen Empires.

03:49:20: Also ich würde sagen gerade das Gegenteil in meiner Region passiert gerade.

03:49:25: Sehr interessant was hätte das zur Folge?

03:49:30: Was das zur folge hat ist interessant weil du also nicht ganz klar also natürlich irgendwo ich glaube erst mal gut wenn Sicherheitsarrangements und so weiter regional ausgehandelt werden und nicht irgendwie von irgendeiner einer groß macht.

03:49:45: Aber es beinhaltet natürlich auch gewisse Risiken, wenn du dann auf einmal so verschiedene Militärparks hast und du hast das eineseits zwischen eben was ich schon gesagt hat Pakistan, Saudi Arabien, Türkei... Dann gibt's irgendwie so ein Park zwischen Emiraten und Israel wo möglicherweise Indien noch ne Rolle spielt und so wie gesagt also wir haben auf einmal neue Militärparks, eine neue Sicherheitsarchitektur und das kann gut gehen.

03:50:16: Das kann aber auch schlecht laufen.

03:50:17: also es kann auch so eine Situation stehen wie wir damals hatten uns in den ersten Weltkrieg reingebracht haben wo irgendwie weil militärbündnisse da waren irgendwie Kettenreaktionen ausgelöst haben die dann irgendwie einen großen Krieg ausgelösst haben.

03:50:30: alles ist möglich.

03:50:31: ich glaube es ist im Moment noch ein bisschen zu früh Das wirklich abzuschätzen, aber was ich glaube mit Sicherheit sagen kann ist dass diese amerikanische Einfluss ist absolut rückgängig.

03:50:43: Die Leute merken oder die Staaten auch merken das sie sich auf diese amerikalschen Sicherheitsgarantien überhaupt nicht verlassen können.

03:50:51: Was es von Amerika zu erwarten?

03:50:54: Das wissen wir nicht.

03:50:54: Ich meine Trump ist ja so ein bisschen ein angeidet Missileer der weißte nicht wo er als nächstes landet.

03:51:00: Ich weiß auch gar nicht, was mit den Midterm-Elections gibt.

03:51:05: Manche sagen es wird noch mal eine militärische Runde zwischen dem Iran und den USA geben weil beide Seiten sich möglicherweise davon Vorteile erhoffen.

03:51:19: Es ist unklar glaube ich wie's da weitergeht aber klar ist was auf dem Tisch liegt.

03:51:27: Auf dem Tisch liegt die Verhandlungen, dass die Iraner sagen wir wollen ein Ende des Embargos der iranischen Häfen.

03:51:34: Wir wollen eine Ende der Sanktionen und einen Anfries von iranischem Geldern in den USA.

03:51:46: Und die USA wollen natürlich im Gegenzug die Öffnung der Straße von Hormuz und dann auf irgendeine Art und Weise dieses nukleare Agenda auf dem Tisch

03:51:57: legen.".

03:51:59: Das bleibt weiter.

03:52:00: Also das wird irgendwo dazwischen diesen Dingen, wird es irgendwie am Ende ausgehandelt werden glaube ich.

03:52:08: Okay.

03:52:08: Mal sehen wie wir uns da zu unterhalten wenn du wieder hier bist?

03:52:12: Ja!

03:52:12: Du hast

03:52:12: ja

03:52:12: schon eine... Das ist schon die

03:52:13: nächste Einladung oder

03:52:14: was?

03:52:14: Ich habe schon eine ausgesprochen bekommen und ich wiederhole sie einfach mal.

03:52:18: Karim, danke dir.

03:52:21: Wir freuen

03:52:21: uns darauf, wenn du noch mal hier bist und alle die im letzten Monat gespendet haben.

03:52:27: Die werden jetzt gleich aufgeführt macht das gerne weiter damit wir bestehen können.

03:52:32: Danke dass ihr dabei wart.

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